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Müllentladung eines Lastkraftwagens auf der Mülldeponie
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Maschinen- und Technologiehandel, Landesgremium

Protest gegen Bahnzwang für Abfalltransporte

NÖ Entsorgungs- und Recyclingbetriebe fordern praxisnahe Nachschärfung des Abfallwirtschaftsgesetzes

Lesedauer: 1 Minute

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12.03.2026

Seit 1. Jänner 2026 gilt für Abfalltransporte innerhalb Österreichs eine neue gesetzliche Vorgabe:
Transporte über 100 Kilometer und mit mehr als zehn Tonnen Gesamtgewicht müssen grundsätzlich auf der Schiene oder mit einem gleichwertig emissionsarmen Verkehrsmittel erfolgen. Was ökologisch sinnvoll klingen mag, erweist sich in der Praxis als Problem.

Hohe Ablehnungsquote bei Bahnkapazitäten

Die Fachgruppe Entsorgungs- und Ressourcenmanagement NÖ und die Berufsgruppe Sekundärrohstoffhandel, Recycling und Entsorgung NÖ, fordern daher – unterstützt vom
Verband Deutscher Metallhändler und Recycler, der Arbeitsgemeinschaft Metalle Österreich sowie dem Verband Österreichischer Entsorgungsbetriebe – eine rasche Überarbeitung der Bestimmung im Abfallwirtschaftsgesetz. Hintergrund ist die mangelnde Verfügbarkeit von Bahnkapazitäten. Bereits 2023 wurden bei 3.869 Anfragen lediglich 108 positiv beantwortet - eine Ablehnungsquote von 97,2 Prozent.

Unternehmen müssen vor jedem Transport über die Plattform aufschiene.gv.at prüfen, ob eine Bahnverlagerung möglich ist. Selbst wenn absehbar keine Kapazitäten vorhanden sind, sind umfangreiche Anfragen, Bestätigungen und Dokumentationspflichten erforderlich.
Das verursacht Kosten, bindet Personal und widerspricht dem politischen Ziel der Entbürokratisierung.

Wir sehen in der Praxis: viel Aufwand, fast immer eine Absage. Das bindet Ressourcen, verursacht Kosten und schwächt Entsorgungs- und Recyclingbetriebe.

Wettbewerbsnachteile

Ein weiterer Kritikpunkt: Während Sekundärrohstoffe dem Bahnzwang unterliegen, gilt dieser für Primärrohstoffe nicht. Das führt zu Wettbewerbsnachteilen und gefährdet die
Kreislaufwirtschaft. Zudem fehlt es vielfach an geeigneter Umschlaginfrastruktur sowie an Transparenz über tatsächliche Kapazitäten.

Dieser österreichische Sonderweg schwächt den Wirtschaftsstandort: Sekundärrohstoffe wandern ins Ausland ab, Entsorgungsbetriebe verlieren Aufträge – das ist ein massiver Wettbewerbsnachteil.

Forderung: Grundlegende Korrektur

Im Fokus stehen:

  • praxistaugliche und weniger starre Verpflichtungen
  • realistische Schwellenwerte
  • tatsächliche Verfügbarkeit von Bahnkapazitäten

Ziel ist es, ökologische Maßnahmen sinnvoll umzusetzen – ohne Betriebe übermäßig zu belasten und ohne die Kreislaufwirtschaft zu schwächen.