th share video content contact download event event-wifi cross checkmark close icon-window-edit icon-file-download icon-phone xing whatsapp wko-zahlen-daten-fakten wko-wirtschaftrecht-und-gewerberecht wko-verkehr-und-betriebsstandort wko-unternehmensfuehrung wko-umwelt-und-energie wko-steuern netzwerk wko-innovation-und-technologie wko-gruendung-und-nachfolge wko-bildung-und-lehre wko-aussenwirtschaft wko-arbeitsrecht-und-sozialrecht twitter search print pdf mail linkedin Google-plus facebook pinterest skype vimeo snapchat arrow-up arrow-right arrow-left arrow-down calendar user home icon-gallery icon-flickr icon-youtube icon-instagram

Die Wirtschaft im Vereinigten Königreich

Unser AußenwirtschaftsCenter in London hat die wichtigsten Informationen zur britischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Großbritannien erholte sich im Vorjahr nur langsam von der Schockwirkung der Pandemie. Nach einem mit -9,7% im europäischen Vergleich massiven Einbruch der Wirtschaftsleistung 2020 wuchs die britische Wirtschaft 2021 um 7,4% und bilanzierte damit immer noch knapp (0,4%) unter dem Vorkrisenniveau. Angesichts überproportionaler Beiträge der Staatsausgaben zum BIP und einem starken Rückgang der Exporte nach Abkoppelung von EU-Binnenmarkt und Zollunion (2020: -14% | 2021: -1,3%) bestanden allerdings schon in „Vorkriegszeiten“ Zweifel an nachhaltiger Dynamik.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Krieges zwischen Russland und der Ukraine haben nun die kurzfristigen Perspektiven nochmals massiv verschlechtert. Die steigende Inflation, die Unterbrechung der Versorgungsketten, der massive Anstieg der Energie- und Rohstoffpreise und die geplanten Steuererhöhungen im Inland drücken merklich aufs Tempo.

Insgesamt wird für 2022 noch ein BIP-Wachstum von 3,9 % prognostiziert, das noch immer von Basiseffekten aufgeblasen bereits um fast 1,5% unter den Wachstumserwartungen von Oktober 2021 liegt. Auch mittelfristig wird sich das Wachstumstempo verlangsamen, wobei Ökonomen für 2023-26 ein durchschnittliches reales BIP-Wachstum von 1,8% erwarten. Die britische Zentralbank befürchtet für 2023 sogar eine schwach rezessive Entwicklung (BIP: –0,25%).

Besondere Entwicklungen – der „Brexit-Deal“ 

Ganz ohne Zusatzlast der geopolitischen Verwerfungen durch den Krieg in der Ukraine steht die vom konservativen Premierminister Boris Johnson geführte Regierung bereits seit Beginn der Legislaturperiode 2019 vor einer Reihe unbewältigter Herausforderungen.

Niedrige Investitionen und geringe Produktivität haben das britische Wachstum jahrzehntelang gebremst. Der Brexit hat den Finanzplatz London beschädigt, hinterließ das Land gespalten und bedroht den Staatenbund mit Schottland. Das seichte Handelsabkommen mit dem wichtigsten Handelspartner schafft beträchtliche nichttarifäre Handelshemmnisse und hat in Nordirland zu massiven politischen Spannungen geführt. Ein FTA mit den USA, das wirtschaftliche Nachteile z.T. abfedern könnte, rückte in weite Ferne. Von Steuersenkungen und Deregulierung als Fundament einer Wiedergeburt als globaler Investitions- und Innovationsstandort ist post Covid kaum mehr die Rede, und der geplante Ausstieg aus dem regulatorischen Orbit der EU scheitert schon am Widerstand der eigenen Industrie, die nicht vom wichtigsten Exportmarkt abgekoppelt werden will.

Immer klarer wird, dass der Abgang aus der EU der 5. größten Volkswirtschaft der Welt beträchtlich Kraft kostet, die jetzt besonders fehlt. Neben den rückläufigen Ausfuhren sind es vor allem merkbare Rückgänge beim Zufluss von Auslandinvestitionen und Fachkräften, die das Königreich im „openness index“ der großen liberalen Volkswirtschaften von der Tabellenspitze ins untere Mittelfeld befördern und damit die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Briten nachhaltig beschädigen.

Dass die Abkoppelung vom europäischen Wirtschaftsblock nun mit der von Pandemie und Ukrainekrieg bestimmten „Korrosion“ der Globalisierung und geopolitischer Lagerbildung zusammenfällt, macht die neue „Schwerelosigkeit“ Großbritanniens nicht gerade zum Vorteil.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Nach einem Exporteinbruch von 9,7% im Pandemiejahr 2020 erholten sich die österreichischen Exporte ins Vereinigte Königreich 2021 mit einem Plus von 8,9% merklich und konnten zumindest nominell fast zum Rekordniveau von 2019 aufschließen. „Dank“ Corona-Brexit-Doppelkeule rangiert das Königreich beim Exportwachstum aber unter den TOP 15 Handelspartnern am Tabellenende. Lediglich Österreichs Exporte nach Frankreich wuchsen langsamer.

Und auch dabei ist nicht alles Gold was glänzt. Bereinigt um ein großvolumiges Veredelungsgeschäft von Gold mit Warenströmen in beide Richtungen, legten die Gesamtexporte nur eher geringfügig zu (+1,4%) und blieben deutlich unter dem Vorkrisen-Rekordniveau von 2019 (-8,3%).

Aber auch das schwache "bereinigte" Ergebnis hat Erklärungsbedarf: während die Liefervolumen bei vielen traditionell starken Produktgruppen wie Fertigwaren, medizinisch-pharmazeutischen Erzeugnissen und vor allem in vielen Unterkategorien des Segments Maschinen und Ausrüstung 2021 die Rekordmengen von 2019 erreichte oder übertrafen, gingen die Ausfuhren lohngefertigter PKWs, die 2019 fette 30% der Gesamtlieferungen ausmachten, 2021 aufgrund notorischer Lieferkettenprobleme weiter massiv zurück und drückten auf die Endbilanz.

Dienstleistungsexporte

Mit dem Totalausfall der traditionell dominanten Wintertourismussaison, aber zum Teil auch beeinträchtigt durch den seit 1.1.2021 erschwerten Marktzugang für Dienstleistungserbringung im VK, verzeichneten die österreichischen Dienstleistungsexporte im Jahr 2021 weitere herbe Rückgänge und schrumpfte nach einem bereits schwachen Jahr 2020 um weitere 18,4% auf EUR 2,29 Mrd. Das VK rutscht damit in der Weltrangliste der österreichischen DL-Zielmärkte auf den 4. Platz hinter Deutschland, der Schweiz und Italien ab.

Chancen

Zulieferer im Infrastruktursektor (Straßen- und Schienenverkehr) könnten vom Sog der Modernisierungsinvestitionen in die Verkehrsinfrastruktur profitieren. Im Gesundheitssektor bieten sich Chancen durch Krankenhausprojekte und große staatliche Beschaffungsinitiativen.

Geschäftsmöglichkeiten schafft auch die Umsetzung einer sehr ehrgeizigen Klima- und Energiepolitik. Im Maschinen- und Anlagenbau lassen überfällige Modernisierungen und Nachrüstungen einen Investitionsschub erwarten. Für die Belieferung des Gastgewerbes oder der Freizeitindustrie schafft die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit zumindest langfristig Potenziale.

Die Normalisierung "repariert" gewohnte Nachfragemuster: Marktchancen bestehen für innovative Produkte, Ausrüstungen und Verfahren, die Kosteneinsparungen und Produktivitätssteigerungen ermöglichen, sowie für Nischenprodukte mit hohem technischem Standard u. a. in den Bereichen Umwelttechnik, erneuerbare Energien, nachhaltige Bau- und Lagertechnik, IKT, Biotechnologie, Luft- und Raumfahrt und Automobilbau.

Gleichzeitig bleibt das VK der zweitgrößte Markt Europas, Technologieführer bei Zukunftsthemen wie AI und Big Data, Cyber Security, Fintech, Elektromobilität und autonomes Fahren und damit ein ergiebiger Wissens- und Kooperationsknoten für heimische Tech-Firmen und Startups.

Sie wollen tiefer eintauchen?

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus dem Vereinigten Königreich.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter London für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus dem Vereinigten Königreich.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter London für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Großbritannien der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik.

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung im Vereinigten Königreich problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter London anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Vereinigtes Königreich.

Das AußenwirtschaftsCenter London berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zum Vereinigten Königreich haben.

Stand: