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RSI-Plattformen

"Hello Future"-Veranstaltungsreihe, Teil 2: Ferndolmetschen

Am 2. Dezember wurde die online Vortragsreihe "Hello Future!" mit einer Veranstaltung zum Thema RSI-Plattformen fortgesetzt. Durch die Pandemie wurde die Arbeit von DolmetscherInnen notgedrungen stärker in die virtuelle Welt verlagert. Herr Mag. Thomas Musyl, erfahrener Dolmetscher für Französisch und Englisch und Mitglied der Taskforce RSI von UNIVERSITAS Austria, dem Berufsverband der Übersetzer und Dolmetscher hat den TeilnehmerInnen eingehende Informationen über das Ferndolmetschen gegeben.

Es wurde sowohl das technische Set-Up als auch rechtliche Aspekte bis hin zu den eigentlichen RSI-Plattformen und der Arbeit damit eingehend erläutert. Im ersten Teil der Veranstaltung lag der Fokus auf der technischen Ausrüstung. Dolmetscher sollten über eine kabelgebundene Internetverbindung verfügen, und geeignete Kopfhörer und ein gutes Mikrofon verwenden. Bei der Zusammenarbeit mit RSI-Plattformen wird verlangt, dass der Dolmetscher damit ausgestattet ist. Wichtig dabei ist, dass der Kopfhörer mit einem Schutz vor akustischen Schocks versehen ist. Diese Kopfhörer liegen in einer etwas höheren Preisklasse.

Bei der Internet-Verbindung ist 4-G mit einer Geschwindigkeit von 15 Mbit/s upload vollkommen ausreichend, auch wenn Ton und Bewegung wie bei den Gebärdensprachen-dolmetscherInnen übertragen werden. Ein Backup mittels Smartphone (für einen Hotspot) und einem weiteren Laptop ist zu empfehlen damit im Falle einer Störung/Unterbrechung sofort unterbrechungsfrei umgestiegen werden kann. Jedoch warnt er eindringlich davor, dass man als Dolmetscher eine Garantie über Tonqualität oder stabile störungsfreie Internetanbindung abgibt. Dolmetscher sollen nach bestem Wissen und Können arbeiten. Besitzer von RSI-Plattformen würden ihren Kunden gegenüber nichts anderes tun und derartige Garantien ebenfalls nicht abgeben.

Im nächsten Teil wurden die bekanntesten RSI-Plattformen beschrieben, wie z. B. Interactio, Interprefy, Kudo, Qondo, Voiceboxer, allesamt zahlungspflichtige Lösungen. Sie haben aber den Vorteil, dass man quasi wie in einer Kabine arbeiten kann, da auch eine Relaismöglichkeit und in den meisten Fällen technischer Support vorhanden ist. Im Gegensatz dazu gibt es Programme, die sich zunehmender Beliebtheit bei Kunden erfreuen, weil sie viel günstiger sind. Die Rede ist allen voran von der Dolmetschfunktion in Zoom. Nachteil dabei ist, dass man einen zweiten Computer/Laptop benötigt, um ein Relais zu erhalten: einen für das Relais-Dolmetschen und den anderen für die eigene Übertragung.  Eine ganze Reihe von Video-Konferenz-Tools und Plug-Ins werden auch immer wieder eingesetzt, wie Facetime, Signal, Webex… Es war bei dem Vortrag auch möglich, einen Blick in die Zukunft zu werfen: Virtway, eine österreichische RSI-Plattform, arbeitet mit Avataren und ermöglicht somit eine 3D-Erfahrung im Internet als Teilnehmer wie auch als Dolmetscher. Diese Plattform ist scheinbar für das Dolmetschen noch nicht ganz reif aber es ist eine interessante neue Entwicklung, die zu verfolgen sein wird.     

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