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Agrarhandel, Landesgremium

Kommentar von Rudolf Grünanger

Lesedauer: 1 Minute

18.09.2026

Liebe Kolleg:innen, 

für Getreidehändler starten die wichtigen Herbsternten bei Sojabohne und Körnermais. Die internationalen Preise bewegen sich aktuell auf hohem Niveau. Entscheidend sind nun die Ernteerträge. Insgesamt schätzt die Landwirtschaftskammer die Dürreschäden in Kärnten auf 70 Millionen Euro.

Im Vieh- und Fleischbereich scheinen die schlimmsten Befürchtungen nicht einzutreten. Die Rindfleischpreise waren zwar rückläufig, sind aber immer noch auf hohem Niveau. Kälbermäster stellen ein und Milchbauern hoffen auf stabilere und steigende Preise.

Leider befällt ein neuartiges Virus Rinder, das Shamando-like Virus. Starkes Fieber, leichter Durchfall, starker Abfall der Milchleistung und fötale Störungen sind Folgeschäden. Die Tierseuchenproblematik bleibt für den Agrarhandel eine akute Herausforderung.

Eine Herausforderung stellt derzeit die Explosion der Energiepreise dar, im Wesentlichen der starke Anstieg von Diesel-, Strom-, und Gaspreisen, die vor allem zur Ernte ins Gewicht fallen. Bei Strom wäre eine Abkehr vom Merit-Order-prinzip, wonach der Gaspreis den Strompreis bestimmt, für die Wirtschaft empfehlenswert.

In der Dürre spielte der Agrarhandel, wenn auch ungewollt, seine Vorzüge aus. Die Beschaffung von Grundfutter aus dem Ausland, die Sicherung der Liquidität durch Vorauszahlung an Bauern und die Risikoübernahme, wie bei Getreide- und Düngereinlagerung sind wertvolle Assets für die heimische Landwirtschaft.

Die mit den letzten Regenfällen überwundene Dürre fordert jedoch den Sektor in Zukunft. Die Resilienz eines Sektors, getragen von Bauern und Agrarhandel, neue Versicherungsmodelle,- allenfalls eine Pflichtversicherung,- Bewässerungssysteme und Wasserentnahmerechte, Kulturen-Vielfalt am Acker, angepasste Viehbestände, Kooperationen, wie mit Bergbahnen, um Wasserreservoir für Almvieh zu sichern, Beratung zu Trockenheitsresistenz von Ackerfrüchten und Grünlandsanierungen sind beispielhafte Themen, die vorbeugend zu diskutieren sind.

Gut aufgestellt – Der Agrarhandel und die Kärntner Landwirtschaft!

Euer Rudi Grünanger, Gremialobmann