Kommentar von Rudolf Grünanger
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Liebe Kolleg:innen,
zu Redaktionsschluss dieses Newsletters war die Maisernte noch im Laufen. Im Wesentlichen enttäuschen Erträge und Marktmengen. Namhafte Handelsbetriebe berichten von Rückgängen um 30 Prozent und mehr, zumal viel Ware als Silomais direkt zwischen landwirtschaftlichen Betrieben vermarktet wurde.
Ähnlich ist die Situation bei der Sojabohne: Der Verein Soja aus Österreich berichtet von Erträgen um 2.000 kg pro Hektar. Im Vergleich zum Vorjahr dürften geschätzt 90.000 Tonnen heimische Sojabohnen oder 30 Prozent fehlen.
Wesentliche Mengen werden sich wohl durch Importe wettmachen lassen, allerdings erweisen sich die Lieferketten als Flaschenhals. Niedrigwasser an den Flüssen und begrenzte Lkw-Frachtkapazitäten engen die Spielräume ein. Die starke Ausrichtung Österreichs auf gentechnikfreie und biologische Ware erschwert die Verfügbarkeit zusätzlich. Berichtet wird zudem von möglichen Engpässen bei Mischfutterherstellern in Spezialprogrammen (Hühner- und Biofutter).
Der Rindfleischmarkt zeigt sich stabil und ausgeglichen, obwohl in den ersten drei Jahresvierteln aufgrund der Dürre deutlich mehr Schlachtungen zu verzeichnen waren, vor allem bei weiblichen Rindern. Die Schweinepreise bewegen sich auf unbefriedigend tiefem Niveau.
Unser Gremium wird von den derzeit diskutierten bzw. beschlossenen Regulatorien massiv getroffen. Dazu gehören die EU-Verpackungsverordnung, die die Erzeugerbetriebe betrifft, das NISG 2026, das auf größere Lebensmittelproduzenten abzielt, sowie die digitale ADR-Ausbildung für Betriebe des Landesproduktenhandels, die mit Dünge- und Pflanzenschutzmitteln handeln. Als Interessenvertretung sind wir hier besonders gefordert.
Zum klassischen Herbstgeschäft kommt nun die Planung für 2027 hinzu. Das neue Jahr startet von 15. bis 17. Jänner 2027 mit der traditionellen Alpen-Adria-Agrarmesse in Klagenfurt.
Gut aufgestellt – der Agrarhandel und die Kärntner Landwirtschaft!
Euer Rudi Grünanger, Gremialobmann