Hut ab vor Handwerkskunst mit Stil
Der 15. Jänner rückt mit dem „Tag des Huts“ die Bedeutung dieses traditionellen Accessoires in den Fokus. Im Burgenland gibt es sie noch: Die Handwerkskunst der Hutmacherei. Alexandra Vidić aus Pama sorgt dafür, dass sie weiterlebt und auch in der modernen Modewelt einen festen Platz hat.
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Die Geschichte des Hutes reicht über Jahrtausende zurück: Schon im alten Ägypten und später im europäischen Mittelalter war der Hut weit mehr als ein modisches Detail – er war Statussymbol, Schutz und Ausdruck von Individualität. Im 19. und frühen 20. Jahrhundert prägten Hüte das Straßenbild und waren unverzichtbarer Bestandteil der Garderobe. Die Hutmacherei entwickelte sich zu einem eigenständigen Handwerk. Ein Handwerk, das auf Alexandra Vidić auch heute noch eine besondere Faszination ausübt.
Mode war schon immer die Welt der gebürtigen Slowakin. Nach ihrem Fashion-Design-Studium in Bratislava arbeitete sie unter anderem bei einem namhaften Designer in ihrer Heimat und knüpfte Kontakte in der Branche, die ihr bis heute beruflich zugutekommen. Die explizite Liebe zur Hutmacherei entdeckte sie vor rund fünf Jahren. Ursprünglich begann die dreifache Mutter mit dem Entwerfen von Hüten als Hobby, inspiriert durch einen Dresscode bei einer Hochzeit in Spanien: „Ich konnte einfach keinen passenden Hut für dieses Event finden. Also habe ich begonnen, nach Stoffen zu suchen und selbst einen kreiert.“ Die positive Resonanz führte dazu, dass sie sich diesbezüglich weiterbildete – unter anderem bei renommierten Kursen in Prag und London, darunter bei Judy Bentinck, die auch schon für die britische Königsfamilie Fascinators angefertigt hat.
Im Burgenland hat sich Alexandra Vidić mit ihrer Familie vor neun Jahren niedergelassen. Vor etwa einem Jahr meldete sie das Gewerbe der Hutmacherin an und fertigt nun in ihrem Atelier in Pama neben alltagstauglichen Herbst-/Winterfilzhüten und Sommerhüten vor allem auch Fashion-Fascinators „mit englischer Eleganz und französischer Ausgefeiltheit“ für Damen an. „Eine gute Hutmacherin braucht in erster Linie Stilgefühl. Mich fasziniert an Hüten, dass man damit eine Kleidung auf einen höheren Level bringen und eine Frau zur Lady machen kann“, schwärmt die 46-Jährige.
Besonders gefragt seien ihre Kreationen bei Polo-Veranstaltungen und Hochzeiten: „Der Trend geht hier eindeutig zum Hut und Fascinator. Hochzeitsgäste legen verstärkt Wert auf Eleganz und wollen, dass sich das etwa in den Fotos widerspiegelt.“
Für die Anfertigung eines aufwendigeren Huts oder Fascinators benötigt Alexandra Vidić durchschnittlich zwei bis drei Tage, für einfachere Modelle etwa einen Tag. Insgesamt hat sie bereits rund 200 Hüte hergestellt. Sie hat ihre Kreationen bereits bei Fashion-Shows unter anderem in der Slowakei, in Italien und Luxemburg vorgestellt. Über diese Länder hinaus umfasst ihr Kundenkreis mittlerweile auch Tschechien und Deutschland. Erklärtes Ziel der Unternehmerin: „Mein eigenes Label weiter im Ausland bekannt machen und eines Tages eine Boutique in Wien eröffnen.“
„Der Hut steht für Handwerkskunst und kulturelle Vielfalt. Alexandra Vidić ist der beste Beweis dafür, wie viel Leidenschaft und Kreativität in diesem Beruf steckt. Wir sind stolz, eine derart engagierte Unternehmerin in unseren Reihen zu haben, die das traditionelle Handwerk mit modernen Impulsen verbindet“, so KommR Mst.in Michaela Eckhardt, Landesinnungsmeisterin Mode und Bekleidungstechnik.
Hutmacherin Alexandra Vidić // Foto © zVg Vidić
KommR Mst.in Michaela Eckhardt, Landesinnungsmeisterin Mode und Bekleidungstechnik// Foto © WKB