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Ungarn: Wirtschaftslage

Die wichtigsten Informationen zur ungarischen Wirtschaft – zuverlässig und aus erster Hand

Aktuelle Lage: Wirtschaftsbericht

2022 wuchs die ungarische Wirtschaft um 4,6 % – vorrangig getragen durch den staatlich unterstützten privaten Konsum und Großinvestitionen, die maßgeblich die ersten drei Quartale 2022 prägten. Die Investitionstätigkeit brach im vierten Quartal ein, unter anderem aufgrund der hohen Energie- und Heizkosten sowie der erneut zweistelligen Kreditzinsen. Somit verlor Ungarn seinen Post-Covid Wachstumsvorsprung gegenüber der Eurozone. Für 2023 rechnet die Regierung mit einem maßgeblich vom Export getragenen Wirtschaftswachstum von 1,5 %.

Key Facts und aktuelle Entwicklungen auf einen Blick: der AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsbericht aus Ungarn.

Besondere Entwicklungen 

Die ungarische Investitionsförderungsagentur (HIPA) meldet für 2022 abgeschlossene Investitionsprojekte im Wert von rund EUR 6,5 Mrd. – damit wurde ein neuer Rekord erreicht. Dieses Investitionsvolumen wurde im Rahmen von 92 strategischen Projekten umgesetzt, durch die – laut Angaben der HIPA - 15.083 neue Arbeitsplätze geschaffen wurden.
Die meisten Projekte kamen aus Südkorea - 2022 zum dritten Mal nach 2019 und 2021. Das asiatische Land investierte insg. EUR 2,8 Mrd. Jeder vierte neue Arbeitsplatz und jedes zehnte Projekt konnten mit südkoreanischen Unternehmen in Verbindung gebracht werden. Allein der Hersteller von Batterietrennfolien W-Scope investierte 720 Millionen Euro. Auch Deutschland spielte eine wichtige Rolle bei den von der HIPA abgewickelten Projekte. Deutsche Unternehmen stellten nicht nur 30 Prozent des Investitionsvolumens bereit, sie brachten die meisten (25) Projekte auf den Weg und verpflichteten sich, rund 6.000 Mitarbeiter:innen zu beschäftigen – das entspricht 40 Prozent aller neu geschaffenen Arbeitsplätze im Jahr 2022. Abgesehen davon gehörten die Schweiz, Frankreich, Japan und China zu den Ländern, die 2022 die meisten Investitionen nach Ungarn brachten.

Um die entwicklungsschwachen Gebiete Ungarns für ausländische Investoren attraktiver zu machen, bietet die Nationale Agentur für Investitionen und Betriebsansiedlungen (HIPA) Förderungen und Incentives an, wie max. 50 % Direktförderungsbeiträge (sog. VIP cash subsidies) oder Steuerbegünstigungen bei Erfüllung entsprechender Auflagen, wie z.B. Anzahl geschaffener Arbeitsplätze.

Ferner gibt es das EKD-Programm mit Förderungen basierend auf individuellen Regierungsbeschlüssen. Das für Großinvestitionen geplante Programm besteht aus drei Komponenten: Bargeldzuschuss, Steuerreduktion und einem Zuschuss zur Ausbildung von Mitarbeitern. Auch für österreichische Unternehmen könnten die massiven staatlichen Förderprogramme ein Anstoß sein, in Ungarn weiter bzw. neu zu investieren.

Die EU-Mitgliedstaaten begrüßten am 12. Dezember 2022 die von der Europäischen Kommission vorgenommene positive Bewertung des ungarischen Wiederaufbauplans und beschlossen, den nationalen Plans Ungarns anzunehmen. Allerdings sind nach Einschätzung der EU Kommission noch nicht alle Bedenken zur Erfüllung des Artikel 7 der EU Verfassung – insbesondre im Hinblick auf die Rechtsstaatlichkeit und die korrekte Verwendung der Mittel – erfüllt. So werden die Mittel idHv. 5,8 Mrd. Euro erst nach Erfüllung von 27 „Super-Meilensteinen“ tatsächlich ausgezahlt.

Ebenfalls eingefroren sind derzeit 22 Mrd. Euro aus dem Kohäsionsfonds zur Angleichung der Lebensverhältnisse in den Jahren 2023 bis 2027. Hintergrund dieses Vorgehens ist die Sorge, dass die EU-Gelder in Ungarn wegen unzureichender Maßnahmen gegen Korruption nicht ordnungsgemäß verwendet werden.

Die ungarische Regierung hat beschlossen, in die Marktpreise von diversen Produkten einzugreifen, um der stetig steigenden Inflation entgegenzuwirken und die Bevölkerung vor weiteren Belastungen zu schützen. 

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

2022 war Ungarn für die österreichische Exportwirtschaft weltweit der fünftgrößte, in der EU der drittwichtigste und in der CEE-Region sogar der wichtigste Markt. Die in dieser Periode getätigten Exporte von rund EUR 7,7 Mrd. weisen dabei ein Wachstum von 26,0 % im Vergleich zur Vorjahresperiode aus. Dem gegenüber stehen ca. EUR 5,3 Mrd. an Importen aus Ungarn, was einem Wachstum von 14,0 % gleichzusetzen ist (Platz 10 im Einfuhrranking). Alles in allem war Ungarn mit einem Gesamthandelsvolumen von ca. EUR 13,1 Mrd. in 2022 der achtwichtigste Handelspartner Österreichs weltweit.

Aus ungarischer Sicht war Österreich im gleichen Zeitraum nach Deutschland und der Slowakei der drittwichtigste Handelspartner überhaupt: Das Gesamthandelsvolumen war einem Anteil von ca. 6 % gleichzusetzen. Im Import liegt Österreich hinter Deutschland auf Platz 2 (7,2 % Anteile am Gesamtimport), während Österreich der fünftwichtigste Absatzmarkt für Ungarn ist (4,5 % Anteile am Gesamtexport).

Die bilaterale Dienstleistungsbilanz verläuft traditionell ausgeglichen: In den ersten drei Quartalen 2022 standen EUR 1.327 Mio. Exporterlösen aus Dienstleistungen EUR 1.433 Mio. Importausgaben gegenüber. Ungarn war damit in diesem Zeitraum für österreichische Dienstleistungen der achtwichtigste Markt weltweit und der zweitwichtigste in Mittel- und Osteuropa. Dienstleistungen aus Ungarn rangieren an 9. Stelle im Ländervergleich.

Österreich ist seit der Wende einer der wichtigsten Investoren in Ungarn: Die Bestände der Direktinvestitionen aus Österreich beliefen sich 2020 auf rund EUR 10 Mrd., was einem Anteil von ca. 12 % gleichzusetzen und hinter Deutschland und den Niederlanden der drittstärkste Wert ist. Offenbar handelt es sich im Falle der Niederlande aber um Investitionen, die aus Steuergründen Firmen aus anderen Ländern – insbesondere aus den USA und Russland – zugerechnet werden müssten.

Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Österreichisches Know-how genießt in Ungarn generell ein hohes Ansehen bzw. gilt als Garant in Sachen Zuverlässigkeit und Qualität. Wir sehen in den kommenden Jahren besondere Chancen für österreichische Unternehmen in Ungarn in folgenden Bereichen:

  • Bau & Infrastruktur
  • Gesundheitswesen – Investitionen in Privateinrichtungen
  • Bildung, Erwachsenenbildung
  • Creative Industries (Kreativwirtschaft, Mode & Textilien)
  • Energiewirtschaft, Naturressourcen & E-mobilität
  • IKT (Start-Ups) und Digitalisierung
  • Online-Handel und Logistik
  • Maschinen & Anlagenbau
  • Metalle & Metallverarbeitung
  • Nahrungs- & Genussmittel
  • Zulieferindustrie

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Ungarn der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Maßgeschneiderte Informationen

Damit Ihre Marktbearbeitung in Ungarn problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Budapest anfordern können. 

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Ungarn.

Das AußenwirtschaftsCenter Budapest berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Ungarn haben.

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