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Teststrategie. Impfstrategie.

Die österreichische Industrie hat nicht zuletzt durch regelmäßige Corona-Tests der Mitarbeiter einen wesentlichen Beitrag zur Aufrechterhaltung der Produktion und damit der Versorgungssicherheit in Österreich geleistet. Bedauerlicher Weise scheint die Politik hinsichtlich der beiden wesentlichen Schlüssel zum Weg aus der Krise – Tests und Impfungen – mitunter die strategische Übersicht zu verlieren.

Ein breiter Konsens unter Fachleuten besteht dahingehend, dass rasches Impfen und – bis eine entsprechende Herdenimmunität erreicht ist – strategisches Testen die besten Wege sind, um das gesellschaftliche und vor allem auch das wirtschaftliche Leben wieder auf normale Bahnen zurück zu führen.  

Die Industrieunternehmen haben in den letzten Monaten große Anstrengungen unternommen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. Gerade für die Industrie war und ist dies eine besondere Herausforderung, da einerseits für den Bereich der industriellen Fertigung die Alternative „Homeoffice“ naturgemäß nicht in Frage kommt und andererseits die internationalen Kontakte – man denke etwa an unverzichtbare Einschulungen oder Serviceleistungen vor Ort - der stark exportorientierten Industrie aufrecht zu erhalten sind. Daher war es für die Industrie selbstverständlich, dass durch regelmäßige Tests sowie die Einhaltung aller anderen Schutzmaßnahmen wie zum Beispiel Masken und Schutzwände aus Plexiglas  Risiken nach Möglichkeit minimiert wurden. 

Die Industrie begrüßt ausdrücklich, dass die von ihr durchgeführten Tests künftig – unter bestimmten Voraussetzungen –Teil der nationalen Teststrategie sind. Dadurch erhalten Unternehmen einen gewissen Kostenersatz für die durchgeführten Tests. Gleichzeitig kann den getesteten Mitarbeitern ein individuelles Testzertifikat ausgestellt werden, das gegebenenfalls auch bei privaten Aktivitäten als „Eintrittskarte“ (Gaststätten, Veranstaltungen, Reisen) genutzt werden kann.  

Unternehmer sind gewohnt, anhand von Zahlen und Fakten die Wirkungen ihrer Entscheidungen möglichst rasch zu überprüfen. Daher stößt auf eine gewisse Verwunderung, dass trotz grundsätzlich vorhandener personeller und technischer Möglichkeiten die öffentlichen Tests bislang keine hinreichenden Informationen erbracht haben, um die Ausbreitungswege des Virus klarer zu identifizieren. Eine strategische Teststrategie sollte sinnvoller Weise jene Informationen bringen, die Schritte der Öffnung (und Schließung) besser begründbar machen und den wirtschaftlichen Schaden – und auch die gesellschaftlichen Spannungen – reduzieren helfen. Nachdem die Durchimpfung nicht kurzfristig gelingen wird, ist auch jetzt noch eine durchdachte Teststrategie von größter Bedeutung. 

Für die Industrieunternehmen ist das Thema Impfung sehr wichtig. Aus den bereits genannten Gründen – spezielle Fertigungssituation und starke internationale Verflechtungen – gibt es gute Gründe, zumindest Schlüsselarbeitskräfte in der Industrie mit höherer Priorität zu impfen.  

Aufgrund der Erfahrung mit firmeninternen Tests bietet sich auch an, die betriebsmedizinischen Einrichtungen der Industrieunternehmen für die rasche Umsetzungen der Impfungen zu nutzen. Dazu haben nun die Bundesländer das letzte Wort. Aus heutiger Sicht scheint die Mehrzahl der Bundesländer dies zu überlegen, nur das Burgenland und Vorarlberg haben sich leider schon dagegen ausgesprochen. Grundsätzlich ist die österreichische Industrie selbstverständlich bereit, ihre Infrastruktur für Tests und Impfungen zur Verfügung zu stellen, um die Krise möglichst rasch zu überwinden. Noch lieber würde sie sich in eine umfassende Teststrategie und Impfstrategie einbringen.

Signatur
©
Mag. Sigi Menz
Obmann der Bundessparte Industrie