Kärntner Duo fährt Staatsmeisterschafts-Titel der Kfz-Technik ein
Es riecht nach Öl und Metall, aus den Werkstätten hallt das Klacken von Werkzeugen. Konzentrierte Gesichter beugen sich über Motoren, jeder Handgriff sitzt. In der Berufsschule Villach beweisen die besten Kraftfahrzeugtechnik- und Karosseriebautechnik-Lehrlinge Österreichs, dass sie auf der Überholspur sind. Am Ende holen sich die beiden Kärntner Anna-Maria Bergmann und Leon-Alexander Hobel die ersten beiden Plätze in der Kraftfahrzeugtechnik. Bester Karosseriebautechniker wird der Niederösterreicher Manuel Martinetz.
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Kfz-Technik: Schrauben auf Zeit
Zehn Stationen, 40 Minuten pro Aufgabe, keine Hilfestellung – nur eine Reparaturanleitung und das eigene Wissen. 18 Lehrlinge aus ganz Österreich traten an, zwei pro Bundesland. Sie mussten sich Schritt für Schritt selbst überlegen, welches Werkzeug, welche Reihenfolge und welche Lösung die richtige ist.
Die Zündspule musste berechnet, jedes Werkzeug ordentlich zurückgelegt werden. Währenddessen standen die Juroren dicht daneben, beobachteten genau und vergaben Punkte. "Es macht uns Juroren natürlich Spaß. Es ist ein besonderer Tag, weil die Kandidat:innen mit unterschiedlichen Kenntnissen kommen. Bei manchen geht es gut, manche tun sich schwerer – je nachdem, was sie in ihrer Firma schon gemacht haben. Aber es macht Spaß", erzählte Juror Hubert Bayer aus der Steiermark.
Stiller war es an der Station „Mechanische Fertigkeiten“. Bohrer surrten und Metallspäne rieselten auf den Boden. Ein Leichtmetall-Rohling musste millimetergenau bearbeitet werden. "Hier geht's um Zehntelmillimeter. Da zeigt sich, wie präzise jemand arbeitet", erklärte Juror Alois Schadler. Wer danebenbohrt, landet sofort im Pannenstreifen und bekommt Punkteabzug.
Karosseriebautechnik: Wenn Funken fliegen und Lack glänzt
Während die Kfz-Lehrlinge von Station zu Station eilten, hatten die Karosserie-Talente mehr Zeit. Zwei Stunden 15 Minuten dauerte jede der drei Aufgaben – und die verlangte vollen Einsatz.
An der Station der Blechbearbeitung sprühten die Funken. Stück für Stück mussten die Lehrlinge einen Teil des Fahrzeugholms ersetzen. Passgenauigkeit war das Zauberwort: schweißen, löten, immer wieder prüfen, ob das neue Teil millimetergenau sitzt. "Sauber arbeiten ist wichtig, nicht hudeln. Lieber nicht ganz fertig, dafür super", betonte Juror Rupert Ofer, während die Lehrlinge im Hintergrund mit Schutzgasschweißen und Löten kämpften.
Eine Werkstatt weiter roch es nach erhitztem Kunststoff. Stoßstangen mit Rissen und Brüchen mussten wieder wie neu aussehen: schweißen, spachteln, glätten. Dazu kamen Nahtabdichtungen, die gleichmäßig und sauber aufgetragen werden mussten - jede Schliere wäre dem TÜV der Jury aufgefallen.
Und dann: der Lackierraum. Gedämpftes Licht, das Summen der Lackierpistole, konzentrierte Blicke unter der Schutzmaske. Schleifen, Basislack, dann Farbe mit sanftem Verlauf, schließlich Klarlack für den Glanz. Jeder Sprühstoß musste sitzen. Ein falscher Abstand - und die Oberfläche verriet es sofort. Hier ging es nicht nur um Technik, sondern um "Fahrgefühl" im Handgelenk.
Am Steuer sitzen die Fachkräfte von morgen
Bei der abschließenden Gala im Congress-Center Villach folgte der Lohn für die harte Arbeit. Jeder teilnehmende Lehrling kam einzeln auf die Bühne und holte sich die Urkunde und den verdienten Applaus ab. Rodel-Olympiasieger Andreas Linger gratulierte als Keynote-Speacker den Teilnehmenden zu den tollen Leistungen und gab ihnen einen wichtigen Tipp für die berufliche Karriere mit: "Findet eure Begeisterung in dem, was ihr tut. Denn das ist der Nährboden für zukünftige Erfolge." Die Begeisterung schwappte dann auf den ganzen Saal über, als die Besten der jeweiligen Branche aufgerufen wurden:
Die Top 3 der Staatsmeisterschaften Fahrzeugtechnik:
- Anna-Marie Bergmann, Kärnten
- Leon-Alexander Hobel, Kärnten
- Thomas Feuchter, Salzburg
Die Top 3 der Staatsmeisterschaften Karosseriebautechnik:
- Manuel Martinetz, Niederösterreich
- Jonas Ganzer, Oberösterreich
- Pius Faißt, Vorarlberg
Landesinnungsmeister und Gastgeber Michael Schnabl, der mit seinem Team die gesamte Veranstaltung zielgenau steuerte, fand zum Abschluss lobende Worte für die jungen Talente: "Schon allein die erfolgreiche Teilnahme ist eine riesige Leistung. Alle Nachwuchstalente können richtig stolz auf sich sein." Eines zeigten die Staatsmeisterschaften für Kraftfahrzeugtechnik- und Karosseriebautechnik eindrucksvoll: Um den Nachwuchs muss sich die Branche keine Sorgen machen. Die jungen Techniker:innen haben mit ihrem Können, ihrer Ausdauer und ihrem Blick fürs Detail eindrucksvoll gezeigt, dass die nächste Generation schon heute Vollgas gibt!