Zum Inhalt springen
Gruppenfoto
© WKNÖ
Sparte Industrie

NÖ Industrie sorgt sich um Forschungsprämie: Update-Veranstaltung zeigte neue Hürden auf

Aktuelle Information zu den wichtigsten Eckpunkten bei der Forschungsprämie

Lesedauer: 1 Minute

17.02.2026

Die österreichische Forschungsprämie ist ein zentraler Standortfaktor, der F&E-Investitionen nachweislich stimuliert. 2024 machten 2.506 Unternehmen (über 80 % KMU) F&E-Ausgaben von 8,8 Mrd. Euro geltend; das beantragte Prämienvolumen lag bei 1,4 Mrd. Euro. Die ausgelöste Wertschöpfung liegt deutlich darüber. 

Die Sparte Industrie Niederösterreich informiert daher regelmäßig über die wichtigsten Eckpunkte bei der Forschungsprämie.

Im Update 2026 zu den aktuellen Entwicklungen in der Forschungsprämie am 12. Februar 2026 von Natascha Stornig-Wisek (LeitnerLeitner) und Claudia Hofmann-Turek (Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft) war einer der wesentlichen Inhalte die Novellierung der Forschungsprämienverordnung (BGBl. II 302/2025 vom 18.12.2025) ohne Begutachtung, die ab dem Prämienjahr 2026 zu erheblichen Einschränkungen führen kann.

Mit der Novelle wurde auch der neue Begriff „marktnahe Forschung und experimentelle Entwicklung“ eingeführt. Danach sollen Aufwendungen bei Projekten, deren Ergebnisse ohne vorherige Eigennutzung kommerziell verwertet werden, nur noch insoweit begünstigt sein, als sie „allein durch die FuE“ und nicht (auch) durch die Vermarktung veranlasst sind.

Zusätzlich hat das Bundesministerium für Finanzen am 23.01.2026 eine Information veröffentlicht, die die Abgrenzung weiter verschärft bzw. widersprüchlich zum Verordnungstext verstanden werden kann.

Neue Regelung droht Prämienvolumen zu halbieren 

Diese Änderungen haben für Irritationen und Kritik bei Niederösterreichs Industrie gesorgt. 

Denn mit der Einführung des Begriffs „marktnahe Forschung“ dürfen Material und Rohstoffe, die für Forschung und Entwicklung eingesetzt werden, ab 2026 nicht mehr für die Forschungsprämie berücksichtigt werden, wenn daraus Produkte entstehen, die ohne vorherige Eigennutzung vermarktet werden.

Im Klartext: Werden aus Forschungsmaterialien Produkte für den Verkauf, gibt es keine Prämie mehr. „Das ist völlig kontraproduktiv, hemmt Forschungsaktivitäten in den Betrieben und beeinträchtigt damit Innovationen, die unsere Unternehmen und der gesamte Wirtschaftsstandort gut brauchen können“, kritisiert WKNÖ-Industriespartenobmann Helmut Schwarzl. Er appelliert, diesen Passus ersatzlos aus der Verordnung zu streichen.

Letztlich müsse Forschung in Unternehmen immer auf den Markt ausgerichtet sein, alles andere wäre widersinnig. Expertenberechnungen zufolge könnte die Regelung Prämienrückgänge um bis zu 50 Prozent bedeuten.

Die Bundesregierung hat sich in ihrer Industriestrategie klar zur Positionierung Österreichs als starker Forschungsstandort, sowie zur Forschungsprämie als echtem Standort-Vorteil bekannt und weniger Bürokratie rund um die Prämie angekündigt. Das ist der richtige Weg, der nicht durch neue Hemmschuhe beeinträchtig werden darf.

Gruppenfoto
© WKNÖ V.l.n.r.: Alexander Schrötter, Claudia Hofmann-Turek und Natascha Stornig-Wisek.

Weitere interessante Artikel
  • Seitliche Aufnahme einer Person mit weißem Kittel, Bart, dunklen Haaren und Handschuhen. Die Person steht an einer Station mit einer Glasscheibe, hinter der Reagenzgläser stehen
    Zurücknahme des Punktes der "marktnahen Forschung" in der Forschungsprämienverordnung
    Weiterlesen