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Strompreissenkung
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Energiepreise wieder extrem - Politik muss rasch und konsequent gegensteuern

WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer: Strompreis nach Produktionskosten (Cost-Plus-Modell) berechnen und Steuerlast auf Treibstoffe senken 

Lesedauer: 3 Minuten

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Aktualisiert am 11.03.2026

„Was wir beim Ausbruch des Russland/Ukraine-Kriegs gesehen haben, droht auch jetzt: In der Folge des Iran-Kriegs geraten die Energiepreise und damit auch die Strommärkte unter Druck. Daher braucht es einen nationalen Energie-Krisenmechanismus, der vor exorbitanten Strompreissteigerungen schützt. Als WKOÖ haben wir dazu ein Modell einer nationalen kostenorientierten Preisbildung vorgeschlagen, um weitere Verwerfungen in der Wirtschaft als auch bei den Endkunden abzufedern“, so die WKOÖ-Präsidentin. Das so genannte Cost-Plus-Modell der WKOÖ sieht vor, dass Erzeuger einen fairen, kalkulierbaren Gewinn auf ihre tatsächlichen Produktionskosten aufschlagen, anstatt vom Markthöchstpreis zu profitieren. „Das Cost-Plus-Modell schafft Planungssicherheit, verhindert Preisspitzen und entlastet insbesondere energieintensive Betriebe, die ohnehin unter hohen Standortkosten leiden“, ergänzt Doris Hummer.

Das Cost-Plus-Modell schafft Planungssicherheit, verhindert Preisspitzen und entlastet insbesondere energieintensive Betriebe, die ohnehin unter hohen Standortkosten leiden.

Die akute Energiepreiskrise zeigt sich auch in den deutlichen Preissprüngen und den enormen Turbulenzen an den internationalen Öl- und Gasmärkten. „Jetzt ist der Finanzminister gefordert, die hohe Steuerbelastung auf Benzin und Diesel zumindest zu halbieren, die Mineralölsteuer auf das EU-Mindestniveau zu senken und die CO2-Abgabe so lange auszusetzen, bis sich die Preise wieder deutlich nach unten bewegen“, fordert WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer rasches und konsequentes Handeln, um die Folgen des Iran-Kriegs einzudämmen.

Cost-Plus-Modell für niedrige Strompreise im Energiekrisenfall

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© wkoö

Die WKO Oberösterreich spricht sich für die Einführung eines Cost‑Plus‑Modells als gezielten Energiekrisenmechanismus aus. Ziel ist, in außergewöhnlichen Krisensituationen faire, kostenbasierte und nachvollziehbare Strompreise sicherzustellen – mit klarem Fokus auf Versorgungssicherheit statt Spekulationsgewinnen.

Im Cost-Plus-Modell wird der Strompreis kostenorientiert reguliert. Er setzt sich aus den tatsächlichen Produktionskosten des jeweiligen Energieversorgungsunternehmens (EVU) sowie einem angemessenen, prozentual begrenzten Gewinnaufschlag zusammen. Ein fixer Strompreis wird bewusst nicht vorgegeben. Stattdessen wird der maximal zulässige Gewinnaufschlag begrenzt, um Marktverzerrungen zu vermeiden und gleichzeitig die wirtschaftliche Stabilität der Energieversorger sicherzustellen.

Zentrale Eckpunkte des Modells

  • Kostenorientierte Preisbildung: Der Energiepreis für Strom basiert auf den tatsächlichen Kosten eines rationell geführten EVU. Es wird kein Preis vorgegeben, sondern der maximale Gewinnaufschlag begrenzt. 
  • Vermeidung von Übergewinnen: Ziel ist, eine faire Preisgestaltung sicherzustellen und übermäßige Gewinne von EVUs zu vermeiden. 
  • Prioritäten für inländische Versorgung: Eine in Österreich erzeugte kWh darf nur exportiert oder gehandelt werden, wenn es im Inland keine Abnehmer gibt. Österreichische Kunden haben Vorrang. 
  • Importregelung: Bei Importbedarf wird die entstehende Kostenlücke in die Preiskalkulation einbezogen. 
  • Zeitliche Begrenzung: Die Preisregelung gilt befristet für die Dauer der Krise, max. für 12 Monate. 
  • Kontrolle und Umsetzung: Energieversorger berechnen die Preise selbst, Kontrollen erfolgen im Nachhinein.

Nutzen für Unternehmen

  • Das Cost‑Plus‑Modell bietet Unternehmen wirksamen Schutz vor spekulativen und krisenbedingt überhöhten Strompreisen. 
  • Die kostenbasierte Preisbildung schafft Transparenz und Nachvollziehbarkeit und verbessert damit die Planbarkeit der Energiekosten. 
  • Gleichzeitig leistet das Modell einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Energieversorgung auch in außergewöhnlichen Krisensituationen und stärkt damit die wirtschaftliche Stabilität der Betriebe.