Kommentar von Rudolf Grünanger
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Liebe Kolleg:innen,
der Anbau steht vor der Tür und mit dem Iran-Krieg toben Stürme auf den Agrarmärkten. Im Ackerbau machen sie Hoffnung auf steigende Preise, noch immer funktioniert die Korrelation zwischen Energie- und Agrarmärkten. Rapsöl und Bioethanol sind Produktschienen, die in unmittelbarer Wechselwirkung zu Energiepreisen stehen.
Dennoch, die Statistik weist eine hohe Getreide-Produktion sowohl auf der Nordhalbkugel als auch auf der Südhalbkugel, in Australien (Rekordweizenproduktion mit 35 Mio tons) und in Argentinien, wo Präsident Milei zudem die Ausfuhrzölle reduziert hat, auf. In europäischen Lägern lagert noch etwa 30 Prozent an unverkaufter Ware.
Es ist jedoch weniger die Marktstatistik als zunehmend die Politik, die die Preise unmittelbar beeinflusst. Mit dem Krieg und der Sperre der Straße von Hormuz stiegen die Ölpreise um etwa 60 Prozent; in Folge davon auch die Düngerpreise. Das schlimme ist, dass derzeit nur etwa 50 bis 60 Prozent der Ware vorgeordert wurden, vorhandene Importmengen in der EU mittlerweile erschöpft sind und die Lieferzeiten mittlerweile an die zwei Monate betragen. Man kann davon ausgehen, dass die Düngerversorgung für den heurigen Frühjahrsanbau prekär bleibt.
Noch nicht abschließend überschaubar sind die Folgewirkungen für die Produktmärkte. Weniger Dünger heißt für die unmittelbare Zukunft weniger Erntemengen bzw. schlechtere Qualität. Auch für die im Agrarhandel bedeutsame Logistik hält die derzeitige Entwicklung Unwägbarkeiten parat. Temporäre Dieselaufschläge und schwierig Transportkalkulation erschweren das Geschäft. Die hohen Gaspreise verteuern die Trocknungskosten, hohe Dieselpreise die bäuerliche Anbaukalkulation.
"Marktordnende" Maßnahmen, wie Zölle, CO2-Bepreisung, Greening erschweren Marktteilnehmern den Überblick.
Positiv gestimmt sind die Vieh- und Fleischhandelsunternehmer, besonders im Rindfleischbereich. Die Preise verbleiben bis dato auf historischen Höchstständen, was die Viehbestände stabil hält. Sorgenfalten bereitet allenfalls die nachlassende Konsumneigung auf Grund hoher Einzelhandelspreise bei Rindfleisch. Der Handel und die Landwirtschaft sind bemüht die Impfungen zur Blauzungenkrankheit abzuwickeln, zumal die Krankheitsbelastung in einigen Kärntner Bezirken im Vorjahr durchaus gravierende Auswirkungen zeitigte.
Alle diese Themen und viel mehr können wir bei der diesjährigen Gremialausschuss-Sitzung am Montag, den 20. April 2026 um 16 besprechen. Ich freue mich bereits jetzt auf unser Treffen und hoffe auf zahlreiche Teilnahme.
Ich wünsche einen gelungenen Start in die heurige Anbausaison und in das neue Viehhandelsjahr!
Euer Rudi Grünanger, Gremialobmann