Detailansicht eines Aktenstapels mit Klammern, darauf liegend ein Bleistift, Vergrößerungslupe angelehnt
© Thitiwat.Day | stock.adobe.com
Agrarhandel, Landesgremium

Kommentar von Rudolf Grünanger

Lesedauer: 1 Minute

17.07.2024

Liebe Kolleg:innen, 

für den Agrarhandel, genauer dem Getreidehandel, beginnt im Juli die Ernte und somit für viele Betriebe ein neues Wirtschaftsjahr. Aller Voraussicht nach tendieren die Ernten heuer dazu, leicht unterdurchschnittlich auszufallen, wobei der Preisrückgang zum Vorjahr zusätzlich auf bäuerliche Einkommen drückt. Die Stimmung in der Branche ist daher vor dem Hintergrund der bürokratischen Herausforderungen - Stichwort Entwaldungs-VO - durchwachsen.

In der zum Monatsanfang abgehaltenen Spartenklausur des Handels zeichnete Wirtschaftsforscher Peter Voithofer für die nächsten Monate ein eher düsteres Umfeld. In der zweiten Jahreshälfte wird Österreich in der Rezession verharren und das bescheidene Wachstum, welches für das nächste Jahr erwartet wird, wird die Konsumlaune und das Investitionsklima kaum ankurbeln. Die Österreicher:innen seien zudem träge und bequem geworden. Leistung müsse sich wieder lohnen! Für den Handel ergeben sich daher aus seiner Sicht für die nächste Zeit zwei wesentliche mögliche Herausforderungen: Redimensionierung bzw. Anpassung von Geschäftsmodellen, um den hohen Kostendruck abzufedern.

Seitens der Wirtschaftskammer erwarten sich Mitgliedsbetriebe des Landesgremiums mehr Wertschätzung, besonders der Viehhandel. Die hohe Exportquote und die überdurchschnittlichen Preise von Zuchtvieh zeigen, dass die österreichische Landwirtschaft hochwertige Produkte, nämlich genetische Premium-Tiere produziert, die weltweit gefragt sind und High-Tech-Exporten entsprechen. Hohe Tierschutzstandards, beginnend beim Exportland Österreich bis zu den Zielländern berücksichtigen in hohem Maße das Tierwohl. Dennoch habe man das Gefühl, bei Aktionen von NGO-Tierschutzorganisationen alleine im Regen stehen gelassen zu werden.

Wir nehmen diese Kritik ernst und leiten sie an die verantwortlichen Stellen in der Kammer weiter. Unser Bemühen muss es sein, einer breiten Öffentlichkeit die hohe Qualität, den hohen technischen Standard unserer Produkte, aber auch die vielen Maßnahmen zur Steigerung des Tierwohls zu vermitteln. Unbezahlbar sind daher öffentlichkeitswirksame Berichte über Initiativen von Mitgliedsbetrieben, wie zuletzt über die "Kalb-Rose-Kälbermast", die die Anstrengungen um mehr Tierwohl in der Branche unterstreichen.

Bei aller notwendigen Objektivität der Interessensvertretung: Gute Öffentlichkeitsarbeit dient allen!

In diesem Sinne wünsche ich

Gute Ernten und erholsame Sommermonate, wann immer es sich ausgeht! 

Euer Rudi Grünanger, Gremialobmann