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WK-Präsident Wirth mit Fußball
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Lehre: „Ausbildung braucht Fair Play!“

Zu Jahresbeginn erneuert WK-Präsident Wirth seine Forderung nach fairen Rahmenbedingungen in der Lehrlingsausbildung: Was im Profifußball seit Jahrzehnten selbstverständlich ist, muss auch in der Lehre gelten. Wer Lehrlinge ausbildet, darf nicht leer ausgehen, wenn diese nach Abschluss abgeworben werden. Wirth bringt es auf den Punkt: Was im Fußball gilt, muss auch für Lehrlinge gelten.

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Aktualisiert am 14.01.2026

„Die duale Ausbildung ist ein Kernthema unseres Wirtschaftsstandortes. Lehrlinge auszubilden, bedeutet Verantwortung, Zeit, persönliches Engagement und hohe finanzielle Investitionen. Es kann nicht sein, dass Betriebe diese Leistung erbringen und andere – oft öffentliche oder staatsnahe Arbeitgeber – die fertig ausgebildeten Fachkräfte einfach übernehmen“, so Wirth.

Lehrlingsausbildung ist kein Gratisangebot

Die Ausbildung eines Lehrlings ist ein langfristiger und anspruchsvoller Prozess. Mitarbeiter werden für die Ausbildung freigestellt, Berufsschulzeiten müssen kompensiert werden, Prüfungen vorbereitet und oft auch persönliche Herausforderungen begleitet werden. „Gerade in den ersten Lehrjahren leisten Betriebe enorme Arbeit – in einer Phase, in der Lehrlinge noch in ihrer Entwicklung stehen“, betont Wirth.

Was beim Fußball gilt, muss auch für Berufe gelten

„Im Fußball ist es selbstverständlich, dass der Ausbildungsverein beim Transfer eines Spielers entschädigt wird. Niemand käme auf die Idee, diese Nachwuchsarbeit gratis herzugeben“, zieht Wirth den Vergleich. „Warum sollte das bei Lehrlingen anders sein?“

Besonders problematisch sei, dass fertig ausgebildete Lehrlinge häufig von der öffentlichen Hand, verstaatlichten Betrieben oder Mitbewerbern abgeworben würden. „Der Betrieb trägt die schwierigste Phase, andere ernten den Nutzen. Das ist weder fair noch nachhaltig“, so Wirth.

Gesellschaftliche Verantwortung braucht Rückhalt

Betriebe, die Lehrlinge ausbilden, übernehmen auch gesellschaftliche Verantwortung. Die Wirtschaftskammer begleitet junge Menschen von der Berufsorientierung über die Lehrabschlussprüfung bis hin zur Befähigungsprüfung und Unternehmensgründung. Dieses System habe sich über Jahrzehnte bewährt.

„Wenn wir wollen, dass Betriebe weiterhin Lehrlinge ausbilden, müssen wir ihnen den Rücken stärken. Sonst verlieren viele die Motivation – und das wäre ein massiver Schaden für unseren Wirtschaftsstandort“, warnt Wirth.

Klare Forderung: Entschädigung bei Abwerbung

Die Wirtschaftskammer Burgenland fordert daher ein Modell, das Ausbildungsbetriebe finanziell entschädigt, wenn Lehrlinge innerhalb eines bestimmten Zeitraums nach Abschluss zu einem anderen Unternehmen wechseln.

„Lehrlingsausbildung darf keine Einbahnstraße sein. Wer investiert, muss auch geschützt werden“, so Wirth abschließend.


Wirtschaftskammerpräsident Mst. Andreas Wirth // Foto © WKB