Global Business Barometer 2026: Nord- und Lateinamerika
Regionale Ergebnisse der Umfrage unter österreichischen Niederlassungen
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Nordamerika: Positive Erwartungen und Wachstumspotenzial
Die österreichischen Niederlassungen in den USA, Kanada und Mexiko starten mit vorsichtigem Optimismus ins Jahr 2026. Obwohl knapp zwei Drittel der österreichischen Niederlassungen die wirtschaftliche Entwicklung im Jahr 2025 rückblickend negativ bewerten, blickt die Mehrheit der Unternehmen zuversichtlich auf die kommenden zwölf Monate und rechnet mit einer stabilen oder besseren Wirtschaftslage. Rund 89 % der Niederlassungen erwarten steigende oder konstante Umsätze – ein klares Indiz für ein dynamisches Marktumfeld, das neue Geschäftschancen bietet. Auch die Auftragslage wird überwiegend positiv eingeschätzt, nur wenige Betriebe kalkulieren mit Rückgängen. Bei der Kapazitätsauslastung gehen etwa die Hälfte der Standorte von gleichbleibenden Werten aus, ein Drittel prognostiziert sogar eine Steigerung.
Das Beschäftigungsniveau bleibt ebenfalls stabil: Die Mehrheit der Niederlassungen plant, am aktuellen Personalstand festzuhalten, ein Viertel der Befragten stellt neue Arbeitsplätze in Aussicht. 79 % der Niederlassungen in der Region wollen ihre Investitionen aufrechterhalten oder erhöhen. Insgesamt bestätigt sich Nordamerika somit als wichtiger Investitionsstandort und Absatzmarkt, in dem österreichische Unternehmen mit Zuversicht in die Zukunft blicken.
USA: Zwischen Reformdynamik und Unsicherheit
Für österreichische Unternehmen bleiben die USA ein bedeutender Exportmarkt mit Chancen und Risiken. Obwohl sich die ursprünglich sehr positiven Erwartungen für 2025 nicht realisiert haben (67 % der Unternehmen nahmen eine Verschlechterung der Wirtschaftslage wahr), rechnen die meisten Niederlassungen nicht mit weiteren Einbrüchen. Gut ein Viertel geht 2026 von einer besseren Wirtschaftslage aus. Während die Unternehmenskennzahlen in Nordamerika insgesamt auf eine solide Entwicklung mit Wachstumsperspektiven hindeuten, sorgen die politischen und regulatorischen Rahmenbedingungen in den USA für erhebliche Unsicherheiten.
Besonders die politische Stabilität (85 %) und die Berechenbarkeit der Wirtschaftspolitik (82 %) werden von einer überwältigenden Mehrheit als negativ bewertet. Auch Steuern, Abgaben und Zölle schneiden angesichts der aktuellen handelspolitischen Entwicklungen schlecht ab.
Die Bürokratie scheint am US-amerikanischen Markt jedoch kein großes Hindernis zu sein: Dieser Faktor wird von der Mehrheit (56 %) als eher gut bis sehr gut bewertet. Für österreichische Unternehmen bedeutet dies: Die USA bleiben ein großer Markt mit soliden Wachstumsaussichten, bei Investitionen und langfristigen Planungen sollten die erhöhten politischen Risiken aber besonders im Blick behalten werden.
Lateinamerika: Stabile Aussichten und verhaltene Dynamik
In Lateinamerika zeigt sich auch 2026 ein vertrautes Bild: Drei Viertel der Unternehmen rechnen mit einer gleichbleibenden oder verbesserten Wirtschaftslage, größere Veränderungen im allgemeinen Klima wurden von der Mehrheit zum Umfragezeitpunkt nicht erwartet. Die Prognosen für die Unternehmenskennzahlen stimmen positiv: Mehr als die Hälfte der Befragten erwartet steigende Umsätze und ein Plus bei den Aufträgen. Rund ein Drittel plant, ihre Investitionen auszubauen, während die Beschäftigtenzahl überwiegend konstant bleiben soll.
Die geopolitischen Herausforderungen werden in Lateinamerika anders eingeschätzt als im weltweiten Vergleich. Das größte Risiko sehen österreichische Niederlassungen in der Region im Protektionismus, gefolgt vom verstärkten Einsatz von Wirtschaftssanktionen und dem Systemwettbewerb der Weltmächte. Die Hauptsorgen betreffen somit vor allem den internationalen Handel und die Stabilität der Wertschöpfungsketten. Sicherheitspolitische Risiken spielten zum Zeitpunkt der Umfrage im Herbst 2025 eine geringere Rolle als im weltweiten Vergleich.
Insgesamt bleibt Lateinamerika auch 2026 eine Region mit stabilen Erwartungen, zeigt jedoch eine besondere Sensibilität gegenüber globalen handelspolitischen Veränderungen.