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Agrarhandel, Landesgremium

Kommentar von Rudolf Grünanger 

Lesedauer: 1 Minute

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01.06.2026

Liebe Kolleg:innen,

der Wonnemonat Mai brachte doch eine erfreuliche Wendungen mit sich: Es kam der langersehnte Regen, der eine ungewöhnlich heftige Frühjahrsdürre beendete. Freilich, die geopolitischen Voraussetzungen sind nach wie vor unsicher, sodass die Erzeugerpreise bei Getreide, Milch und zunehmend auch bei Rindfleisch unter Druck sind. Im Getreidehandel spielen die Wettermärkte zunehmend eine Rolle, nachdem die USA aber auch Osteuropa unter einem trockenen Frühjahr litten.

Unübersehbar sind jedoch auch die Veränderungen, besonders bei den überregionalen "Playern". Konzentration und Spezialisierung schreiten weiter voran. Die Kärntner Firma Marcher baute nicht nur ihr Zerlege-Zentrum in Villach kräftig aus, sondern beteiligte sich auch mehrheitlich an der Erzeugergemeinschaft Südbayern. Mit den Schlachthöfen in Vilshofen und Landshut dürfte sich ihre Kapazität am Schweineaufkommen praktisch verdoppeln. Die Sicherung von regionalem Angebot und internationale Vernetzung sollte Effizienzsteigerung bringen.

Eine Stufe tiefer arbeiten private und genossenschaftliche Vieh-Fleischhändler in Kärnten an vertieften Serviceangeboten, einerseits in Marktstabilisierenden Kontraktprogrammen mit Landwirten, andererseits mit Schritten in die weitere Fleischverarbeitung. Die Übernahme von Fleisch-Spezialitätengeschäften gehört ebenfalls zu den sichtbaren Veränderungen. Die Kärntner Mühle, ebenfalls ein Mitglied unseres Gremiums, konzentriert sich mit ihrer Niederlassung in Viktring und der Niederl-Mühle in der Steiermark erfolgreich um Gluten-freie Cerealien-Produktion. (Dinkel, Buchweizen, Mais).

Es tut sich was im Agrarhandel! Unübersehbar sind Vitalität und Dynamik, die unsere Betriebe auszeichnen. Darauf können wir alle stolz sein.

Die großen Herausforderungen bleiben jedoch: die hohe Abhängigkeit von geopolitischen Einflüssen und die daraus resultierende hohe Volatilität. Die nächste Bewährungsprobe stellt sich mit der bevorstehenden Dünger-Einlagerung 2026/2027, die einerseits notwendig aber bei hohen Preisen hoch riskant ist. Bei sinkenden Margen, hohen Umsätzen und steigenden Zinsen bleibt die Liquidität für Agrarhändler ebenfalls ein Anspruch. 

Euer Rudi Grünanger, Gremialobmann

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