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Nahaufnahme einer schwarzen Funkstation und eines schwarzen Funkgeräts auf schwarzem Hintergrund
© Marko Hannula | stock.adobe.com
Kommunikationselektronik

Gefahr aus dem Internet: Wie illegale Funkgeräte die Rettungskräfte gefährden

Behörden warnen vor nicht konformen Funkgeräten aus dem Internet

Lesedauer: 3 Minuten

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21.04.2026

Der Onlinekauf günstiger Funkgeräte birgt erhebliche Risiken für die öffentliche Sicherheit. Nicht konforme Geräte verursachen zunehmend Störungen im Funkverkehr von Rettungskräften, da sie häufig technische Standards missachten, falsche Frequenzen nutzen, zu hohe Sendeleistungen aufweisen oder unerwünschte Nebenwellen aussenden. Lokale Kommunikations­elektroniker:innen leisten einen wichtigen Beitrag zur sicheren und rechtskonformen Nutzung von Funktechnik durch fachkundige Beratung, geprüfte Geräte und individuelle Konfiguration.

Der Kauf von günstigen Funkgeräten auf großen Online-Plattformen wie Amazon, eBay oder Alibaba scheint verlockend, doch die Behörden schlagen Alarm. Immer häufiger stören nicht konforme Geräte den Funkverkehr von Rettungskräften wie Feuerwehr, Polizei und Bergrettung. Im Jahr 2025 verzeichnete die österreichische Fernmeldebehörde wieder ein steigendes Aufkommen an illegal in Betrieb genommenen Funkgeräten. Das Fernmeldebüro arbeitet dabei auch eng mit dem Zoll zusammen: Werden bei Postsendungen aus Drittstaaten (z. B. China) Funkanlagen ohne korrekte Papiere entdeckt, werden diese konsequent beschlagnahmt und vernichtet. 

Warum Billig-Importe zum Sicherheitsrisiko werden

Viele dieser Geräte ignorieren technische Standards und europäische Sicherheitsvorgaben. Die Probleme sind vielfältig: 

  1. Falsche Frequenzen: Die Geräte lassen sich oft auf Frequenzen programmieren, die für den Amateurfunk oder Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) reserviert sind. 
  2. Fehlende Filter: Sie senden starke „Nebenwellen“ aus. Das bedeutet, dass selbst bei Nutzung einer erlaubten Frequenz gleichzeitig Störsignale auf anderen Kanälen, wie dem Betriebsfunk von Logistikern oder Rettungsdiensten, ausgestrahlt werden. 
  3. Zu hohe Sendeleistung: Gesetzliche Grenzwerte werden oft massiv überschritten, was die Reichweite der Störungen drastisch erhöht und andere Funknetze weiträumig lahmlegen kann.

Der Kommunikationselektroniker als Schutzschild vor Ort 

Während Algorithmen im Internet lediglich den günstigsten Preis anzeigen, bieten lokale Kommunikationselektroniker in Österreich einen entscheidenden Mehrwert. In einer Zeit, in der das Frequenzspektrum immer dichter belegt ist, ist deren Expertise unverzichtbar:         

  1. Kompetente Beratung & Behördenkontakt: Fachleute prüfen vorab den Einsatzzweck und stellen sicher, dass die Geräte exakt auf die zugewiesenen Frequenzen programmiert sind. Sie stehen in enger Zusammenarbeit mit der Fernmeldebehörde und unterstützen Kunden oft direkt bei der korrekten Anmeldung von Funkfrequenzen.
  2. Rechtliche Fachkunde: Kommunikationselektroniker sind auch in rechtlicher Hinsicht geschult. Sie kennen die regionalen Besonderheiten und die strengen gesetzlichen Auflagen des Telekommunikationsgesetzes (TKG 2021) genau und garantieren so einen rechtskonformen Betrieb, der vor teuren Strafen schützt.
  3. Geprüfte Qualität: Im Gegensatz zu anonymen Online-Händlern vertreiben lokale Fachbetriebe ausschließlich Geräte, die alle europäischen Normen erfüllen und über eine gültige CE-Kennzeichnung verfügen. Kunden erhalten hier Technik, die nicht nur funktioniert, sondern auch rechtssicher ist.
  4. Individuelle Konfiguration: Kommunikationselektroniker können Filter setzen und Sendeleistungen so kalibrieren, dass Störungen im Betriebsfunk ausgeschlossen werden – eine Dienstleistung, die kein Internet-Shop bieten kann.

Reale Auswirkungen: Unterbrochene Rettungseinsätze 

Ein fiktives, aber auf realen Fällen basierendes Beispiel verdeutlicht die Gefahr: Bei einer regionalen Feuerwehrübung fielen plötzlich die Funksprüche aus. Die Ursache war ein lokales Transportunternehmen, das billige Funkgeräte aus dem Ausland nutzte. Diese überlagerten die Frequenzen der Einsatzkräfte und machten eine lebenswichtige Kommunikation unmöglich. Solche Vorfälle können im Ernstfall über Erfolg oder Misserfolg einer Rettung entscheiden. 

Harte Konsequenzen für Käufer 

Wer solche Geräte in Österreich betreibt, geht ein hohes finanzielles und rechtliches Risiko ein. Die Fernmeldebehörde führt regelmäßige Kontrollen und Frequenzmonitorings durch. 

  1. Hohe Einsatzkosten: Wenn der Funküberwachungsdienst (Funkmonitoring) ausrückt, um eine Störung zu orten, werden dem Verursacher die Einsatzkosten – oft mehrere tausend Euro – in Rechnung gestellt. 
  2. Verwaltungsstrafen: Der Betrieb unzulässiger Funkanlagen stellt eine Verwaltungsübertretung dar. Gemäß TKG 2021 können hierfür Bußgelder von bis zu 4.000 Euro verhängt werden, zudem wird das Gerät ersatzlos eingezogen. 

Fazit

Der vermeintliche Sparpreis im Netz kann durch Bußgelder und Verfahren teuer werden. Wer auf die Beratung durch qualifizierte Kommunikationselektroniker setzt, schützt nicht nur seinen Geldbeutel, sondern sorgt auch dafür, dass unsere Rettungskräfte im Ernstfall ungestört kommunizieren können. 

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