Talente müssen früher entdeckt werden
Der neue IKT-Statusreport zeigt: Österreichs Digitalbranche braucht dringend mehr qualifizierte Fachkräfte. Fachverband UBIT fordert einen durchgängigen Kompetenzpfad von der Schule über die Hochschulen bis in die Betriebe.
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Die Informations- und Kommunikationstechnologie bleibt ein zentraler Innovationstreiber der österreichischen Wirtschaft. Gleichzeitig zeigt der aktuelle IKT-Statusreport: Der Fachkräftebedarf bleibt hoch, während der Arbeitsmarkt zunehmend spezialisierte Kompetenzen verlangt. Laut Statistik Austria ist die Zahl der offenen Stellen zuletzt zwar gesunken, doch gerade in der IKT-Branche sind qualifizierte Expert:innen weiterhin stark gefragt.
Durchgängige Talent-Pipeline
Für den Fachverband UBIT liegt ein zentraler Hebel in der Ausbildung. "Uns fehlt eine durchgängige Talent-Pipeline. Wir brauchen einen Kompetenzpfad von der Schule über die Hochschulen bis in die Betriebe", betont Fachverbandsobmann Wilfried Drexler. Zwar steigt die Zahl der Studierenden im Bereich Informatik und Kommunikationstechnologie kontinuierlich. An Universitäten sind derzeit über 20.000 Studierende eingeschrieben, an Fachhochschulen mehr als 8.000. Gleichzeitig bleiben die Abschlusszahlen hinter den Erwartungen zurück: In den vergangenen fünf Jahren wurden rund 19.000 Studienabschlüsse verzeichnet - zu wenig, um den langfristigen Bedarf der Branche zu decken.
Informatik und KI als Pflichtfach
Ein weiteres Problem sind Zugangsbeschränkungen bei Informatikstudien. Sie verschärfen laut UBIT den Fachkräftemangel zusätzlich, da die Nachfrage nach Studienplätzen deutlich höher ist als das Angebot. Der Fachverband sieht deshalb drei zentrale Maßnahmen: Informatik und Künstliche Intelligenz sollen verpflichtend in der AHS-Oberstufe verankert werden, Informatik braucht eigene Lernziele im Lehrplan, und die Studienkapazitäten im IKT-Bereich sollen ausgebaut werden. Ziel ist es, junge Talente früh für digitale Berufe zu begeistern und gleichzeitig bessere Rahmenbedingungen für Studienerfolg zu schaffen.
Denn für die Branche steht viel auf dem Spiel: Wenn Österreich seine Innovationskraft und digitale Wettbewerbsfähigkeit sichern will, muss der Kompetenzaufbau bereits in der Schule beginnen - und bis in die Unternehmen hineinreichen.
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