Praxisnahes Unternehmensformat für Jugendliche mit und ohne Behinderung
Aktionstag „Inklusion macht Schule“ bei BILLA Ansfelden
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Gemeinsam mit dem NEBA Betriebsservice und BILLA Ansfelden veranstaltete die WKO Linz-Land am 23. März einen Aktionstag „Inklusion macht Schule“, ein praxisnahes Unternehmensformat für Jugendliche mit und ohne Behinderung. Zehn Schüler mit und zehn Schüler ohne Behinderung im Alter von 15 bis 18 Jahren wurden bei BILLA Ansfelden in den Unternehmensalltag integriert.
„In einem realen Betriebsumfeld erlebten die Jugendlichen gemeinsam, wo ihre persönlichen Stärken liegen, was sie begeistert und welche beruflichen Möglichkeiten zu ihnen passen. Das Miteinander stand dabei im Fokus. BILLA eröffnete dazu allen Teilnehmenden die Möglichkeit, im Rahmen eines interaktiven Workshopformats am Vormittag und einer anschließenden Praxiserprobung am Nachmittag im Markt in Ansfelden ihre persönliche Begeisterung für den Lebensmitteleinzelhandel zu entdecken. Die Leitidee dabei: Jeder Mensch hat Talente, jeder Mensch kann etwas besonders gut und jeder Mensch soll die Chance haben, seine Begeisterung zu entdecken, unabhängig von körperlichen, kognitiven oder sozialen Voraussetzungen“, beschreibt Jürgen Kapeller, Obmann der WKO Linz-Land, das Projekt.
„Die Arbeitskräftefrage wird auch in Zukunft demografiebedingt die heimische Wirtschaft beschäftigen. Erfreulicherweise erkennen immer mehr Betriebe das Potenzial von Menschen mit Beeinträchtigungen. Eine Beeinträchtigung ist lediglich ein Merkmal von vielen, die einen Menschen ausmachen. Sie bedeutet nicht automatisch eine Einschränkung der Leistungsfähigkeit der betroffenen Person. Oft entwickeln Menschen mit Beeinträchtigungen gerade wegen ihrer erlebten Behinderungen besondere Fähigkeiten und Talente. Wir wissen aus Erfahrungsberichten von Unternehmen, dass Menschen mit Beeinträchtigungen sehr positiv zum Betriebsklima beitragen“, so Kapeller.
„Eine inklusive Arbeitswelt ist ein Gewinn für alle Beteiligten, für die Menschen selbst, für die Unternehmen und für den gesamten Wirtschaftsstandort Oberösterreich. Jeder Einzelne bringt individuelle Fähigkeiten und Talente mit, die, richtig eingesetzt, eine enorme Wirkung entfalten können. Es ist von großer Bedeutung, schon früh zu lernen und zu erleben, wie Vielfalt und unterschiedliche Kompetenzen das Miteinander bereichern und Innovation fördern. BILLA übernimmt in Oberösterreich eine Vorreiterrolle, indem sie jungen Menschen im Rahmen dieses Formats die Chance bietet, ihre Stärken zu entdecken und in einem inklusiven Umfeld erfolgreich einzubringen“, unterstreicht Sozial-Landesrat Christian Dörfel.
Thomas Steingruber, Vertriebsdirektor von BILLA in Oberösterreich, betont: „Inklusion ist bei uns fest in die Unternehmensabläufe und Entscheidungsprozesse integriert. Mit dem Aktionsformat ‚Inklusion macht Schule‘ ermöglichen wir jungen Menschen, die Vorteile von gelebter Inklusion direkt zu erfahren und ihre persönlichen Stärken zu entdecken, sodass sie diese später im Berufsleben nutzen können.“
„Wir beraten Unternehmen dabei, Menschen mit Behinderung erfolgreich zu beschäftigen, und greifen dabei auf die wertvollen Erfahrungen unserer eigenen Mitarbeiter mit Behinderung zurück. Unser Team setzt sich aus Kolleginnen und Kollegen mit und ohne Behinderung zusammen, die gemeinsam in der Beratung, Projektarbeit, im Back-Office und am Telefon tätig sind“, erklärt Claus Jungkunz, Geschäftsführer beim NEBA Betriebsservice (Netzwerk Berufliche Assistenz). Als zentrale Anlaufstelle und Informationszentrum bietet der NEBA Betriebsservice, gefördert durch das Sozialministerium und kofinanziert vom Land Oberösterreich, österreichweit ein umfassendes, kostenfreies Service aus einer Hand. „Die Beschäftigung von Menschen mit Behinderung bringt für Unternehmen zahlreiche Vorteile und stellt in vielerlei Hinsicht eine echte Bereicherung dar“, ist Jungkunz überzeugt.