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Die ungarische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Budapest hat die wichtigsten Informationen zur ungarischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Während Ungarn 2019 mit einem BIP-Wachstum von 4,9 % (getragen von den EU-Fördermitteln und den daraus resultierenden öffentlichen Aufträgen, allen voran im Bausektor, wie auch von der starken Industrie, insbesondere im Bereich Automotive, bzw. von der anziehenden inländischen Kaufkraft) noch zum oberen Viertel innerhalb der EU gehörte, wurde die Wirtschaft 2020 auch in Ungarn ausgebremst.

Die temporären Beschränkungen und Schließungen (allen voran im Automobilsektor), wie auch der ausbleibende Konsum haben im Jahresvergleich zu einem Rückgang von 5,0 % geführt. Positiver Lichtblick ist jedoch ein leichtes Wachstum in den letzten drei Monaten von 1,1 % im Quartalsvergleich. Grund dafür waren primär die Industrie sowie die IT- und Kommunikationsbranche. Der Großteil der Branchen erreichte annähernd seine Vorjahresleistung, was auf eine schnelle Wiederbelebung der Wirtschaft hoffen lässt.

Infolge des Auftragsbestands sind die Aussichten für Industrie und Baugewerbe gut. Mit der Aktivierung neuer Kapazitäten sowie der Belebung im Wohnungsbau und den mit EU-Mitteln finanzierten Investitionen könnte die Wirtschaftsleistung in diesen Wirtschaftszweigen bereits im 1. Halbjahr 2021 das Vorkrisenniveau überflügeln.

Besondere Entwicklungen 

Insgesamt 907 Auslandsinvestitionen im Gesamtvolumen von 4,08 Mrd. Euro hat die Nationale Agentur für Investment und Betriebsansiedlungen (HIPA) im vergangenen Jahr in die Wege geleitet. Es wurden 97 Projekte als strategisch bedeutsam gefördert, die allein 2,5 Mrd. Euro bewegten und mehr als 10.100 Arbeitsplätze schafften.

Um die entwicklungsschwachen Gebiete Ungarns für ausländische Investoren attraktiver zu machen, bietet die Nationale Agentur für Investitionen und Betriebsansiedlungen (HIPA) Förderungen und Incentives, wie max. 50 % Direktförderungsbeiträge (sog. VIP cash subsidies) oder Steuerbegünstigungen bei Erfüllung entsprechender Auflagen, wie z.B. Anzahl geschaffener Arbeitsplätze.

Ferner gibt es das EKD-Programm mit Förderungen basierend auf individuellen Regierungsbeschlüssen. Das für Großinvestitionen geplante Programm besteht aus drei Komponenten: Bargeldzuschuss, Steuerreduktion und einem Zuschuss zur Ausbildung von Mitarbeitern. Auch für österreichische Unternehmen könnten die massiven staatlichen Förderprogramme ein Anstoß sein, in Ungarn weiter bzw. neu zu investieren.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Vor der COVID-Krise (2019) war Ungarn mit einem Exportvolumen von knapp 5,6 Mrd. Euro der wichtigste Absatzmarkt für österreichische Güter in CEE und zugleich global der sechstwichtigste. Im Importranking stand Ungarn damals mit ca. 4,3 Mrd. Euro global auf Platz 8 und in der CEE-Region, hinter Tschechien und Polen, auf Platz 3. Dieses Ranking hat sich im Zuge der Pandemie leider geringfügig geändert.

2020 war Ungarn für die österreichische Exportwirtschaft weltweit der achtwichtigste, in der EU der sechstwichtigste und in der CEE Region der drittwichtigste Markt. Die in dieser Periode getätigten Exporte von knapp 4,9 Mrd. Euro weisen dabei einen Rückgang von 12,4 % im Vergleich zum Vorjahr aus. Dem gegenüber stehen ca. 3,9 Mrd. Euro an Importen aus Ungarn, was einem Rückgang von 10,3 % gleichzusetzen ist (Platz 9 im Einfuhrranking). Alles in allem war Ungarn mit einem Gesamthandelsvolumen von ca. 8,75 Mrd. Euro in 2020 der neuntwichtigste Handelspartner Österreichs weltweit.

Aus ungarischer Sicht ist Österreich nach Deutschland der zweitwichtigste Handelspartner überhaupt: Das Gesamthandelsvolumen in 2020 ist einem Anteil von ca. 5 % gleichzusetzen. Im Import liegt Österreich hinter Deutschland und China auf Platz 3 (5,8 % Anteile am Gesamtimport), während Österreich der fünftwichtigste Absatzmarkt für Ungarn ist (4,3 % Anteile am Gesamtexport).

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Ungarn.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Budapest für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Ungarn der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Automotive

Licht und Schatten wechseln sich ab, sieht man sich den ungarischen Automotive-Sektor durch die rot-weiß-rote Brille an: die Branche ist mit einem Gesamtvolumen von über 25,2 Mrd. Euro in 2020 der sprichwörtliche Motor der ungarischen Wirtschaft. Während die Fahrzeugproduktion an sich 5% am BIP ausmacht, steht der gesamte Sektor für über 10%. Der Industriezweig hat zudem einen Anteil von ca. 22 % an den Gesamtexporten des Landes, was unter anderem auf den hohen Exportanteil der Branche selbst von 92% zurückzuführen ist. Aktuell sind in der Branche über 172.000 Arbeitnehmer beschäftigt, mehr als 4% aller aktiven Arbeitnehmer in Ungarn.

Die Corona-Krise hat aber auch den Automobilsektor stark getroffen. Die Produktion ging im April 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 75% zurück. Nach teilweisen Werksschließungen und Einschichtbetrieb arbeiten die OEMs wieder im Vollbetrieb und erreichen allmählich ihre Kapazitäten, wobei die Zahlen noch deutlich hinter den Vergleichswerten von vor der Coronakrise liegen. Die wirtschaftliche Erholung der Branche wird derzeit auch vom erheblichen Chip-Mangel gefährdet.

Es ist erklärtes Ziel der Regierung, Ungarn als einen der wichtigsten Standorte in der globalen Batterieherstellung für Elektroautomobile in Europa zu positionieren. Zahlreiche Projekte zum Aufbau von Fertigungskapazitäten, die in den letzten zwei Jahren realisiert oder bekannt geworden sind, bestätigen diese Bestrebung. Mehr als die Hälfte der 2019 in Ungarn beschlossenen ausländischen Direktinvestitionsprojekte zu einem Gesamtwert von knapp 5,4 Mrd. EUR kamen aus dem Bereich der Batterieproduktion für e-Autos. Jüngstes Beispiel ist die Ankündigung von SK Innovation für den Bau einer dritten Batteriezellfabrik in Ungarn. Außerdem wird auch der koreanische Anbieter Samsung SDI 2021 seine Batteriefabrik in Göd erweitern. Neben den asiatischen Playern investieren auch die schon angesiedelten deutschen Autokonzerne (Audi, Mercedes) immer größere Summen in Elektromobilität.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Die Möglichkeiten am ungarischen Markt sind (gerade für Neueinsteiger) in diesem kompetitiven Markt sehr genau zu sondieren: in den letzten 25 Jahren haben sich in Ungarn 4 OEMs und u.a. 15 der 20 größten Zulieferer der Welt angesiedelt, das Marktpotential für Lösungen im Automotive-Bereich ist somit sehr groß. Allerdings ist es nicht einfach, direkt mit den Einkäufern der großen Autobauer in Ungarn in Kontakt zu kommen. Dies gelingt erfahrungsgemäß gut über die Mutterkonzerne außerhalb Ungarns. Auch wenn die Wertschöpfungsketten der OEMs gefestigt sind, haben Sie mit Nischentechnologien weiterhin realistische Chancen. Auch haben Sie gute Chancen mit lokalen Zulieferern (Tier-1 Ebene oder höher), die in Ungarn angesiedelt sind, zu kooperieren. Wir führen auch Aufstellungen über die unterschiedlichen Tier-Ebenen und stellen diese bei Bedarf auch gerne zur Verfügung.

Sie suchen ausführlichere Informationen zu Automotive? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Budapest.

Hochbau / Baustoffe: Verkehrsinfrastruktur / Tiefbau

Die ungarische Wirtschaft und auch der ungarische Bausektor sind im Wesentlichen sehr stark von EU-Geldern abhängig. So gehörte die Branche 2019 – getrieben von den Mitteln der EU-Budgetperiode 2014 bis 2020 - mit einem Umsatzplus von 20,4% auch im EU-Vergleich zu den Top-Performern. Zudem zeigt der Sektor auch im Schatten der Corona-Situation seine Flexibilität: während es im Gesamtjahr 2020 zu einem Minus von 9,1% kam, ergibt sich v.a. zu Anfang des Jahres 2021 wieder ein deutliches Plus (+11% im Jänner). Als COVID-Förderungsmaßnahme für die Branche kündigte die ungarische Regierung dabei einen Plan zur Reaktivierung der sog. Rostzonen an. Hinzu kommen regulative Lockerungen – u.a. schnellere Baugenehmigungen – und eine Mehrwertsteuersenkung für neu errichtete Wohnungen (von 27% auf 5%). Des Weiteren startete die Regierung am 1. Jänner 2021 ein Wohnungssanierungsprogramm. Der Staat übernimmt die Wohnungsmodernisierungskosten von Familien mit mindestens einem Kind zu 50% (jedoch max. 3 Mio. HUF).

Eine weitere Belebung ist durch die neue EU-Förderperiode zwischen 2021 und 2027 zu erwarten. Während hier noch keine konkreten Fördertöpfe bzw. Ausschreibungen bekannt sind, ist v.a. ein großer Anstoß im Bereich der Infrastrukturprojekte zu erwarten. 

Chancen für österreichische Unternehmen

Die Beteiligung an großen Bauaufträgen ist für ausländische Firmen ohne Firmensitz in Ungarn nicht leichter geworden. Unabdingbare Voraussetzung ist die enge Zusammenarbeit mit ungarischen Partnern. Zudem werden Ausschreibungen in Ungarn in den Medien kontrovers und kritisch diskutiert. Österreichisches Know-how genießt in Ungarn jedoch ein hohes Ansehen bzw. gilt als Garant in Sachen Zuverlässigkeit und Qualität. Österreich gehört im Baugewerbe mitunter zu den Top-Playern. Kontakte zu diesen Firmen können den Einstieg in Ungarn jedenfalls vereinfachen. Auf Anfrage nennen wir Ihnen gerne weitere potentielle Kooperationsunternehmen auf diesem Gebiet.

Sie suchen ausführlichere Informationen zu Construction/Infrastructure? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Budapest.

Anlagenbau / Smart Factory: Elektro / Elektronik / Mechatronik

Die ungarische Wirtschaft ist an sich in einem hohen Maße vom Export abhängig, da dieser wesentlich für Wachstumsimpulse sorgt. Deshalb kommt der exportorientierten Industrie eine besonders wichtige Rolle zu: hinsichtlich der Ausfuhren ist nach der Automobil- und Elektronikindustrie die Maschinenbauindustrie der wichtigste Zweig in der Herstellungsindustrie. Dabei werden über 80% der Erzeugnisse des Maschinenbaus in EU-Länder exportiert.

Der Maschinenbau wird dabei vor allem durch ungarische Niederlassungen internationaler Unternehmen geprägt. Rund 70 % der Maschinenbauunternehmen in Ungarn sind multinational tätig. Zudem ist auch eine gewisse Konzentration zu beobachten: während die Anzahl der Beschäftigten in der Branche von Jahr zu Jahr wächst, sinkt die Anzahl der aktiven Unternehmen zugleich tendenziell. Auch dieser Umstand zeugt von der Entwicklung, dass die größeren (internationalen) Player – teilweise auf Kosten der heimischen Kleinbetriebe – auf dem Vormarsch sind. Andererseits beleuchtet dieser Umstand auch das Thema des Fachkräftemangels, von dem der Großteil der ungarischen Betriebe und auch österreichische Niederlassungen in Ungarn bereits stark betroffen sind.

Chancen für österreichische Unternehmen

Österreichisches Know-how genießt in Ungarn im Bereich Maschinenbau ein hohes Ansehen bzw. gilt das Land als starker und verlässlicher Partner. Wie im Automotive Sektor gilt: Da ein hoher Anteil der in Ungarn ansässigen Industriebetriebe Tochterunternehmen ausländischer Firmen sind, muss man sich auf den Umstand gefasst machen, dass viele Entscheidungen, vor allem bei größeren Investitionen in neue Maschinen und Anlagen, oft bei der Mutterfirma und gar nicht in Ungarn getroffen werden. Österreichische Maschinenlieferanten, die schon über bestehende Kontakte zu – meist deutschen – Firmen verfügen, sollten diese daher nützen, um auch in Ungarn ins Geschäft zu kommen. Eine entsprechend intensive Bearbeitung des Marktes ist erforderlich. Industrie 4.0- sowie Nischentechnologien sind am Markt gefragt!

Sie suchen ausführlichere Informationen zu Maschinen- und Anlagenbau? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Budapest.

Ein wichtiges Verkaufsargument könnte das Thema Förderungen sein:
Ungarn ist auch in der neuen EU-Förderperiode zwischen 2021 und 2027 einer der größten Nutznießer von EU-Förderungen, in dessen Fokus u.a. die Digitalisierung und Steigerung der Produktivität bzw. Wettbewerbsfähigkeit der Industrie steht. Die Chance, dass eine Investition in Ungarn teilweise mit einer Förderung finanziert werden kann, sind daher durchaus realistisch. Es wäre daher zu empfehlen, dieses Thema beim potentiellen Kunden anzusprechen.
Aber auch für österreichische Firmen bestehen hier direkte Möglichkeiten, wenn der Zugang zu Förderungen über ein Joint Venture mit ungarischen Firmen – oder über die eigene ungarische Niederlassung – erfolgt.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Ungarn problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Budapest anfordern können. 

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Ungarn.

Das AußenwirtschaftsCenter Budapest berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Ungarn haben.

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