Ägypten: Fokus auf Lokalisierung im ägyptischen Eisenbahnsektor
Übersicht zu aktuellen Projekten im Schienenverkehrssektor
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Die Lokalisierung der ägyptischen Eisenbahnindustrie gewinnt an Fahrt: Die ägyptische Eisenbahnbehörde (ENR) und die National Egyptian Railway Industries Company (NERIC) haben im Beisein hochrangiger Vertreter, u.a. von Transportminister Gen. Ltd. Kamel Al Wazir, zwei strategische Vereinbarungen unterzeichnet, die einen wichtigen Schritt in der Weiterentwicklung des nationalen Eisenbahnsektors setzen. Weiters wurde die Produktionsstätte von NERIC in East Port Said kurz darauf auch offiziell von Präsident Abdel Fattah Al-Sisi eröffnet.
Die erste Vereinbarung sieht die Herstellung und Lieferung von 500 klimatisierten Personenwagen mit einem Investitionsvolumen von rund 700 Millionen US-Dollar vor. Ziel ist es, die Modernisierung voranzutreiben und die Servicequalität im Personenverkehr deutlich zu verbessern. Die zweite Vereinbarung umfasst die Gründung eines spezialisierten Unternehmens für den Betrieb der Werkstätten in Kom Abu Radi. Ziel ist es, dass die Wartungskapazitäten verbessert werden, um die Fahrzeuge langfristig einsatzbereit zu halten sowie künftig auch die Instandhaltung nach internationalen Standards sicherzustellen. NERIC-Geschäftsführer Ahmed El Mofty betonte, dass diese Schritte einen Meilenstein für die Lokalisierung der Schienenfahrzeugproduktion in Ägypten darstellen. Sie unterstreichen die strategische Bedeutung des Ausbaus lokaler Industriekapazitäten und tragen wesentlich zur nachhaltigen Weiterentwicklung des ägyptischen Verkehrssektors bei.
Gleichzeitig wächst die Metro in Kairo weiter: Mit der neuen Linie 4 erweitert Ägypten sein wichtigstes Nahverkehrssystem um eine zentrale Ost-West-Verbindung. Das Großprojekt soll ab 2028 Millionen Fahrgäste entlasten und die urbane Mobilität verbessern.
Die Cairo Metro bildet seit ihrer Inbetriebnahme im Jahr 1987 das Rückgrat des öffentlichen Nahverkehrs in der ägyptischen Hauptstadt und war die erste U-Bahn in Afrika sowie auch im Nahen Osten. Heute umfasst das Netz drei Linien, die täglich mehrere Millionen Fahrgäste befördern und zentrale Stadtteile Kairos miteinander verbinden.
Mit der im Bau befindlichen Metro-Linie 4 wird dieses Netz nun gezielt erweitert. Die erste Bauphase umfasst rund 19 Kilometer mit 17 Stationen und soll bis 2028 in Betrieb gehen, während das Gesamtprojekt auf etwa 42 Kilometer und bis zu 39 Stationen ausgelegt wird. Die neue Linie wird die Stadtteile „6th of October City“ über „Giza“ mit Umsteigepunkten zu den bestehenden Linien verknüpfen und bis in den Osten Kairos verlängern.
Mit einer geplanten Kapazität von bis zu zwei Millionen Fahrgästen täglich soll die Linie 4 stark belastete Verkehrsachsen entlasten, bedeutende Standorte wie die Pyramiden und das Grand Egyptian Museum (GEM) anbinden und einen zentralen Beitrag zur nachhaltigen Weiterentwicklung der urbanen Mobilität in der Metropolregion leisten. Hervorzuhaben ist, dass der Tunnel der Linie 4 direkt unter dem Grand Egyptian Museum verläuft – nur 6,25m unter dem Museum. Ein Beispiel dafür, wie sich die Ingenieurskunst in Ägypten in den vergangenen Jahren entwickelt hat.
Für weiterführende Informationen zum Schienenverkehrsektor in Ägypten senden wir Ihnen gerne auch unseren go-international Branchenreport „Railway Egypt“ zu, den Sie gerne einfach unter kairo@wko.at anfordern können.
Für weiterführende Fragen können Sie uns gerne unter kairo@wko.at oder +20 2 2736 1150 kontaktieren.