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Arbeitskräfteüberlasser beschäftigen bereits rund 90.000 Mitarbeiter

Wissenschaftliche Aufarbeitung der Branche 

• Beschäftigtenzahl binnen 30 Jahren mehr als verzehnfacht
• Mehr als 50 Prozent wechseln aus der Überlassung in ein fixes Arbeitsverhältnis
• Fachverband der gewerblichen Dienstleister ließ Entstehung, Wachstum und Bedeutung der Branche wissenschaftlich aufarbeiten

Die Überlassung von Arbeitskräften, gemeinhin unter den Begriffen „Personalbereitstellung“, „Zeitarbeit“ oder auch „Leiharbeit“ bekannt, erlebt aktuell einen wahren Boom. Zuletzt waren knapp über 90.000 Personen in ca. 2.200 Unternehmen beschäftigt, Tendenz weiter steigend. Die Arbeitskräfteüberlasser tragen damit wesentlich dazu bei, dass die österreichische Wirtschaft ihren Bedarf an Arbeitskräften decken kann.

as aktuelle Hoch verstärkt aber nur einen langfristigen Aufwärtstrend, wie eine vom Fachverband der gewerblichen Dienstleister in der WKO gemeinsam mit dem Verband „Österreichische Personaldienstleister“ in Auftrag gegebene und soeben veröffentlichte wissenschaftliche Arbeit zum Thema „Entstehung und Hintergründe der Arbeitskräfteüberlassung in Österreich“ ergab. Seit Inkrafttreten des Arbeitskräfteüberlassungsgesetzes im Jahr 1988 (AÜG) hat sich die Mitarbeiterzahl der Branche deutlich mehr als verzehnfacht.

Erich Pichorner, Bundesvorsitzender der Personaldienstleister, unterstreicht die herausragende Bedeutung der Branche für den Arbeitsmarkt: „Diese geht weit über den direkten Effekt durch die stark steigende Beschäftigtenzahl in unseren Unternehmen hinaus. Noch viel wichtiger ist, dass die Beschäftigung in Arbeitsüberlassungsunternehmen für mehr als die Hälfte unserer Mitarbeiter zum Sprungbrett in ein fixes Beschäftigungsverhältnis bei einem der Unternehmen wird, für die sie ursprünglich als überlassene Arbeitskräfte tätig waren.“ Vor allem für Menschen, die auf anderen Wegen nur schwer in den Arbeitsmarkt zurückfinden, sei die Arbeitsüberlassung eine exzellente Möglichkeit für einen beruflichen Neuanfang.

ber auch für die Arbeitgeberseite sei die Dienstleistung Arbeitskräfteüberlassung unverzichtbar. „Gerade in starken Konjunkturphasen sind überlassene Arbeitskräfte oft die einzige Möglichkeit, rasch dringend benötigte Mitarbeiter zu finden“, so Pichorner.

Die erfolgreiche Entwicklung der gesamten Branche ist für Pichorner auch ein Resultat einer gelungenen Zusammenarbeit der Sozialpartner. „Ursprünglich wurde die Arbeitskräfteüberlassung von den Gewerkschaften sehr skeptisch und als Möglichkeit zum Unterlaufen von Kollektivverträgen betrachtet. Mit dem AÜG und dem Kollektivvertrag wurde ein Wandel eingeleitet, der das Vertrauen in die Branche sowohl bei den Kunden als auch bei Mitarbeitern gestärkt hat. Seitdem hat sich Arbeitskräfteüberlassung als wichtige Dienstleistung für die Wirtschaft und als attraktive Beschäftigungsform etabliert.“

„Entstehung und Hintergründe der Arbeitskräfteüberlassung"

Antonia Koch, Laura Maringer, Birgit Mayr; Bachelorarbeit Johannes Kepler Universität Linz

Die vom Fachverband der Gewerblichen Dienstleister der WKO initiierte und geförderte Arbeit „Entstehung und Hintergründe der Arbeitskräfteüberlassung” entstand am Institut für Handel, Absatz und Marketing der Johannes Kepler Universität Linz unter der wissenschaftlichen Leitung von Universitätsprofessorin Dr. Katharina Hofer und analysiert insbesondere die Entstehungsgeschichte des Arbeitskräfteüberlassungsgesetzes 1988 sowie des Branchen-Kollektivvertrages, die bis heute die Basis für die Arbeit der mittlerweile ca 2.200 Unternehmen der Branche mit ihren ca. 90.000 Mitarbeitern sind.

Basierend auf Interviews mit zahlreichen Vertretern von Arbeitgebern und Arbeitnehmern, die an der Entstehung des Gesetzes mitgewirkt hatten, wird ein umfassendes Bild der Motivlage und Zielsetzungen der verschiedenen Stakeholder gezeichnet. Aus diesem wird erkennbar, wie es gelang, durch die Einbindung zahlreicher mit der damaligen Praxis der Leiharbeit vertrauter Experten, mittels zahlreicher Detailbestimmungen ein ursprünglich von Gewerkschaftsseite sehr negativ beurteiltes Geschäftsmodell so zu regeln, dass daraus eine anerkannte und unverzichtbare Wachstumsbranche entstehen konnte.

Der Bundessprecher der gewerblichen Dienstleister, Erich Pichorner, betont die wichtige Rolle, die die nun vorliegende Arbeit für das Verständnis der Arbeitskräfteüberlassungsbranche in Österreich hat: „Der Fachverband der gewerblichen Dienstleister in der WKO und der private „Verband Österreichs Personaldienstleister“ haben gemeinsam ein Stipendium an der Johannes Kepler Universität Linz ausgelobt. Das Thema der Arbeit sollte die Aufarbeitung der Geschichte der Arbeitskräfteüberlassung unter besonderer Berücksichtigung der Entstehung des Arbeitskräfteüberlassungsgesetzes und des Kollektivvertrages für diese Branche sein. Die Resultate der Nachforschungen und die Interviews mit Zeitzeugen bieten einen guten Überblick über die damaligen Überlegungen und Bestrebungen der verschiedenen beteiligten Interessensverbände und der Politik. Hervorzuheben ist, dass bereits damals ein starkes Bewusstsein vorhanden war, dass die Branche der Arbeitskräfteüberlasser eine wichtige Rolle am Arbeitsmarkt spielen kann und es daher allen Beteiligten ein Anliegen war, entsprechende Regelungen einzuführen, um für Arbeitnehmer und Arbeitgeber ein wirtschaftliches Umfeld zu schaffen, das ein faires Miteinander garantieren konnte. Nach langen Verhandlungen konnten sowohl ein Gesetz als auch ein Kollektivvertrag geschaffen werden, die bis heute - mit Novellierungen - in Kraft sind. Sie tragen wesentlich dazu bei, dass die Zeitarbeitsbranche heute seriös und fair arbeiten kann und

  • für österreichische Unternehmen unverzichtbar geworden ist, da sie in Auftragsspitzen und Zeiten konjunktureller Schwankungen Fachkräfte und Personal gezielt zur Verfügung stellt,
  • für Arbeitnehmer Beschäftigungsmöglichkeiten eröffnet, da sie als Türöffner in den Arbeitsmarkt und in die Stammbelegschaft gilt,
  • für den gesamten Wirtschaftsstandort von Vorteil ist, da wertvolle Arbeitsplätze in Österreich gehalten werden können.


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