Zum Inhalt springen
Zwei Personen mit Helmen und Handschuhen stehen neben verschiedenen Rohren, die miteinander verbunden sind, unter freiem Himmel. Im Hintergrund sind größere Metallbehälter, mit Leitern, die an der Seite angebracht sind.
© zorandim75 | stock.adobe.com

Guyana überholt Kolumbien als Erdölproduzent

Produktionsboom und Herausforderungen für Kolumbiens neuen Präsidenten

Lesedauer: 1 Minute

Guyana Kolumbien Energiewirtschaft
14.08.2026

Laut einer aktuellen Analyse des kolumbianischen Wirtschaftsforschungsinstituts ANIF entwickeln sich die Erdölsektoren Guyanas und Kolumbiens zunehmend in gegensätzliche Richtungen. Während Guyana seit den großen Offshore-Funden im Stabroek-Block einen beispiellosen Produktionsboom erlebt, kämpft Kolumbien mit rückläufiger Förderung und sinkenden Investitionen.

Guyana produzierte im Jahr 2025 durchschnittlich rund 777.000 Barrel Rohöl pro Tag und hat sich damit innerhalb weniger Jahre zum drittgrößten Erdölproduzenten Südamerikas entwickelt. Die Förderkapazität soll bis 2030 auf bis zu 1,7 Millionen Barrel pro Tag steigen. Treiber dieser Entwicklung sind neue Funde, die rasche Inbetriebnahme neuer Förderfelder sowie vergleichsweise niedrige Förderkosten. 

Kolumbien verzeichnet hingegen einen gegenteiligen Trend. Die Rohölproduktion sank 2025 auf durchschnittlich 746.000 Barrel pro Tag. Gründe dafür sind unter anderem rückläufige Investitionen in Exploration und Förderung, die fehlende Vergabe neuer Explorationsverträge seit 2022 sowie die natürliche Erschöpfung bestehender Förderfelder. Zusätzlich belasteten Sicherheitsprobleme und operative Unterbrechungen die Produktion. 

ANIF erwartet, dass sich die Schere weiter öffnet: Für 2027 wird Guyanas Produktion auf rund 1,06 Millionen Barrel pro Tag geschätzt, während die kolumbianische Förderung auf etwa 717.000 Barrel pro Tag zurückgehen könnte. 

Trotz des Erfolgs stehen auch für Guyana Herausforderungen bevor. Internationale Organisationen warnen vor den Risiken einer sogenannten „Dutch Disease“, bei der hohe Rohstoffeinnahmen andere Wirtschaftssektoren verdrängen und die wirtschaftliche Diversifizierung erschweren können. Während Kolumbien vor der Aufgabe steht, Exploration und Reservenaufbau wieder anzukurbeln, muss Guyana die außergewöhnlichen Erdöleinnahmen nachhaltig managen und seine Wirtschaft breiter aufstellen.

Weitere interessante Artikel
  • Hydroelektrischer Staudamm bei einem Fluss, Topview

    17.06.2026

    Papua-Neuguinea: Andritz Hydro unterstützt Modernisierung der Energieinfrastruktur
    Weiterlesen
  • Grafik zu den Megatrends

    17.06.2026

    Finnlands Megatrends 2026: Vier Kräfte, die den Markt neu ordnen
    Weiterlesen
  • Aus der Erde wachsen drei kleine Pflanzen. Daneben sind das Symbol eines Windrads und einer leuchtenden Glühbirne. Darüber verläuft eine Statistikkurve, die tendenziell nach oben geht

    14.08.2026

    Südafrika: Eskom gründet Tochtergesellschaft für erneuerbare Energien
    Weiterlesen