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Recht und Steuern in Polen

Das AußenwirtschaftsCenter Warschau weiß über lokale Rechts- und Steuerfragen Bescheid und berät Sie gerne

Allgemeine Informationen 

Andere Länder, andere Sitten: Die Rechts- und Steuersysteme unserer Handelspartner weichen oft sehr stark von dem ab, was uns aus Österreich bekannt ist. Bei Export, Import und Firmengründung müssen lokale Gesetze aber jedenfalls beachtet werden. Damit Sie nicht in teure Verfahren verwickelt werden, gilt: Besser vorher abklären, was die Spielregeln sind. 

Unsere AußenwirtschaftsCenter haben ein breites Fachwissen und Erfahrung bei lokalen Rechts- und Steuerfragen, die Sie Ihnen für eine juristische und steuerliche Erstberatung gerne zur Verfügung stellen. Sollte Ihre Anfrage einer rechtsanwaltlichen Expertise bedürfen, haben wir ein großes Netzwerk an deutsch- und landessprachigen Rechtsanwältinnen und Rechtsanwälten. 

Das AußenwirtschaftsCenter Warschau hilft Ihnen in Rechts- und Steuerfragen in Polen weiter. Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.  

Arbeitskräfteentsendung nach Polen 

Entsendemeldung: Seit Juni 2016 besteht im Falle einer Entsendung die Pflicht, Entsendemeldungen für entsandte Arbeitskräfte im Sinne der EU-Richtlinie 2014/67/EU an die polnische Arbeitsinspektion zu erstatten. Die Erstattung der Meldung kann entweder auf elektronischem oder postalischem Weg erfolgen. Für das Versenden der Meldung auf elektronischem Weg ist die Erlangung einer elektronischen Signatur notwendig, die auf einem qualifizierten Zertifikat beruht.  

Steuerrecht/Einkommensteuer: Aus Sicht der Lohnsteuer gilt nach dem Doppelbesteuerungsabkommen Österreich-Polen die 183 Tage-Regel, das heißt jener Staat hat das Besteuerungsrecht, in dem sich die Arbeitskraft innerhalb eines Steuerjahres (Kalenderjahr) länger aufhält. Österreichische Staatsangehörige, die in Polen Einkünfte aus unselbständiger Arbeit erwirtschaften, sind in Österreich steuerpflichtig, wenn

  • die österreichische empfangende Person sich in Polen insgesamt nicht länger als 183 Tage während des betreffenden Steuerjahres aufhält und
  • die Vergütungen von einem Unternehmen oder für ein Unternehmen gezahlt werden, das in Österreich ansässig ist, und
  • die Vergütungen nicht von einer Betriebstätte oder einer festen Einrichtung getragen werden, die das Unternehmen in Polen hat.  

Aufenthaltsregistrierung: EU-Staatsangehörige, die sich länger als drei Monate in Polen aufhalten, sind verpflichtet, den Aufenthalt im Aufenthaltsregister für EU-Staatsangehörige registrieren zu lassen. Sie müssen nachweisen, dass die Voraussetzungen für den Aufenthalt von länger als drei Monaten vorliegen.  

Sozialversicherungsrecht und das Formular A1: Österreichische Staatsangehörige, die in Österreich aufgrund eines Arbeitsvertrages angestellt sind und Leistungen in Polen im Rahmen einer Entsendung durchführen, unterliegen grundsätzlich der Sozialversicherungspflicht in Österreich. Als Nachweis dafür gilt das in Österreich bestätigte Formular A1, das auf einen Zeitraum von maximal 24 Monaten ausgestellt wird. 

Das AußenwirtschaftsCenter Warschau steht für weitere Informationen gerne zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.  

Quellensteuer in Polen 

Der polnische Staat hat das Recht, 20% von einem ins Ausland gezahlten Entgelt für erbrachte Leistungen einzubehalten. Dieser Quellensteuersatz gilt allerdings nur dann, wenn das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen den betroffenen Ländern (Polen und Österreich) keine günstigere Lösung (Steuerminderung oder Steuerbefreiung in Polen) vorsieht. Um jedoch die Steuerminderung bzw. -befreiung anwenden zu können, muss durch die ausländische zahlungsempfangende Person eine Ansässigkeitsbestätigung (Certificate of Residence) vorgelegt werden. Unter Ansässigkeitsbescheinigung ist eine schriftliche Bescheinigung über den steuerlichen Wohnsitz der steuerpflichtigen Person zu verstehen, die von der für sie zuständige Steuerbehörde ausgestellt wird. 

Das AußenwirtschaftsCenter Warschau steht für weitere Informationen gerne zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.  

Direktverkauf in Polen 

Bei Direktverkäufen an die Kundschaft ist das Gesetz vom 30. Mai 2014 über Konsumentenrechte, welches die Beschlüsse der EU-Richtlinie 2011/83/EU implementiert, zu beachten. Durch dieses Gesetz wird Verkaufsbetrieben, welche Produkte außerhalb von Geschäftsräumen verkaufen, einige Informationspflichten auferlegt. Gemäß den Regelungen ist der Betrieb u. a. verpflichtet, die Kundschaft über das Recht auf Vertragsrücktritt zu informieren. Die Kundschaft kann ohne Angabe von Gründen innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt der Ware bzw. nach Vertragsabschluss schriftlich vom Vertrag zurücktreten. 

Es ist wichtig zu wissen, dass Anrufe zu Werbezwecken ohne vorherige Einwilligung der Kundschaft verboten sind. Dieses Verbot ist durch das polnische Telekommunikationsgesetz vom 16. Juli 2004 geregelt. Polnische Telemarketingfirmen, die Mitglieder der Vereinigung für Direktmarketing sind, haben die Verpflichtung, die polnische Robinson-Liste (Schutzliste mit Kontaktdaten von Privatpersonen) sowie den Ethik-Kodex der Vereinigung zu beachten.  

Falls es sich im Falle eines Direktvertriebs um einen Versandverkauf nach Polen handelt, so besteht für den Verkaufsbetrieb nach Überschreitung eines Umsatzes von 160.000 Polnischen Zloty netto jährlich die Registrierung zur polnischen Umsatzsteuer. 

Das AußenwirtschaftsCenter Warschau steht für weitere Informationen gerne zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.  

Binnenmarkt 

Der Warenverkehr innerhalb des EU-Binnenmarktes ist grundsätzlich frei. Im innergemeinschaftlichen Handel gibt es daher nur sehr wenige Einschränkungen (beispielsweise für Abfälle, Chemikalien, Kulturgüter, Dual-Use und Militärgüter oder bestimmte pflanzenschutzrechtliche Bestimmungen).  

Aus steuerlicher Sicht sind bei der Abwicklung von Handelsgeschäften innerhalb der EU die Bestimmungen zur Umsatzsteuer (Mehrwertsteuer) sowie für verbrauchsteuerpflichtige Produkte (beispielsweise Alkohol, Bier, Wein, Schaumwein, Tabak, Mineralöl) die Verbrauchsteuerregelungen zu beachten.  

Doppelbesteuerungsabkommen – Österreich hat mit zahlreichen Staaten Doppelbesteuerungsabkommen abgeschlossen. Diese regeln, welchem Staat das Besteuerungsrecht gegenüber einem Unternehmen zukommt, womit eine doppelte Besteuerung bei grenzüberschreitenden Aktivitäten verhindert wird.  

Das Bundesministerium für Finanzen stellt weitere wichtige Informationen sowie eine Liste aller österreichischen Doppelbesteuerungsabkommen zur Verfügung.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Polen problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Warschau anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Polen

Das AußenwirtschaftsCenter Warschau berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Polen haben.