Detailaufnahme der Oberfläche von flüssigem Erdöl, in die ein Tropfen fällt, wodurch die Oberfläche gebrochen wird und kleine Wellen schlägt
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Mineralölindustrie, Fachverband

FVMI: Rückgang bei Diesel und Heizöl setzt sich 2023 fort

Benzinverbrauch steigt hingegen um 7,8 Prozent

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Der Verbrauch von Diesel (DK) und Benzin (OK) in Österreich liegt 2023 laut einer Markteinschätzung des Fachverbandes der Mineralölindustrie (FVMI) bei insgesamt 7,41 Millionen Tonnen, was den rückläufigen Trend seit 2019 bestätigt.

Umgerechnet von Tonnen in Liter wurden 2023 etwa 9 Milliarden Liter Kraftstoff verbraucht – rund 2,14 Milliarden Liter Benzin und rund 6,86 Milliarden Liter Diesel. Im Jahr 2022 waren es rund 9,24 Milliarden Liter, im Jahr 2019 vergleichsweise noch rund 10,54 Milliarden Liter Kraftstoff.

Der voraussichtliche Jahresverbrauch von Diesel ist mit rund 5,79 Millionen Tonnen gegenüber dem Vorjahr (-5,5 %) zurückgegangen, während der Benzinverbrauch mit 1,62 Millionen Tonnen einen Zuwachs um 7,8 % erfuhr. Der Heizölverbrauch verzeichnete 2023 laut FVMI-Markteinschätzung ein Minus von 8,6 % und liegt damit bei rund 848.000 Tonnen. "Die Tendenz der Vorjahre mit einem Minus bei Diesel und Heizöl und einem Plus bei Benzin hat sich damit 2023 fortgesetzt", erklärt Hedwig Doloszeski, FVMI-Geschäftsführerin.

Branche sichert Energieversorgung in Zeiten der Transformation

"Unsere Branche steht vor der Herausforderung, die Transformation hin zu einem klimaneutralen Energiesystem bis 2050 bzw. 2040 erreichen zu müssen. Gleichzeitig ist es erforderlich, die konventionelle – das heißt fossil-basierte Energieversorgung bis zum Übergang zu gewährleisten, um die Versorgung zu sichern. Der Einsatz fossiler Energieträger ist aktuell noch alternativlos, wird aber in Zukunft – unbestritten – eine geringere Rolle spielen", so Doloszeski.

Breites Tankstellennetz sorgt für flächendeckende Versorgung

Im Jahr 2023 kam es zu einer Verschiebung der Marktanteile der sogenannten Major-Branded Servicestationen der FVMI Mitgliedsunternehmen. Die Verteilung unter den 1.316 Tankstellen stellte sich Ende 2023 wie folgt dar: 326 Eni, 257 bp, 220 Shell, 216 OMV, 161 JET und 136 Avanti (OMV).

Höhere Kosten 2024 durch CO2-Bepreisung und steigende Ziele der Kraftstoffverordnung

Mit 1. Jänner 2024 steigt die CO2-Bepreisung von 32,5 Euro auf 45 Euro pro Tonne, was Auswirkungen auf die Verbraucherpreise haben wird und auch den Druck auf den Wirtschafts- und Beschäftigungsstandort erhöht. Der Anteil der CO2-Bepreisung am Bruttopreis pro Liter erhöht sich konkret auf 13,5 Cent bei Diesel und 12,3 Cent bei Eurosuper 95. Das Ziel zur Minderung der Treibhausgasemissionen in der Kraftstoffverordnung (KVO) wird bis 2030 jedes Jahr um 1 % angehoben, mit Anfang 2024 steigt es auf 7 %.

Die Herausforderungen der Energiewende in punkto Versorgungssicherheit, Wettbewerbsfähigkeit, Nachhaltigkeit und Leistbarkeit könne kein Energieträger allein bewältigen. Der Druck zu handeln sei da – in der politischen Verantwortung liege es aber, Ziele zu formulieren und vor allem mit Rahmenbedingungen zu verknüpfen, die die Umsetzung vorantreiben.

Hinweis: Die FVMI-Verbrauchseinschätzung umfasst das Gesamtjahr 2023. Die Angaben aus der Erdöl-Verbrauchsstatistik des BMK lagen bei Erstellung des Pressetextes bis inkl. September 2023 vor.

Stand: 02.01.2024