Chile präsentiert nationale Strategie für 14 kritische Mineralien
Fünf strategische Säulen sollen Wettbewerbsfähigkeit, nachhaltige Produktion und den Ausbau internationaler Wertschöpfungsketten stärken
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ChileChile hat seine Nationale Strategie für kritische Mineralien (EMC) vorgestellt – ein politisch wie wirtschaftlich bedeutender Schritt, um das Land besser auf die weltweit steigende Nachfrage nach Rohstoffen für die Energiewende vorzubereiten. Die Regierung sieht darin eine strategische Zukunftschance, die sowohl das bestehende Bergbauprofil stärkt als auch neue Segmente erschließt.
Die von Präsident Gabriel Boric und der Ministerin für Bergbau, Aurora Williams, präsentierte Strategie basiert auf einem umfassenden partizipativen Prozess, der unter anderem einen hochrangigen Beratungsausschuss, ein technisches Komitee mit mehr als 120 Expert*innen, regionale Workshops sowie eine nationale Bürgerkonsultation umfasste. Ziel war es, technologische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Perspektiven in einem gemeinsamen Rahmen zu integrieren.
Die Regierung betont, dass Chile aufgrund seines hohen geologischen Potenzials, der langen Bergbautradition und des spezialisierten Humankapitals in einer besonders guten Ausgangsposition steht, um eine verantwortungsvolle und wettbewerbsfähige Rolle in globalen Lieferketten für saubere Technologien einzunehmen.
Insgesamt wurden 14 mineralische Rohstoffe identifiziert, bei denen Chile beträchtliches Entwicklungspotenzial sieht, darunter Kupfer, Lithium, Molydän, Renium, Kobalt, seltene Erden, Gold, Jod, Bor, Antimon, Selen, Tellur, Eisen und Silber. Die Strategie sieht vor, sowohl die Produktion bestehender Exportminerale zu konsolidieren als auch neue Wertschöpfungsmöglichkeiten in Zukunftssegmenten wie Elektromobilität und erneuerbaren Energien zu erschließen.
Ein zentrales Element ist die Schaffung klarer verfahrensrechtlicher Rahmenbedingungen und die Verbesserung der geologischen Informationsbasis. Darüber hinaus sollen Umweltauflagen präzisiert, die Zusammenarbeit mit regionalen Gemeinschaften vertieft und Qualifikationsprogramme ausgebaut werden, um den steigenden Fachkräftebedarf im Bereich kritischer Mineralien abzudecken.
Die EMC definiert fünf strategische Säulen für eine koordinierte öffentliche und private Umsetzung:
- Produktion und Diversifizierung: Stärkung traditioneller Rohstoffe und Förderung neuer Abbau- und Verarbeitungszweige.
- Verantwortungsvolle und nachhaltige Bergbauprozesse: Fokus auf Umweltstandards, Wasser- und Energieeffizienz sowie soziale Akzeptanz.
- Entwicklung von Wertschöpfungsketten: Ausbau industrieller Verarbeitung und Förderung technologischer Innovationen im Land.
- Internationale Positionierung und Rohstoffdiplomatie: Stärkung Chiles als verlässlicher Partner in globalen Lieferketten.
- Kapazitäten und Grundlagen: Verbesserung geologischer Daten, institutioneller Rahmenbedingungen und beruflicher Ausbildung.
Die Strategie soll das Land langfristig in die Lage versetzen, Investitionen verantwortungsvoll anzuziehen, die wirtschaftliche Diversifizierung voranzutreiben und zugleich ökologische wie gesellschaftliche Anforderungen konsequent einzubinden. Mit dem vorgelegten Fahrplan unterstreicht Chile seinen Anspruch, sich als verlässlicher und nachhaltiger Anbieter kritischer Rohstoffe in der internationalen Energiewende zu positionieren.
Stand: 05.02.2026