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Rückenansicht eines wegfliegenden Flugzeugs
© Tomasz Warszewski | stock.adobe.com

Bishoftu International Airport

Äthiopiens neues Mega‑Drehkreuz im Aufbau

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NPI Großprojekte
31.03.2026

Mit dem Bau des Bishoftu International Airport (BIA) setzt Äthiopien einen strategischen Meilenstein in der Modernisierung seiner Verkehrsinfrastruktur. Das Großprojekt, dessen offizieller Spatenstich im Januar 2026 erfolgte, ist als zukünftiges kontinentales Luftfahrtzentrum konzipiert und zählt zu den ambitioniertesten Infrastrukturvorhaben Afrikas. Das Investitionsvolumen der ersten Projektphase liegt bei rund 12,5 Mrd. USD, die Inbetriebnahme ist für 2030 vorgesehen.

Der neue Bishoftu International Airport entsteht rund 40 km südöstlich von Addis Abeba und soll langfristig die Kapazitätsengpässe des bestehenden Bole International Airport entschärfen, der 2025 bereits 22 Millionen Passagiere abfertigte, und somit nah an der Auslastungsgrenze von 25 Millionen Passagieren pro Jahr operiert.

Mit einer geplanten Endkapazität von über 100 Millionen Passagieren jährlich soll Bishoftu zum größten Flughafen Afrikas werden und Äthiopiens Rolle als globalen Knotenpunkt zwischen Europa, Asien und Afrika stärken.

Das Projekt folgt einem stufenweisen Entwicklungsansatz. 
Bereits in der ersten Projektphase 2026 - 2030 entstehen:

  • Zwei parallele Start- und Landebahnen
  • ein Terminal für rund 60 Millionen Passagiere pro Jahr
  • ausgedehnte Flugzeugabstellflächen sowie
  • umfangreiche Cargo , Wartungs- und Logistikeinrichtungen.

Im Endausbau sieht das Konzept vier bis fünf parallele Pisten, ein Airport City Modell inklusive Hotels, MRO Zentren, Geschäftsinfrastruktur und Logistikparks vor. Die Gestaltung stammt vom renommierten Büro Zaha Hadid Architects.

Die Finanzierung des Bishoftu International Airport soll über ein mehrschichtiges Modell unter Mitwirkung internationaler Finanzinstitutionen erfolgen.

Die African Development Bank (AfDB) spielt eine zentrale Rolle als Lead Arranger, flankiert von weiteren Partnern aus Europa, Asien, dem Nahen Osten und den USA.

Aktuell intensiviert insbesondere Italien seine Gespräche zur finanziellen Unterstützung des Projekts. Diese Verhandlungen stärken die Wahrnehmung Äthiopiens als verlässlichen Investitionsstandort und könnten weitere internationale Banken und Exportkreditagenturen aktivieren. Eine endgültige Finanzierungszusage steht allerdings noch aus.

Parallel dazu haben über 35 internationale Bauunternehmen ihr Interesse an Bauaufträgen bekundet; die Ausschreibungsprozesse für die Hauptbaupakete laufen. Die Auswahl der finalen Auftragnehmer wird bis August 2026 erwartet.

Mit seiner enormen Kapazität und dem integrierten Infrastrukturkonzept ist Bishoftu International Airport ein Schlüsselprojekt für die wirtschaftliche Transformation des Landes. 

Gleichzeitig stärkt das Projekt die regionale Integration – insbesondere im Hinblick auf die African Continental Free Trade Area (AfCFTA) – und positioniert Äthiopien als verlässlichen Transit- und Investitionsstandort.

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