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Nahaufnahme eines Mikroskops mit einer Petrischale. Am Mikroskop sitzt eine Person mit Mundschutz, weißem Kittel, Schutzbrille und Handschuhen
© NanSan | stock.adobe.com

Japan feiert doppelt: Shimon Sakaguchi und Susumu Kitagawa mit Nobelpreisen ausgezeichnet

Sakaguchi für bahnbrechende Forschung zur peripheren Immuntoleranz (Medizin), Kitagawa für die Entwicklung metall organischer Gerüstverbindungen (Chemie) 

Lesedauer: 1 Minute

Japan Chemie/Kunststoffe Life Science & Pharma
22.10.2025

Bei der diesjährigen Verleihung der Nobelpreise schreibt Japan erneut Wissenschaftsgeschichte: 

Der Immunologe Shimon Sakaguchi, Professor am Immunology Frontier Research Center in Osaka, wird gemeinsam mit der US-amerikanischen Biologin Mary Brunkow und dem Immunologen Fred Ramsdell mit dem Nobelpreis für Medizin ausgezeichnet. Das Trio erhält die Auszeichnung für seine Arbeiten zur Entdeckung und Erforschung regulatorischer T-Zellen. Diese speziellen Immunzellen spielen eine zentrale Rolle dabei, eine übermäßige oder fehlgeleitete Immunreaktion zu verhindern – insbesondere gegen körpereigene Zellen. Sakaguchi konnte bereits in den 1990er-Jahren zeigen, dass ein Defekt in diesen Zellen Autoimmunerkrankungen auslösen kann. Brunkow und Ramsdell identifizierten später das entscheidende Gen FOXP3, das die Entwicklung dieser Zellen steuert. Die Erkenntnisse bilden heute die Grundlage für neue Therapieansätze bei Autoimmunerkrankungen und Transplantationen.

Der Chemie-Nobelpreis wird an Susumu Kitagawa von der Universität Kyoto zusammen mit zwei weiteren Wissenschaftlern für die Entwicklung und Erforschung sogenannter metall-organischer Gerüstverbindungen (MOFs) verliehen. Diese hochporösen Materialien bestehen aus Metallionen und organischen Molekülen und verfügen über eine enorme innere Oberfläche. Sie werden unter anderem zur Gasspeicherung, Abtrennung von Schadstoffen oder in der Katalyse eingesetzt. Kitagawa war einer der ersten, der MOFs systematisch entwickelte und deren Anwendbarkeit in verschiedenen technologischen Bereichen aufzeigte.

Mit diesen beiden Auszeichnungen unterstreicht Japan seine Rolle als führende Wissenschaftsnation – und feiert einen doppelten Nobel-Triumph. 

Bei Fragen zum Inhalt des Artikels wenden Sie sich bitte direkt an Frau Christina Schösser (+81-3-34031777).

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