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Industrie Forschung
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Massive Einschränkungen bei Forschungsprämie erfolgreich verhindert  

WKOÖ-Präsidentin Hummer: „Wir müssen die Forschungsprämie als echten Standort-Vorteil nutzen und zielgerichtet weiterentwickeln“

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Aktualisiert am 02.04.2026

Eine neue, viel zu weitreichende Bestimmung in der Forschungsprämienverordnung unter dem Titel der „marktnahen Forschung“ hat zuletzt zu starker Verunsicherung der Betriebe geführt. Nach massiver Kritik an der neuen Bestimmung hat das Finanzministerium nun reagiert und eine neue Forschungsprämienverordnung veröffentlicht. „Die neue Verordnung ist ein wichtiger interessenpolitischer Erfolg für die vielen Betriebe, die im Bereich der Forschung und Entwicklung tätig sind. Denn sie stellt sicher, dass die Forschungsprämie grundsätzlich im bisherigen Volumen abgesichert wird. Wir freuen uns daher, dass unsere Forderung nach einer deutlichen Entschärfung der Bestimmung der marktnahen Forschung umgesetzt wurde“, betont WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer. 

Die neue Verordnung ist ein wichtiger interessenpolitischer Erfolg für die vielen Betriebe, die im Bereich der Forschung und Entwicklung tätig sind. 


 
In der ursprünglichen Form gingen Experten von einem starken Rückgang der Forschungsprämien aus, die Bemessungsgrundlage würde sich um bis zu 70 Prozent reduzieren, da Material und Rohstoffe, die für Forschung und Entwicklung eingesetzt werden, ab 2026 in vielen Fällen nicht mehr für die Forschungsprämie hätten berücksichtigt werden dürfen. In der neuen abgeänderten Verordnung sind z.B. nun Prototypen und Pilotanlagen generell von einer Einschränkung ausgenommen. „Auch sonst wurden viele Verbesserungen aufgenommen. Anstatt der von Experten geschätzten 500 Millionen Euro an verminderter Forschungsprämie in der alten Verordnung geht man im Finanzministerium nun von einem Entfall von lediglich 15 Millionen Euro aus“, sagt Hummer. Auch die noch nicht veröffentlichte 150-seitige Forschungsprämienrichtlinie mit den Erklärungen und Beispielen müsse möglichst praxistauglich und unbürokratisch ausgestaltet werden.
 

Die ursprüngliche Fassung der Verordnung hätte den Kern der österreichischen Forschungs- und Entwicklungslandschaft getroffen und erhebliche Auswirkungen auf jene Sektoren gehabt, die den Hauptbeitrag zur Forschung leisten. 


„Die steuerliche Forschungsprämie ist ein bewährtes und wirksames Instrument der indirekten Forschungsförderung und stellt für viele Unternehmen ein wesentliches Kriterium in der Standort- und Investitionsentscheidung dar. Sie stärkt forschungsaktive Unternehmen, trägt zur Ansiedelung und Absicherung von Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten in Österreich bei und erhöht nachhaltig die Attraktivität des heimischen Wirtschaftsstandorts“, so die Präsidentin.
 
„Die ursprüngliche Fassung der Verordnung hätte den Kern der österreichischen Forschungs- und Entwicklungslandschaft getroffen und erhebliche Auswirkungen auf jene Sektoren gehabt, die den Hauptbeitrag zur Forschung leisten. Damit wäre die industrielle Innovationsfähigkeit sowie die Standortattraktivität Österreichs, gerade in den aktuell schwierigen Zeiten, substanziell noch weiter geschwächt worden“, ist Erich Frommwald, Obmann der Sparte Industrie der WKOÖ, überzeugt.
 
„Sowohl im Regierungsprogramm als auch in der Industriestrategie bekennt sich die Bundesregierung klar zur Forschungsprämie als echten Standort-Vorteil. Die Forschungsprämie soll deshalb abgesichert bzw. weiterentwickelt werden, um Österreich international als starken Forschungsstandort zu positionieren. Gleichzeitig muss aber die Bürokratie in der Forschungsprämie reduziert und an moderne Entwicklungszyklen angepasst werden. Daran gilt es nun zu arbeiten. Wir müssen die Forschungsprämie als echten Standort-Vorteil nutzen, zielgerichtet ausbauen und weiterentwickeln“, sind sich Hummer und Frommwald einig.