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Recht und Steuern in Griechenland

Das AußenwirtschaftsCenter Athen weiß über lokale Rechts- und Steuerfragen Bescheid und berät Sie gerne

Allgemeine Informationen 

Andere Länder, andere Sitten: Die Rechts- und Steuersysteme unserer Handelspartner weichen oft sehr stark von dem ab, was uns aus Österreich bekannt ist. Bei Export, Import und Firmengründung müssen lokale Gesetze aber jedenfalls beachtet werden. Damit Sie nicht in teure Verfahren verwickelt werden, gilt: Besser vorher abklären, was die Spielregeln sind.

Unsere AußenwirtschaftsCenter haben ein breites Fachwissen und Erfahrung bei lokalen Rechts- und Steuerfragen, die Sie Ihnen für eine juristische und steuerliche Erstberatung gerne zur Verfügung stellen. Sollte Ihre Anfrage einer rechtsanwaltlichen Expertise bedürfen, haben wir ein großes Netzwerk an deutsch- und landessprachigen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten.

Das AußenwirtschaftsCenter Athen hilft Ihnen in Rechts- und Steuerfragen in Griechenland weiter. Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an

Aktuelle Steuersätze

Wir haben die wichtigsten Punkte zum neuen griechischen Steuergesetz (4387/2016 veröffentlicht im Amtsblatt FEK 85 A vom 12.5.2016) für Sie zusammengefasst: 

Unternehmenssteuer:

Der Körperschaftssteuersatz beträgt 29 Prozent. Ausgeschüttete Gewinne werden mit 15 Prozent versteuert. Für Personenunternehmen, freiberuflich Tätige und Landwirtschaftstätige gelten die neuen Einkommensteuersätze für natürliche Personen, wobei für die ersten beiden Kategorien kein Steuernachlass vorgesehen ist.

Konsumsteuer: Umsatzsteuer:

24 Prozent (Normalsteuersatz) 

Ermäßigte Steuersätze:

  • 13 % (gilt für Übernachtungskosten, für die meisten frischen und unverpackten Lebensmittel, Milch und Molkereierzeugnisse, Babynahrung, Olivenöl, Strom und Gas)
  • 6 % (Medikamente, Impfstoffe, Bücher, Zeitungen, Zeitschriften und Theaterkarten)

Ausnahmen

Für die Inseln: Lesvos, Chios, Samos, Kos und Leros gelten bis 30.6.2019 folgende um 30%-verminderte Mwst.-Sätze:

Steuersatz normal: 17%

Steuersatz ermäßigt: 9% und 4%

Diverse Verbrauchssteuern und Sonderabgaben bestehen unter anderem auf Benzin, Heizöl, Tabak, Spirituosen, Kaffee, Hotelübernachtungen, Pay-TV, Mobiltelefonie und Breitband-Internetverbindungen. 

Einkommenssteuer:

  • bis 20.000 Euro: 22%
  • bis 30.000 Euro: 29%
  • bis 40.000 Euro: 37%
  • ab 40.001 Euro: 45%

Für Einkommen bis 20.000 Euro gilt ein Steuererlass in Höhe von:

  • 1.900 Euro – keine Kinder
  • 1.950 Euro – 1 Kind
  • 2.000 Euro – 2 Kinder
  • 2.100 Euro – 3 Kinder

Für Einkommen über 20.000 Euro wird der Steuererlass um je zehn Euro pro 1.000 Euro zusätzlichen Einkommens reduziert. 

Für Einkommen ab 12.001 Euro fällt zusätzlich Solidaritätssteuer an:

  • 12.001 bis 20.000: 2,2%
  • 20.001 bis 30.000: 5%
  • 30.001 bis 40.000: 6,5%
  • 40.001 bis 65.000: 7,5%
  • 65.000 bis 220.000: 9%
  • über 220.000: 10%

Immobiliensteuer:

Von 0,0037 Euro bis zu 11,25 Euro pro Quadratmeter zuzüglich 0,1 bis 0,9% auf Gesamtwert ab 200.000,01 Euro. 

Einnahmen aus Immobilien:

  • 0 bis 12.000: 15%
  • 12.001 bis 35.000: 35%
  • ab 35.001: 45%

Lohnnebenkosten:

  • Sozialversicherungsbeiträge (monatlich) 41,06 %
  • 16,0 % die Arbeitskraft
  • 25,06 % das Unternehmen

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Arbeitskräfteentsendung und Montagearbeiten 

Die Entsendung von Arbeitskräften nach Griechenland wird durch das Präsidialdekret 219/2000 geregelt, welches die Richtlinie 96/71/EG über die Entsendung von Arbeitskräften im Rahmen der Erbringung von Dienstleistungen ins griechische Recht umsetzt.

Für Montagearbeiten mit einer Dauer über drei Monate ist eine Aufenthaltsgenehmigung für EU-Staatsangehörige zu beantragen. Betreffend Sozialversicherung gelten die EU Verordnungen 883/2004 und 987/2009. Diese Verordnungen besagen unter anderem, dass Arbeitskräfte aus EU-Staaten, die zur vorübergehenden Dienstleistung in einen anderen Mitgliedsstaat entsendet werden, im Entsendestaat sozialversichert bleiben, sofern die Entsendung nicht länger als zwölf Monate dauert und nicht der Ersatz einer Person vorgesehen ist, die bereits einen 24-monatigen Einsatz beendet hat. Eine darüberhinausgehende Verlängerung ist lediglich im Rahmen einer Ausnahmevereinbarung, welche in Österreich beim Bundesministerium für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz einzubringen ist, möglich. Der Nachweis einer bestehenden Sozialversicherung wird durch eine Bestätigung der österreichischen Gebietskrankenkasse (EU-Formular A1) erbracht. Um die Sachleistungen des staatlichen Gesundheitswesens in Griechenland in Anspruch nehmen zu können, ist die e-card vorzuweisen. 

Vorsicht beim Reverse Charge Verfahren: Grundstücksbezogene Leistungen sowie Turnkey Dienstleistungen unterliegen nicht dem Reverse Charge Verfahren. Das heißt, dass in Österreich ansässige österreichische Unternehmen sich umsatzsteuerlich anmelden müssen und eine Fiskalvertretung bestellen müssen. Zu beachten ist, dass die innergemeinschaftliche Warenlieferung und die anschließende Dienstleistung getrennt fakturiert werden müssen, da sonst auch für die Warenlieferung die griechische Umsatzsteuer abzuführen ist. 

Das AußenwirtschaftsCenter Athen steht für weitere Informationen gerne zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Bonitätsauskünfte und Forderungseintreibung 

Die Grundlagen für eine wirksame Absicherung von Eigentum und Forderungen in Griechenland sollten bereits vor, beziehungsweise während des Vertragsabschlusses geschaffen werden. Geschäfts- und Bonitätsauskünfte sind bei neuen Geschäftsbeziehungen, Vertretungsbestellungen, etc. dringend zu empfehlen. Das AußenwirtschaftsCenter Athen kann vertrauliche Auskünfte zum Preis von derzeit 79 Euro pro Normalauskunft (dauert rund zwei Wochen) bzw. zum Preis von derzeit 135 Euro pro Expressauskunft (dauert circa fünf bis sechs Arbeitstage) besorgen. 

Griechische Inkassobüros haben kein Recht, geschuldete Geldbeträge einzuheben, dazu sind in Griechenland nur Anwaltskanzleien berechtigt. Bei einer Forderungseintreibung empfiehlt sich nach direkter Mahnung der schuldenden Person per Einschreiben bzw. Einschaltung der Vertretungsfirma die Verständigung des AußenwirtschaftsCenters Athen zwecks Intervention, Aufklärung von Missverständnissen etc. Falls keine einvernehmliche Lösung möglich ist, kann das AußenwirtschaftsCenter Athen Anwaltskanzleien empfehlen. 

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Binnenmarkt 

Der Warenverkehr innerhalb des EU-Binnenmarktes ist grundsätzlich frei. Im innergemeinschaftlichen Handel gibt es daher nur sehr wenige Einschränkungen (beispielsweise für Abfälle, Chemikalien, Kulturgüter, Dual-Use und Militärgüter oder bestimmte pflanzenschutzrechtliche Bestimmungen).

Aus steuerlicher Sicht sind bei der Abwicklung von Handelsgeschäften innerhalb der EU die Bestimmungen zur Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) sowie für verbrauchsteuerpflichtige Produkte (beispielsweise Alkohol, Bier, Wein, Schaumwein, Tabak, Mineralöl) die Verbrauchsteuerregelungen zu beachten.

Doppelbesteuerungsabkommen – Österreich hat mit zahlreichen Staaten Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen. Diese regeln, welchem Staat das Besteuerungsrecht gegenüber einem Unternehmen zukommt, womit eine doppelte Besteuerung bei grenzüberschreitenden Aktivitäten verhindert wird.

Das Bundesministerium für Finanzen stellt weitere wichtige Informationen sowie eine Liste aller österreichischen Doppelbesteuerungsabkommen zur Verfügung.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Griechenland problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Athen anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Griechenland.

Das AußenwirtschaftsCenter Athen berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Griechenland haben.