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Agrarhandel, Landesgremium

Kommentar von Rudolf Grünanger 

Lesedauer: 1 Minute

17.10.2025

Liebe Kolleg:innen,

dieser Newsletter startet mit einer Gratulation: DI Rainer Frank, Geschäftsführer der Kärntner Saatbau wurde als Nachfolger von Dr. Michael Gohn zum Obmann von Saatgut Austria gewählt. Der Verband vertritt die Interessen der österreichischen Pflanzenzüchter und der Saatgutwirtschaft. Gerade angesichts des Klimawandels werden Interessenspolitik und PR-Arbeit zu Gunsten der Saatgutwirtschaft wichtiger. Wir freuen uns, dass mit DI Rainer Frank ein Kärntner und zudem ein Mitglied unseres Ausschusses diese ehren- und verantwortungsvolle Position bekleiden wird!

Maisernte

Die Maisernte ist gestartet. Die ersten Druschergebnisse lassen, wie prognostiziert, ein weites Ertragsspektrum und eine große Erntefeuchte-Spanne erwarten. Die Erträge reichen von überdurchschnittlich bis kläglich.

EU-Entwaldungsverordnung

Mittlerweile wurde die Verschiebung der EU-Entwaldungsverordnung um ein weiteres Jahr angekündigt. Dieser Entscheidung muss das EU-Parlament noch zustimmen. Auf die unnötigen bürokratischen Hemmnisse der geplanten Verordnung wurde ausführlich hingewiesen. Die geplanten Handelsabkommen mit Südamerika und Indonesien, Mercosur und Cepa, nützen dem Freihandel aber benachteiligen den Agrarsektor. Brasilianische Sojabohnenimporte und indonesisches Palmöl werden im Sinne der Entwaldungsverordnung gleich risikoreich behandelt, wie die österreichische Produktion, wo die Waldfläche noch zunimmt.

Verschlechterung der agrarischen Außenhandelsbilanz

Zwei Themen beherrschen derzeit die Agrarwirtschaft. Die Verschlechterung der agrarischen Außenhandelsbilanz und die Preisdebatte im Lebensmittelhandel. Beides hängt zusammen und kündigt künftiges Ungemach für die Landwirtschaft an. Die heimische Landwirtschaft ist regional und kleinstrukturiert, ebenso vor- und nachgelagerte Bereiche des Gewerbes und der Industrie. Das bedeutet ebenso wie hohe Lohnstückkosten und Energiepreise eine verringerte Wettbewerbsfähigkeit. Die aktuelle Diskussion über hohe Preise (Österreichaufschlag etc.) ist für internationale Diskonter ein Freispruch, verstärkt ausländische Eigenmarken als Lockprodukte anzupreisen, wie es die stark fallenden Butterpreise ankündigen. Damit könnte das Ende vom österreichischen Feinkostladen mit hohem Bio-Anteil, Gentechnikfreiheit und Regionalität eingeläutet werden. Gefordert sind also Politik, um Energie- und Investitionsbeihilfen anzudenken sowie eine transparente Herkunftskommunikation im Handel und der Gastronomie umzusetzen. Für Landwirtschaft und Agrar-Handel gilt es einerseits Skalenvorteile zu nutzen aber auch Qualitätskriterien und Verarbeitungstiefe zu schärfen.

Übrigens: die Qualität des österreichischen Lebensmittelhandels und die hohe Nahversorgung (Verkaufsflächendichte) sind auch Indices für Lebensqualität im ländlichen Raum. Auch das gehört in der Diskussion gesagt!
     
Gute Ernten, volle Scheunen und gesunde Tiere im Stall und Hof!

Euer Rudi Grünanger, Gremialobmann