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Recht und Steuern in Bosnien und Herzegowina

Das AußenwirtschaftsCenter Sarajevo weiß über lokale Rechts- und Steuerfragen Bescheid und berät Sie gerne

Allgemeine Informationen 

Andere Länder, andere Sitten: Die Rechts- und Steuersysteme unserer Handelspartner weichen oft sehr stark von dem ab, was uns aus Österreich bekannt ist. Bei Export, Import und Firmengründung müssen lokale Gesetze aber jedenfalls beachtet werden. Damit Sie nicht in teure Verfahren verwickelt werden, gilt: Besser vorher abklären, was die Spielregeln sind. 

Unsere AußenwirtschaftsCenter haben ein breites Fachwissen und Erfahrung bei lokalen Rechts- und Steuerfragen, die Sie Ihnen für eine juristische und steuerliche Erstberatung gerne zur Verfügung stellen. Sollte Ihre Anfrage einer rechtsanwaltlichen Expertise bedürfen, haben wir ein großes Netzwerk an deutsch- und landessprachigen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten.  

Das AußenwirtschaftsCenter Sarajevo hilft Ihnen in Rechts- und Steuerfragen in Bosnien und Herzegowina weiter. Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.  

Arbeitskräfteentsendung  

Bei der Durchführung von Montage- oder Reparaturarbeiten sollte ein Vertrag zwischen der österreichischen Firma und der bosnisch-herzegowinischen Firma vorliegen. In diesem Vertrag sollten auch die geplante Dauer und der Umfang der Arbeiten angeführt sein. Falls die Montagearbeiten insgesamt nicht länger als 90 Tage im Jahr dauern, benötigen Ihre Angestellte keine Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung in Bosnien und Herzegowina.  

Es reicht, wenn die bosnische Firma für Ihre Beschäftigte eine Bescheinigung über die Anmeldung der Arbeit vom Ausländeramt einholt. Dafür soll eine schriftliche Aussage der bosnischen Firma über den Einsatz Ihrer Angestellten, eine Passkopie der Angestellten und ein Vertrag (übersetzt in die lokale Sprache) zwischen der österreichischen Firma und der bosnisch-herzegowinischen Firma vorliegen.  

Während der Durchführung von Arbeiten (während des Aufenthalts), muss Ihr Personal polizeilich gemeldet sein. EU-Staatsangehörige dürfen sich gemäß Artikel 21. des Ausländeraufenthaltsgesetztes bis zu 90 Tage ohne Visum und Aufenthaltsgenehmigung in Bosnien und Herzegowina aufhalten. Falls die Montage oder die Entsendung länger als oben beschrieben dauert, müssen Ihre Angestellten eine Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung beantragen.  

Die Beantragung selbst erfolgt beim bosnisch-herzegowinischen Arbeitsamt. Falls die entsandte Person in Österreich legal arbeitet und zusätzlich noch eine bosnisch-herzegowinische Staatsbürgerschaft besitzt, wird keine Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung benötigt. Die entsandten Arbeitskräfte sind nach derzeitiger Rechtslage bis zu einem Zeitraum von vier Monaten weder Steuerpflichtig noch müssen sie andere Sozialabgeben in Bosnien und Herzegowina leisten. 

Das AußenwirtschaftsCenter Sarajevo steht für weitere Informationen gerne zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.  

Mehrwertsteuerpflicht – Registrierung 

Jede Firma, die einen Umsatz von mehr als 50.000 Konvertible Mark (circa 25.500 Euro) in Bosnien und Herzegowina erwirtschaftet, muss sich als mehrwertsteuerpflichtiges Unternehmen registrieren lassen. In diesem Fall unterscheidet das Gesetz explizit nicht zwischen ausländischen und einheimischen Firmen.  

Als ausländisches Unternehmen können Sie sich durch Beauftragung einer Fiskalvertretung registrieren lassen. Als Fiskalvertretung darf jede Firma ernannt werden, die für Mehrwertsteuerzahlungen registriert wurde. In der Praxis passiert es oft, dass sich ausländische Firmen nicht als mehrwertsteuerpflichtige Unternehmen registrieren, obwohl dies gesetzlich vorgeschrieben ist.  

Gemäß den Vorschriften des Artikel 13, Absatz 3 des bosnischen Umsatzsteuergesetzes ist das leistungsempfangende Unternehmen, insofern die leistungserbringende Firma keinen Sitz in Bosnien und Herzegowina hat und auch keine Fiskalvertretung ernannt hat, dazu verpflichtet, die Umsatzsteuer zu berechnen und abzuführen (Anwendung Reverse Charge).  

Somit wird für die Leistungserbringung der österreichischen Gesellschaft eine Rechnung, nach österreichischen Rechnungslegungsvorschriften und ohne die Berechnung der österreichischen Umsatzsteuer, ausgestellt. Das bosnische Unternehmen wird dazu verpflichtet sein, die bosnische Umsatzsteuer selbstständig zu berechnen und abzuführen. Die Mehrwertsteuer beträgt in Bosnien und Herzegowina 17 %.  

Das AußenwirtschaftsCenter Sarajevo steht für weitere Informationen gerne zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.  

Quellensteuer 

Erfüllen die Tatsachen die Voraussetzungen aus dem Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Österreich und Bosnien-Herzegowina, so ist für die von österreichischen Unternehmen in Bosnien und Herzegowina durchgeführte Leistung keine lokale Quellensteuer im Ausmaß von zehn Prozent durch das lokale Unternehmen abzuführen.  

Das bosnisch-herzegowinische Unternehmen benötigt deswegen normalerweise vor der Bezahlung der Leistung eine Resident-Bestätigung von der österreichischen Firma. Die Resident-Bestätigung und eine formlose Empfangsbestätigung müssen laut Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Österreich und Bosnien und Herzegowina beigelegt werden, um bei der Bezahlung durch das lokale Unternehmen die zehn Prozent Quellensteuer in Bosnien und Herzegowina zu vermeiden. Diese Resident-Bestätigung erhält das österreichische Unternehmen vom zuständigen Finanzamt in Österreich. Ein weiteres Dokument, welches normalerweise gefordert wird, ist die formlose Aussage der Firma, dass das österreichische Unternehmen dasjenige ist, das die Geldüberweisung aus Bosnien und Herzegowina empfängt. Die Aussage erfolgt auf Firmenpapier und wird mit einem Firmenstempel versehen. Eine notarielle Beglaubigung wird nicht verlangt.  

Wird die lokale Quellensteuer trotz Doppelbesteuerungsabkommen vom bosnisch-herzegowinischen Unternehmen fälschlicherweise einbehalten und an die lokalen Steuerbehörden bezahlt, so besteht das Recht, nach Vorlage der oben genannten Unterlagen die Quellensteuer wieder zurückzuverlangen um den Betrag nachträglich an die österreichische Firma zu überweisen. Die Rückforderung der Quellensteuer kann jedoch sehr lange dauern. 

Das AußenwirtschaftsCenter Sarajevo steht für weitere Informationen gerne zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.  

Handelsabkommen 

Basis für die Handelsbeziehungen der EU zu Bosnien und Herzegowina ist das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA), das seit 1. Juni 2015 in Kraft ist.  

Doppelbesteuerungsabkommen – Österreich hat mit zahlreichen Staaten Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen. Diese regeln, welchem Staat das Besteuerungsrecht gegenüber einem Unternehmen zukommt, womit eine doppelte Besteuerung bei grenzüberschreitenden Aktivitäten verhindert wird.  

Das Bundesministerium für Finanzen stellt weitere wichtige Informationen sowie eine Liste aller österreichischen Doppelbesteuerungsabkommen zur Verfügung.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Bosnien und Herzegowina problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Sarajevo anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Bosnien und Herzegowina.   

Das AußenwirtschaftsCenter Sarajevo berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Bosnien und Herzegowina haben.