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An offer sounds too good to be true? Then it probably is

Betrugsverdacht angezeigt: Große Vorsicht bei „unerwarteten“ Aufträgen aus Großbritannien

Kunden finden und Aufträge akquirieren ist mühsam und langwierig. Da freut man sich besonders, wenn dann doch einmal der teure Marketing-Auftritt im Web „funktioniert“ und das Angebot einfach gefunden wird. Dass der neue und bisher unbekannte britische Kunde – der einer ersten Prüfung durchaus standhält - gleich einen größeren Auftrag platzieren will und ein erstes Angebot ohne Preisverhandlung akzeptiert gehört dann mit zum unerwarteten Glück. 

Leider ist in diesem Stadium der Geschäftsanbahnung die Wahrscheinlichkeit, dass Sie es mit einem Betrüger zu tun haben bereits höher als 99%.

Kriminelle nutzen die hohe Transparenz und leichte Zugänglichkeit des britischen Firmenregisters (https://beta.companieshouse.gov.uk/) häufig für Betrugsversuche.

Die Betrüger stehlen dazu meistens die Identität eines existierenden Unternehmens. Beliebt sind dabei folgende „Spielarten“:

  • Gekapert wird die Identität einer großen, bekannten und zweifelsfrei zahlungskräftigen Supermarkt- oder Kaufhauskette wie Tesco, John Lewis oder Sainsbury und oft auch die über LinkedIn und andere Quellen auffindbaren Namen von wirklichen Einkäufern dieser Unternehmen. Diese „agieren“ mit eigens angekauften und irreführend ähnlichen Email URL/Domain-Namen(…@johnlewis-purchasing.com statt …@johnlewis.com)
     
  • Häufig „benützen“ die Betrüger den Firmenmantel einer der zig-tausenden durchaus legitimen britischen Immobilien-Besitzgesellschaften (und die Namen der  im Firmenbuch aufscheinenden „Directors“) und statten diese „schlafenden Vehikeln“ mit auf den Firmennamen lautenden Domain-Namen und dazu passenden Email-Adressen und „Scheinwebseiten“. Auf diesen Webseiten wird  meistens mehr schlecht als recht (oft mit generischen Fotos und sehr allgemein gehaltenen Texten) oft aber auch sehr professionell Geschäftstätigkeit vor getäuscht.

  • Da die Gründung einer britischen Limited (GesmbH) sehr einfach und billig und auch keine Stammeinlage notwendig ist werden manchmal auch Firmen ausschließlich für die Anbahnung von Betrugsgeschäften gegründet.

Allen 3 Methoden ist gemeinsam, dass die „Firma“ eine Prüfung auf ordnungsgemäße Eintragung im Handelsregister (und bei gekaperten Großunternehmen natürlich auch eine Bonitätsprüfung) problemlos besteht.

Die weiteren Vorgangsweisen zum Erschwindeln von Warenlieferungen oder Provisionszahlungen sind vielfältig und häufig sehr komplex und aufwendig. Die Betrüger können dabei durchaus kompetent und vertrauenswürdig erscheinen.

Bei einzelnen oder mehreren der nachstehenden „Indizien“ sollten allerdings bei sorgfältigen Kaufleuten die Warnglocken für betrügerische Machenschaften läuten:

  • die Anfrage kommt von einem Unternehmen zu dem keine Vorkontakte bestehen
  • die angefragte Menge ist für einen Erstauftrag unüblich groß
  • die Anfrage-Text ist auf Deutsch oder in fehlerhaftem oder übertrieben höflichem Englisch verfasst
  • ein Angebot wird ohne Nachverhandlungen zu Preisen und Konditionen akzeptiert
  • der Kunde verlangt ein persönliches Treffen zu einem vorgegebenen Termin in einem Drittland (Mailand, Prag ...)
  • der Kunde der vorher als Käufer auftrat „mutiert“ plötzlich zu einem Vertreter, dem eine Kommission oder Gebühren, Steuern oder Spesen zu zahlen sind
  • im Zuge der Verhandlungen wird Zeitdruck aufgebaut
  • das angebahnte Geschäft hat nichts mit der im Firmenbuch (https://beta.companieshouse.gov.uk/) eingetragenen Geschäftstätigkeit (nature of business) der britischen Firma zu tun
  • der Web-Auftritt (hier feststellbar: https://www.scamadviser.com/)  der britischen Firma ist verhältnismäßig neu und korreliert nicht mit dem Gründungsdatum des Unternehmens
  • der Kunde kommuniziert mit einer Emailadresse eines Gratis-Providers (Yahoo, Gmail, Hotmail …)
  • der Kunde kommuniziert mit einer Emailadresse die vom Domain-Namen des Unternehmens abweicht (das kommt in der Wirklichkeit nie vor)
  • der Kunde kommuniziert ausschließlich mit einer Mobiltelefonnummer, die im VK immer mit 7 beginnt (+44 7 …).  Achtung: dabei handelt es sich fast immer um Wegwerftelefone
  • die Lieferadresse und Firmenadresse stimmen nicht überein
  • die Lieferadresse wird wiederholt oder im letzen Augenblick geändert
  • der Kunde will Direktkontakt (Mobilnummer) zum Frachtführer
  • die Prüfung der Firmenadresse oder Lieferadresse über Google Streetview oder Google Earth führt zu überraschenden oder obskuren Ergebnissen, die mit dem gesunden Menschverstand nicht in Einklang stehen.

Wenn sie Verdacht schöpfen wenden Sie sich an uns. Wir helfen Ihnen gerne bei der Prüfung und Beurteilung der Sachlage. Dazu brauchen wir Kopien des schriftlichen Dialogverkehrs

Ist bereit ein Schaden eingetreten empfehlen wir eine Anzeige auf Betrugsverdacht bei der nächstgelegen österreichischen Polizeidienststelle und eine Meldung an Großbritanniens Meldestelle für Betrugsfälle: https://www.actionfraud.police.uk/german