Junge Talente führen Wirtshaus
Bei „Schule macht Wirtshaus“ führen angehende Tourismus-Profis einen Gastronomiebetrieb mit echter Verantwortung
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Ein Wirtshaus zu führen bedeutet planen, kalkulieren, organisieren und Verantwortung übernehmen. Genau diese Erfahrung machen die Schülerinnen und Schüler der vierten Klassen der Tourismusschulen Bad Leonfelden bei der Initiative „Schule macht Wirtshaus“. Bereits zum siebten Mal übernehmen die angehenden Tourismus-Profis ein Wirtshaus –im heurigen Jahr das „Wia z’Haus Dinghofer“ in Wartberg – und zeigen, was sie gelernt haben.
Dabei geht es um weit mehr als Service und Küche am Veranstaltungstag. Die Jugendlichen sind über Wochen hinweg intensiv in die Vorbereitung eingebunden. Sie entwickeln ein viergängiges Menü, kalkulieren Preise und Wareneinsatz, erstellen Einkaufslisten, stimmen sich mit regionalen Produzenten ab und planen die Abläufe in Küche und Service. Auch Getränkebegleitung, Menükarte und Tischdekoration werden eigenständig organisiert. „Hier wird nicht nur gekocht und serviert – hier wird unternehmerisch gedacht“, betont Karl Wögerer, Obmann-Stellvertreter der oö. KultiWirte. „Die Schülerinnen und Schüler erleben realistisch, was es bedeutet, einen Betrieb zu führen. Genau diese Praxisnähe macht den Wert des Projekts aus.“
Im Mittelpunkt steht ein viergängiges Menü, das sich klar an den Werten der KultiWirte orientiert: Regionalität, Qualität und traditionelle oberösterreichische Wirtshauskultur. Die Zutaten stammen aus der Region, das Konzept verbindet Tradition mit moderner Interpretation.
Für Serviceleiterin Hannah Gierlinger und Küchenleiter Tobias Roscher ist die Gesamtverantwortung eine besondere Herausforderung: „Von der Planung bis zur Umsetzung liegt alles in unserer Hand. Man merkt schnell, wie viele Entscheidungen getroffen werden müssen, damit am Abend alles reibungslos funktioniert. So fühlt es sich an, selbst ein Unternehmen zu führen.“
Auch Gerold Royda, OÖ-Wirtesprecher und Bundesausbildungsverantwortlicher, sieht in der Veranstaltung ein starkes Signal für die Branche: „Projekte wie ‚Schule macht Wirtshaus‘ zeigen, wie praxisorientierte Ausbildung im Tourismus aussehen kann. Junge Menschen übernehmen Verantwortung und gewinnen Sicherheit für ihren weiteren Berufsweg. Das ist eine wichtige Investition in die Zukunft unserer Betriebe.“
Die Bedeutung qualifizierter Nachwuchskräfte unterstreicht Michael Nell, Fachgruppenobmann der oö. Hotellerie: „Regionale Kulinarik ist ein wesentliches Buchungsmotiv in der Hotellerie. Bei „Schule macht Wirtshaus“ zeigen junge Talente, wie hochwertig und kreativ oberösterreichische Wirtshauskultur sein kann.“
Für Direktorin Manuela Riener ist das Projekt ein wesentlicher Bestandteil der Ausbildung: „Unsere Schülerinnen und Schüler übernehmen echte Verantwortung – organisatorisch, fachlich und wirtschaftlich. Die Verbindung von Theorie und Praxis ist unser Erfolgsmodell.“
„Schule macht Wirtshaus“ bietet damit nicht nur einen besonderen Abend für die Gäste, sondern vor allem einen realistischen Einblick in das Leben als Wirt – mit Motivation, harter Arbeit und viel Begeisterung.