Breitbandausbau: Zandonella warnt vor Umsetzungsstopp
Netzinfrastruktur ist Standortfaktor, Wirtschaft und Tourismus fordern Planungssicherheit.
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Im Rahmen einer Pressekonferenz am 20. Mai 2026 im Werzers Hotel Resort betonte UBIT-Fachgruppenobmann Martin Zandonella die zentrale Bedeutung einer leistungsstarken Glasfaserinfrastruktur für den Wirtschaftsstandort Kärnten. Pörtschach gelte dabei als Vorzeigegemeinde im Breitbandausbau. Gleichzeitig warnte Zandonella davor, dass zahlreiche Gemeinden derzeit „in der Warteschleife“ hängen würden.
20 Millionen Euro Fördermittel gestoppt
Hintergrund seien zugesagte, später jedoch wieder zurückgezogene Bundesmittel in Höhe von 20 Millionen Euro. Für Zandonella ist klar: „Wenn wir hier nicht ausbauen, verliert Kärnten an Wettbewerbskraft.“ Digitale Souveränität setze eine entsprechende Infrastruktur voraus – Glasfaser bilde dabei die „letzte Meile“ der digitalen Versorgung. Mit der BIK werde aktuell zudem das Projekt ALPSiX umgesetzt. Der neue Datenknoten in Fürnitz soll bereits im September fertiggestellt werden und die digitale Infrastruktur im Süden Österreichs weiter stärken.
Werzers Hotel Resort investierte 250.000 Euro in Digitalisierung
Das Werzers Hotel Resort war laut Hoteldirektor Roland Hirtenfelder von Beginn an aktiv in den Glasfaserausbau in Pörtschach eingebunden und stellte auch Flächen für die Infrastruktur der gesamten Gemeinde zur Verfügung. Das Hotel investierte rund 250.000 Euro in die Digitalisierung. Der Grund dafür sei offensichtlich: Gäste reisen heute oft mit mehreren Endgeräten an. „Teilweise haben Gäste vier Endgeräte“, so Hirtenfelder. Zudem werde bei Hotelbewertungen mittlerweile auch die Qualität des Internetzugangs berücksichtigt. Seine Erfahrungen aus dem Hotelalltag zeigen, wie wichtig stabile Netze geworden sind: „Wenn das Internet ausfällt, kommen mehr Gäste an die Rezeption, als wenn kein Wasser durch die Leitung fließt.“
Glasfaser-Ausbau: Kärnten profitiert Jahrzehnte
Auch Kärntens Wirtschaftslandesrat Sebastian Schuschnig sprach sich klar für einen flächendeckenden Ausbau der Glasfaserinfrastruktur aus. Ziel sei es, sowohl eigene Projekte als auch geförderte Vorhaben konsequent umzusetzen. Dabei sei Kärnten aufgrund seiner zersiedelten Struktur besonders auf öffentliche Förderungen angewiesen. Ein privatwirtschaftlicher Ausbau allein rentiere sich in vielen Regionen nicht. Schuschnig appellierte daher an die Bundesregierung, die gestoppten Fördermittel wieder freizugeben.
Zugleich hob er die langfristige Bedeutung der Technologie hervor: „Innovation überholt sich manchmal. Im Glasfaserbereich ist das nicht so – etwas Schnelleres als Licht gibt es derzeit noch nicht.“ Mit dem Ausbau werde eine Infrastruktur geschaffen, die für die nächsten Jahrzehnte Bestand haben werde.