PRIMA statt prime: St. Veiter Wirtschaft setzt auf regionale Stärke
Neue Initiative der WK-Bezirksstelle St. Veit wurde bei der Business Night den heimischen Betrieben vorgestellt.
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Von der Idee in die Umsetzung: Einen Tag nach der Präsentation bei der gemeinsamen Bürgermeisterkonferenz der Bezirke St. Veit und Feldkirchen wurde die Initiative „PRIMA statt prime“ nun den Unternehmerinnen und Unternehmern des Bezirks St. Veit vorgestellt. Bei der Business Night rückte damit jene Gruppe in den Mittelpunkt, die die Initiative mit Leben füllen soll: die heimischen Betriebe. „Jetzt geht es darum, aus einem gemeinsamen Bekenntnis konkrete Sichtbarkeit zu machen“, betonte Walter Sabitzer, Obmann der WK-Bezirksstelle St. Veit. „Unsere Unternehmen bieten enorme Qualität, persönliche Beratung, Arbeitsplätze und Ausbildungsmöglichkeiten. Diese Leistungen müssen wir stärker ins Bewusstsein rücken.“
Dabei richte sich die Initiative ausdrücklich nicht gegen Digitalisierung oder den Onlinehandel. Vielmehr gehe es darum, regionale Betriebe sichtbarer zu machen – unabhängig davon, ob sie stationär, online oder auf beiden Wegen für ihre Kund:innen da sind. „Bevor wir irgendwo bestellen, sollten wir uns wieder öfter fragen: Gibt es das auch bei uns? Die Antwort lautet sehr häufig: Ja. Und genau diese Betriebe wollen wir in den Mittelpunkt stellen“, so Sabitzer.
Regionale Stärke beginnt auch bei den Betrieben
Wie wichtig dabei das Zusammenspiel der Unternehmen untereinander ist, unterstrich Ludwig Greiner von Uhren und Juwelen Greiner. „Eine starke Region beginnt damit, dass wir auf uns selbst schauen und regional denken. Dieses Bewusstsein sollten wir bereits jungen Menschen vermitteln. Der Online-Einkauf ist bequem, aber persönliche Beratung und das Einkaufserlebnis vor Ort bleiben wertvoll. Auch die Betriebe selbst sind gefordert: Wir müssen stärker zusammenhalten, regionale Unternehmen beauftragen und dürfen nicht immer nur auf den günstigsten Preis schauen.“
Auch Stefan Kogler vom Planungsbüro skape architects, ist positiv gestimmt. „PRIMA statt prime bringt den Gedanken der Regionalität auf den Punkt. Dabei geht es nicht darum, gegen den Onlinehandel zu sein – entscheidend ist, selbst ins Tun zu kommen. Unsere Unternehmeri:nnen sind gefordert, die vorhandenen Angebote zu nutzen und die Initiative aktiv mitzutragen. Mit der Wirtschaftskammer haben sie dabei starke Partner an ihrer Seite.“
Regionaler Euro wirkt mehrfach
Welche Größenordnung hinter regionalen Wirtschaftskreisläufen steht, zeigte Herwig Draxler, Leiter Wirtschaftspolitik & Zielgruppenmanagement der Wirtschaftskammer Kärnten, anhand aktueller Wirtschaftsdaten auf. „Kärnten erwirtschaftete 2024 ein nominelles Bruttoregionalprodukt von 28,27 Milliarden Euro. Allein die Bruttowertschöpfung im A6-Bereich – dazu zählen Handel, Verkehr, Beherbergung und Gastronomie sowie Information und Kommunikation – lag bei 4,96 Milliarden Euro. „Diese Zahlen machen deutlich, über welche wirtschaftliche Dimension wir sprechen. Kaufkraft, die in Kärnten bleibt, schafft Wertschöpfung vor Ort.“
Dabei endet die Wirkung eines regional ausgegebenen Euros nicht beim unmittelbaren Einkauf. Er wird zu Einkommen für Mitarbeiter:innen, führt zu Aufträgen für weitere regionale Dienstleister und löst Folgeausgaben bei anderen Betrieben aus. „Regionaler Handel ist damit weit mehr als der Verkauf eines Produktes. Er ist Arbeitgeber, Ausbildner, Nahversorger, Partner von Vereinen und Gemeinden und leistet über Steuern und Abgaben einen wesentlichen Beitrag zum Gemeinwesen“, so Draxler. Diese zusätzlichen Leistungen des regionalen Handels werden auch in der Präsentation als wesentliche Faktoren für die Standortqualität hervorgehoben.
Raiffeisen Mittelkärnten als starker regionaler Partner
Mit Raiffeisen Mittelkärnten konnte auch ein starker Partner aus der regionalen Wirtschaft für „PRIMA statt prime“ gewonnen werden. Roland Krall, Vorstand/Geschäftsleiter von Raiffeisen Mittelkärnten: „Als Regionalbank ist Raiffeisen Mittelkärnten Teil eines starken regionalen Wirtschaftskreislaufs. Geld aus der Region wird wieder in der Region eingesetzt – für Investitionen unserer Betriebe und der Landwirtschaft, für Wohnraum und private Vorhaben. Davon profitieren wir alle: Unsere Unternehmen können sich entwickeln, Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze entstehen und Wertschöpfung bleibt vor Ort. Denn nur dann, wenn die Region wirtschaftlich gesund ist, kann auch eine Regionalbank nachhaltig erfolgreich sein, investieren und ihren Beitrag zur Entwicklung der Region leisten. Darum sind wir als Raiffeisen Mittelkärnten gerne bei dieser Initiative dabei.“
PRIMA-Betriebe rücken in den Mittelpunkt
Nach der Vorstellung der Initiative beginnt nun die konkrete Umsetzung. „Wir werden in den kommenden Wochen und Monaten ganz bewusst auf die Unternehmen im Bezirk zugehen, die Initiative vorstellen und Startpakete mit Aufklebern, Postern und weiteren Kommunikationsmitteln verteilen“, erklärte Robert Schratt, Leiter der WK-Bezirksstelle St. Veit. Zusätzlich sollen Unternehmensporträts entstehen, die über Social Media und Printmedien zeigen, welche Vielfalt an Produkten, Dienstleistungen und besonderen Angeboten direkt in der Region vorhanden ist.
PRIMA als Teil von #heimkaufen
„PRIMA statt prime“ knüpft dabei an die bereits etablierte Initiative #heimkaufen an. Markus Polka, WK-Bezirksstellenleiter von Klagenfurt, sieht darin eine konsequente Weiterentwicklung des gemeinsamen Ansatzes: „PRIMA statt prime steht für regionale Wertschöpfung und fügt sich bewusst in die bereits vor Jahren ins Leben gerufene Kampagne #heimkaufen ein. #heimkaufen ist dabei die Dachmarke, unter der wir das Bewusstsein für regionale Kaufentscheidungen weiter stärken wollen.“
Ziel: möglichst viele PRIMA-Betriebe bis Weihnachten
Das erste konkrete Etappenziel ist bereits definiert. Bis Weihnachten sollen möglichst viele Unternehmen im Bezirk als PRIMA-Betriebe sichtbar werden. Gerade mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft soll damit die Vielfalt und Leistungsfähigkeit der heimischen Wirtschaft verstärkt ins öffentliche Bewusstsein gerückt werden. „PRIMA soll jetzt in den Betrieben und bei den Menschen ankommen. Je mehr Unternehmen mitmachen, desto stärker wird die gemeinsame Botschaft: Wer regional entscheidet, stärkt die wirtschaftliche Zukunft unserer Region“, so Sabitzer abschließend.