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Vorsorgereport 3/2022

Quartalsbericht der Pensions- und Vorsorgekassen

Inhaltsverzeichnis

News

Sehr geehrte Damen und Herren, 

die geopolitischen Auswirkungen auf Europa und Österreich, aufgrund des Angriffskriegs Russlands auf die Ukraine, sind derzeit nicht final abschätzbar. Die wirtschaftliche Erosion, ausgelöst durch diesen Krieg und den damit verbundenen weltweiten Sanktionen, wird in Form einer Verknappung von Rohstoffen und daraus resultierenden stark steigenden Energiepreisen spürbar. Durch den Zusammenbruch von Weizenlieferungen ist die Gefahr von Hungersnöten in ärmeren Teilen der Welt real. Die Inflationsraten erreichen Höhen, die Österreich in der 2. Republik noch nie erlebt hatte. Nach der US-Notenbank (FED) ändert daher auch die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Geldpolitik und plant nun – erstmals seit elf Jahren – den Leitzins um 0,25 Punkte anzuheben.

Das alles geht auch an den Kapitalmärkten nicht spurlos vorbei. Während die Pensionskassen 2021 eine hervorragende Performance von 7,62 Prozent und die Vorsorgekassen 4,0 Prozent erwirtschafteten, ist die Veranlagung derzeit besonders herausfordernd. Aber noch ist dieses Jahr nicht zu Ende – wir wollen optimistisch bleiben. 

In dieser Ausgabe informieren wir Sie über die aktuelle wirtschaftliche Entwicklung und stellen die Zahlen zum Ende des 2. Quartals vor, wir berichten über das 58. Symposium des Fachverbandes, die Enquete der Initiative 2050 und kündigen die Veranstaltung der Denkwerkstatt St. Lambrecht mit dem Schwerpunkt „Säulen der Stabilität – Voraussetzungen für Nachhaltigkeit“ an.

Mag. Andreas Zakostelsky

Obmann

Dr. Stefan Pichler, LL.M. CPM

Geschäftsführer


Pensionskassen: Massive Schwankungen auf den Finanzmärkten

Quartalsergebnis der Pensionskassen präsentiert: Auswirkungen auf kurzfristige Performance, langfristige Ausrichtung konstant

Das aktuelle Jahr ist ein besonders herausforderndes für Investoren: Der Krieg in der Ukraine in Verbindung mit massiven Änderungen des geo- und energiepolitischen globalen Gefüges bewirkte auf den Kapitalmärkten enorme Tagesschwankungen, zugleich stiegen Rohstoff- und Energiepreise exorbitant. Gleichzeitig stieg die Inflation in Österreich auf 8,7 Prozent (Stand Juni), was eine weitere Unsicherheit für die Märkte darstellt. Dies alles hatte starke Auswirkungen auf die Finanzmärkte, denen sich auch die heimischen Pensionskassen nur bedingt entziehen konnten. Daher melden die österreichischen Pensionskassen zum Ende des zweiten Quartals 2022 ein Ergebnis von -8,85 Prozent.

Pensionskassen denken langfristig

„2022 bleibt weiterhin ein von enormen Krisen und viel menschlichem Leid geprägtes Jahr. Dieses Ergebnis der heimischen Pensionskassen kommt auf Grund der massiven Verwerfungen auf den Finanzmärkten daher leider nicht überraschend“, so Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbands der Pensions- und Vorsorgekassen. „Die Pensionskassen haben einen großen Vorteil in unsicheren Zeiten: Sie legen sehr langfristig an“, so Obmann Zakostelsky weiter. Mit einer langfristigen Performance von 5,37 Prozent übersteigt das Ergebnis vergleichbare Anlegeformen deutlich. Zudem haben die österreichischen Pensionskassen von 1991 bis 2021 einen Wertzuwachs von 15,5 Milliarden Euro für ihre KundInnen erwirtschaftet.

Pensionskassen haben Reserven gebildet 

Aufgrund der guten Veranlagungsergebnisse der letzten Jahre haben die Pensionskassen Reserven gebildet. Diese „Schwankungsrückstellungen“ bewirken, dass sich Schwankungen auf den Kapitalmärkten nicht so stark auf die Pensionshöhe auswirken. Eine Schwankungsrückstellung ist mit dem Reservekanister eines Autos vergleichbar.

Kampf gegen den Klimawandel nicht vergessen

„Neben Corona-Krise und Ukraine Krieg dürfen wir aber gleichzeitig auch nicht auf die drängenden Herausforderungen der Klimakrise vergessen. Gemeinsam mit allen anderen Anbietern setzten sich die Pensionskassen für einen Ausbau der nachhaltigen, grünen Pensionen ein. Mit rund 27 Milliarden Anlagevermögen stellen wir einen massiven Hebel dar, welcher für den Klimaschutz genutzt werden kann“, so Obmann Zakostelsky.


Alles neu macht der Mai? Leider nicht in 2022 …. 

Kommentar von Mag. Sascha König, Vorstand der Sozialversicherungspensionskasse AG

Hohe Inflation, steigende Zinsen, Corona und der Krieg in der Ukraine – die Unsicherheiten halten die globalen Finanzmärkte weiterhin in der Zange. 

Die Nachrichten sind noch immer getrieben vom Angriffskrieg auf die Ukraine, der für große Unsicherheit auf den Märkten sorgt. Die Wirtschaft hat aber auch die Folgen der Corona-Pandemie noch nicht hinter sich lassen können. Und inzwischen sind die Ängste vor einer drastisch erhöhten Inflation auch bei den Privatkonsumenten angekommen. Exorbitant gestiegene Energiepreise bringen die Notenbanken unter Druck, ihre langjährige lockere Zinspolitik zu beenden. 

Weltweit beginnen die Notenbanken, aus ihrer Nullzins-Politik auszusteigen. Eine steigende Inflationsrate schmälert die Kaufkraft der Verbraucher, ein Großteil der Wirtschaftsleistung in modernen Staaten ist aber vom Privatkonsum abhängig. Das kann die Erholung der Wirtschaft nach dem Corona-Einbruch ausbremsen.

Entwicklung der Finanzmärkte

Entwicklung der Finanzmärkte: Inflationskurve (HICP Eurozone, Quelle: Eurostat)
© Eurostat

Das erste Halbjahr 2022 fällt ernüchternd aus. Ukrainekrise, Inflation und hieraus resultierende Rezessionsängste treiben die Marktteilnehmer zur Sorge. Das böse Wort „Stagflation“ schürt neue Ängste. Im ersten Halbjahr 2022 verloren Aktien gemessen am Eurostoxx 50 Index rund 20 % an Wert. Anleihen bester Bonität wie der deutsche REX gaben rund 8 % nach. Die Verluste betreffen fast alle Anlagekategorien.

Die Auswirkungen der Politik sind in den letzten Monaten besonders auf der Zinsseite zu spüren gewesen. Die US-Notenbank FED setzte bereits seit März drastische Schritte zur Zinserhöhung. Die EZB zögert zwar noch, kündigt aber schon an, dass auch hier der massive Inflationsdruck schon in den nächsten Monaten zu höheren Zinsen führen wird. Wie in der obigen Graphik dargestellt erreicht die Inflation in Europa bisher nicht erwartete Niveaus. 

Ausblick 

Aufgrund steigender Renditen, geldpolitischen Straffungen und geopolitischen Risiken dürften die Aktienmärkte gesamthaft schwierig werden. Viele Risiken sind jedoch bereits eingepreist. Der Aufwärtsdruck auf die Renditen europäischer Staatsanleihen dürfte wohl anhalten. Insgesamt ist auch bei Anleihen mit weiterhin hoher Volatilität zu rechnen. Erhöhte Renditeniveaus können aber aufgrund der inzwischen tieferen Bewertungen einzelne Anlagechancen bieten. Aktive Steuerung der Veranlagungen wird auch in den kommenden Monaten ein wichtiger Bestandteil des Risikomanagements sein.


Symposium des Fachverbandes 

60. Geburtstag des Obmanns Mag. Andreas Zakostelsky 

Am 31. Mai 2022 fand im Leopold Museum das 58. Symposium des Fachverbandes der Pensions- und Vorsorgekassen statt. Univ.-Prof. MMag. Gabriel Felbermayr, PhD, Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung eröffnete mit dem Thema „Krieg und Rekordteuerung: Herausforderungen für die österreichische Wirtschaft“ das Symposium. Ebenfalls interessante Fachbeiträge wurden von unseren Veranstaltungs-Partnern der Liechtensteinische Landesbank (Österreich) AG, BNP Paribas Asset Management, Candriam und d.i.i. Investment GmbH präsentiert.

Im Anschluss an das Symposium gab es einen kleinen Festakt, zu dem prominente VertreterInnen aus der Branche und der Politik geladen waren.

Gäste wie Vizekanzler Werner Kogler, Arbeits- und Wirtschaftsminister Martin Kocher, Bundeskanzlerin a.D. Brigitte Bierlein, die Nationalratsabgeordneten Josef Muchitsch und Hubert Fuchs oder NEOS-Gründer Matthias Strolz zeigten die Brückenbauer-Qualitäten des Obmannes Mag. Zakostelsky und brachten einmal mehr die Themen des Fachverbandes in höchsten politischen Kreisen zur Sprache. 

Gruppenbild
© FVPV/Anna Rauchenberger
v.l.n.r. Mag. Werner Kogler, Vizekanzler, Mag. Andreas Zakostelsky, Obmann, FV der Pensions- und Vorsorgekassen, Dr. Brigitte Bierlein, Bundeskanzlerin a.D., Univ.-Prof. Dr. Martin Kocher, BM für Arbeit und Wirtschaft, Dr. Stefan Pichler, Geschäftsführer, FV der Pensions- und Vorsorgekassen
Gruppenbild
© FVPV/Anna Rauchenberger
v.l.n.r. Andreas Csurda, Obmann-Stellvertreter, Mag. Andreas Zakostelsky, Obmann, FV der Pensions- und Vorsorgekassen, Mag. Christian Böhm, Obmann-Stellvertreter, Dr. Stefan Pichler, Geschäftsführer, FV der Pensions- und Vorsorgekassen

Enquete der Initiative 2050 

Nachhaltige Zusatzpensionen: Der massive Beitrag der heimischen Finanzwirtschaft im Kampf gegen den Klimawandel 

Die Rolle der betrieblichen und privaten Altersvorsorge wird in Österreich immer wichtiger. Neben dem Nutzen für die Lebensqualität im Alter steht mittlerweile auch der beachtliche Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel im Vordergrund. Das war das Ergebnis einer Enquete am 4. Juli 2022, zu der der Fachverband der Pensions- und Vorsorgekassen, der Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs (VVO) und die Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG) – kurz die Initiative 2050 – in den Kursalon im Wiener Stadtpark geladen hatten. Die Mitglieder dieser Initiative vertreten gemeinsam ein veranlagtes Volumen von mehr als 200 Milliarden Euro. Als prominente Gastsprecher waren Klimaschutzministerin Leonore Gewessler, Staatssekretär Tursky und der Umweltwissenschaftler Ernst Ulrich von Weizsäcker vor Ort. 

Eine aktuelle Inflation von 7,7 Prozent (Stand Mai), enorme Unsicherheiten durch den russischen Angriffskrieg in der Ukraine, eine immer älter werdende Gesellschaft und eine Steigerung der Umweltkatastrophen durch den Klimawandel – all das zeigt, moderne Altersvorsorge ist wichtiger denn je. Bei der diesjährigen Enquete der Initiative 2050 „Nachhaltige Pensionen – wird die Finanzindustrie das Klima retten?“ wurde die Bedeutung einer breit angelegten Altersvorsorge und die damit verbundenen Auswirkungen auf das Klima mit prominenten Speakern thematisiert. 

Gruppenbild: Die Namen sind in der Bildunterschrift genannt
© APA-Fotoservice/Reither
v.l.n.r. Manfred Bartalszky, Stellvertretender Vorsitzender der Sektion Lebensversicherung im Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs VVO, Staatssekretär Florian Tursky, MsC MBA, Bundesministerium für Finanzen, Mag. Andreas Zakostelsky, Obmann, FV der Pensions- und Vorsorgekassen in der Wirtschaftskammer Österreich, WKÖ

Nachhaltige Zusatzpensionen - ein wichtiger Hebel zur Erreichung der Pariser Klimaziele 

„Wir müssen jetzt Rahmenbedingungen schaffen, um unser Klima nachhaltig zu schützen“, sagte Umweltwissenschaftler und Autor Ernst Ulrich von Weizsäcker im Rahmen der Enquete. „Wenn wir an den richtigen Schrauben drehen, kann und wird Klimaschutz profitabel sein. Dazu müssen wir das Kapital in die richtigen Bahnen lenken“, so der bekannte Umweltwissenschaftler, der sich bereits seit den 1970er Jahren als Präsident des Club of Rome für einen breiten Klimaschutz einsetzt.

Klimaschutzministerin Leonore Gewessler unterstrich in diesem Zusammenhang die große Rolle der Finanzwirtschaft: „Alle Maßnahmen für mehr Klimaschutz in Österreich, die wir heute und in den kommenden Jahren umsetzen, sind ein wesentlicher Beitrag für eine klimafreundliche Zukunft in unserem Land. Der Finanzsektor ist dabei ein wesentlicher Hebel für mehr Klimaschutz und stärkt eine klimafreundlich ausgerichtete Wirtschaft. Mit der geballten Finanzkraft der Green Finance Alliance haben wir wichtige Verbündete gewonnen – im Kampf gegen die Klimakrise und aus dem Weg raus aus der Abhängigkeit von fossilem Öl und Gas. Sie machen deutlich: Klimaschutz und erfolgreiches Wirtschaften geht Hand in Hand. In der Green Finance Alliance gehen wir gemeinsam, mit gebündelten Kräften und konkreten Zielen für mehr Klimaschutz in Österreich einen für den europäischen und internationalen Finanzbereich beispielhaften Weg“, so Gewessler.

Gruppenbild: Die Namen sind in der Bildunterschrift genannt
© APA-Fotoservice/Reither
v.l.n.r. Prof. Dr. Louis Norman-Audenhove, Generalsekretär, VVO; Manfred Bartalszky, Stellvertretender Vorsitzender der Sektion Lebensversicherung im Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs VVO, Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker, Umweltwissenschaftler und Klimaexperte, Leonore Gewessler, BA, Bundesministerin für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie, Mag. Andreas Zakostelsky, Obmann, FV der Pensions- und Vorsorgekassen, Dr. Stefan Pichler, Geschäftsführer, FV der Pensions- und Vorsorgekassen, Mag. Dietmar Rupar, Generalsekretär, VÖIG

Staatssekretär Florian Tursky wies auf das große Potenzial von nachhaltigen Investitionen gerade in der Altersvorsorge hin: „Die betriebliche und die private Altersvorsorge sind bereits vorbildlich, wenn es um nachhaltige Kriterien geht. Das unterstützt einerseits die Menschen mit einer Ergänzung zur staatlichen Pension und schafft andererseits einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“. 

Konkrete Forderungen zum Ausbau nachhaltiger Zusatzpensionen in Österreich 

Bei der Veranstaltung ging es insbesondere auch darum, den politischen Entscheidungsträgern Lösungsvorschläge zum Ausbau der betrieblichen und privaten Altersvorsorge in Österreich zu unterbreiten. So findet sich die Stärkung der privaten Altersvorsorge im aktuellen Regierungsprogramm, um ergänzend zur staatlichen Pensionsvorsorge entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Ziel ist es einerseits, das Pensionssystem als integriertes Drei-Säulen-System für künftige Generationen nachhaltig zu gestalten. Andererseits entsteht dadurch eine enorme Hebelwirkung in Richtung nachhaltiger Veranlagung und Klimaschutz. So wurden von den Veranstaltern klare Forderungen an die Politik übermittelt: 

Rasche Umsetzung des General-Pensionskassenvertrages:

Durch die Realisierung des im aktuellen Regierungsprogramm festgelegten General-Pensionskassenvertrages hätten 75 Prozent der unselbstständig Beschäftigten, deren Unternehmen noch keine Vereinbarung mit einer Pensionskasse oder Betrieblichen Kollektivversicherung haben, trotzdem den Zugang zu einer Betriebspension und damit einer lebenslangen Zusatzpension. Zudem sind aktuell die Arbeitnehmerbeiträge im Vergleich zu den Arbeitgeberbeiträgen steuerlich benachteiligt. Eine Angleichung würde den Arbeitnehmern eine überwiegend grüne Veranlagung in einer Pensionskasse oder Betrieblichen Kollektivversicherung ermöglichen. „Würden, mittels des Generalpensionskassen-Vertrages, Millionen Arbeitnehmer auf einen Schlag Zugang zu den nachhaltigen Anlagemöglichkeiten der betrieblichen Pensionskassen oder Betrieblichen Kollektivversicherungen bekommen, kämen wir den Klimazielen schon um einiges näher. Der Hebel der Finanzwirtschaft darf hier auf keinen Fall unterschätzt werden“, analysiert Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbandes der Pensions- und Vorsorgekassen in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Der Vorsitzende der Berufsgruppe der Vorsorgekassen, Andreas Csurda, ergänzt: „Wir brauchen in Österreich eine Modernisierung der Veranlagungsbestimmungen für Vorsorgekassen zur Anpassung an aktuelle Marktgegebenheiten zur nachhaltigen Ausrichtung. Für die Weiterentwicklung der Abfertigung zu einem substantiellen Teil der betrieblichen Altersvorsorge ist eine Ausdehnung der gesetzlichen Mindestliegedauer und eine Steigerung des Ertragspotentials durch Entfall der Bruttokapitalgarantie sinnvoll. Die Digitalisierung der Kontoinformationen würde zu deutlich mehr Klimaschutz beitragen.“ 

Nachhaltige Lebensversicherungen als Forderung für mehr Klimaschutz: 

„Mit steuerlichen Incentives haben wir einen großen Hebel für nachhaltigeres Verhalten in der Hand – so auch bei Lebensversicherungen mit grüner Veranlagung. Diese gehören dringend steuerlich begünstigt“, so Peter Eichler, Vorsitzender der Sektion Lebensversicherung im Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs VVO. Darüber hinaus plädiert er für eine Senkung der Versicherungssteuer in der Lebensversicherung. Diese ist einerseits im aktuellen Kapitalmarktumfeld dringend notwendig, andererseits wäre sie aber auch im Sinne eines Level-Playing-Fields aufgrund von möglichen Steueranreizen auf Wertpapiere im Rahmen des Vorsorgedepots erforderlich.

Einen weiteren großen Hebel stellt die Prämienbegünstige Zukunftsvorsorge dar, aktuell das einzige geförderte Produkt der dritten Säule. Um auch in Zukunft den Bedarf nach einem geförderten Vorsorgeprodukt, in Ergänzung zur staatlichen Pension, langfristig und erfolgreich decken zu können, ist eine Reform der Prämienbegünstigten Zukunftsvorsorge unerlässlich. Der Nachhaltigkeitsgedanke könnte in reformierten Veranlagungsbestimmungen seinen Niederschlag finden. Im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge ist eine Valorisierung der seit 1975 unveränderten Zukunftsversicherung längst überfällig.

Vorsorgedepot für mehr Wohlstand in der Pension 

„Mit einem Vorsorgedepot könnten Anleger sich für eine Variante mit verpflichtender Laufzeit entscheiden. Bei Entnahme nach vereinbarter Laufzeit sollen die Investitionen steuerfrei sein“, so Heinz Bednar, Präsident der Vereinigung österreichischer Investmentgesellschaften, VÖIG. Damit greift die Vereinigung einen Vorschlag auf, der in einigen Ländern schon zur Umsetzung gebracht wurde. Außerdem würde die Variante die Märkte stabilisieren und für zusätzliche Anlagemöglichkeiten sorgen.

Über die Initiative 2050 

Die „INITIATIVE 2050“ (vormals Arbeitsgemeinschaft Zusatzpensionen) umfasst alle Anbieter der betrieblichen und privaten Pensionsvorsorge in Österreich. Das sind der Fachverband der Pensions- und Vorsorgekassen, der Verband der Versicherungsunternehmen Österreichs (VVO) und die Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften (VÖIG).

Die Mitglieder der Initiative 2050 vertreten gemeinsam ein veranlagtes Volumen von mehr als 200 Milliarden Euro. Ziel der Initiative ist es, notwendige Neuerungen und konkrete Optionen aufzuzeigen sowie die gesetzlichen Rahmenbedingungen zu verbessern, um das heimische Pensionssystem gesamtheitlich und nachhaltig auf hohem Niveau zu sichern. Im Mittelpunkt steht dabei stets eine substanzielle Ergänzung der staatlichen Pension, keinesfalls aber eine Konkurrenz oder gar ein Ersatz des staatlichen Systems.

Link zur Fotogalerie:

» Nachhaltige Pensionen: Wird die Finanzindustrie das Klima retten? | APA-Fotoservice


Ankündigung Denkwerkstatt St. Lambrecht

Mittwoch, 5. bis Freitag, 7. Oktober 2022

Denkwerstatt St. Labrecht: Textbild: Säulen der Stabilität. Voraussetzungen für Nachhaltigkeit
© Denkwerkstatt St. Lambrecht

» Details 

Für alle Fragen kontaktieren Sie Frau Generalsekretärin Mag. Petra Pichler-Schöberl, direkt p.pichler@denkwerkstatt-stlambrecht.org


Über den Fachverband der Pensions- und Vorsorgekassen

Der Fachverband der Pensions- und Vorsorgekassen ist die gesetzliche Vertretung aller Pensionskassen und Betrieblichen Vorsorgekassen. Er ist Teil der Bundessparte Bank und Versicherung der Wirtschaftskammer Österreich.

Bei Pensionskassen zahlen Arbeitgeber aufgrund eines freiwillig abgeschlossenen Pensionskassenvertrages monatlich Beiträge für ihre Arbeitnehmer ein, diese können zusätzlich ebenfalls in die Pensionskasse einzahlen. Die Beiträge werden veranlagt und ab Pensionsantritt als lebenslange Zusatzpension ausbezahlt.

Die Betrieblichen Vorsorgekassen sind das einzige flächendeckende System kapitalgedeckter Vorsorge, da 1,53% der Bruttolohnsumme monatlich vom Arbeitgeber einbezahlt werden (Abfertigung neu) und somit eine wichtige Säule als Ergänzung zur staatlichen Pension bilden. 

Derzeit sind fünf überbetriebliche und drei betriebliche Pensionskassen sowie acht Betriebliche Vorsorgekassen Mitglied im Fachverband der Pensions- und Vorsorgekassen.

Insgesamt vertritt der Verband über 4 Millionen Anwartschafts- und Leistungsberechtigte und veranlagen die Pensions- und Vorsorgekassen über 43 Milliarden Euro – sie sind die größten privaten Pensionszahler in Österreich.

Rückfragehinweis

Fachverband der Pensions- und Vorsorgekassen
Telefon +43 (0)5 90 900-4095
E-Mail: vorsorgeverband@wko.at
Web: www.vorsorgeverband.at 

Rechtlicher Hinweis
Alle Angaben wurden sorgfältig erhoben und recherchiert, trotzdem sind Fehler nicht ausgeschlossen. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit sowie für das Eintreten von Prognosen wird keine Gewähr übernommen und jede Haftung ist ausgeschlossen. Der Inhalt dieser Unterlage zielt nicht auf die Bedürfnisse einzelner Pensionskassen oder Pensionskassen-Berechtigter ab, sondern ist genereller Natur und basiert auf dem neuesten Wissensstand, der mit der Erstellung betrauten Personen zu Redaktionsschluss. Die Informationen sind sowohl für die persönliche Verwendung bestimmt, als auch zur redaktionellen Verwendung freigegeben. Die erforderlichen Angaben zur Offenlegungspflicht gemäß § 25 Mediengesetz sind unter folgendem Link verfügbar: www.wko.at/branchen/bank-versicherung/vorsorgeverband/Offenlegung.html