Hypo hofft auf schnelles Kriegsende
Das vergangene Jahr nahm die Hypo Oberösterreich mit im Aufwärtstrend, den der Krieg am Persischen Golf abrupt gestoppt hat. Dennoch lässt sich über das abgelaufene Geschäftsjahr viel Gutes berichten. Erstmals kratzte man beim Kreditvolumen an der Sieben-Milliarden-Euro-Marke
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Vorfreude trägt meist nicht weit. Das muss auch Hypo-Vorstand Klaus Kumpfmüller anlässlich der Bilanz-Pressekonferenz bestätigen. Das Kreditvolumen im Jahr 2025 beläuft sich auf stolze 6,9 Mrd. Euro, im Vergleich zum Vorjahr ist das eine Steigerung um 5,2 Prozent. „2025 hat eine lange Rezessionsphase abgeschlossen und einen wirtschaftlichen Turnaround gebracht", sagte Kumpfmüller. Im Neugeschäft habe man diesen Effekt genutzt und sich eigentlich auf ein Wachstum 2026 gefreut. Dass man nach wenigen Monaten die Auswirkungen des Krieges am Golf von Persien deutlich zu spüren bekommt, ist für den Hypo-Vorstand enttäuschend.
Im Neugeschäft konnte man zumindest im Vorjahr die Positiv-Entwicklung noch nutzen. Wir liegen bei den Neufinanzierungen wieder auf dem hohen Niveau von 2022." Knapp eine Milliarde Euro an neuen Krediten wurden vergeben. Im privaten, frei finanzierten Wohnbau gab es Zuwächse von gewaltigen 34,6 Prozent auf 252 Millionen Euro. Großkunden machten dabei 610 Millionen Euro des Volumens aus, man spricht hier von Großwohnbau, öffentlichen Einrichtungen, Kirche und kommerziellen Kunden.
Angesichts der sehr hohen Energiepreise rechnet der Hypo-Vorstand mit Zinserhöhungen durch die EZB. „Ich gehe davon aus, dass man aus den Versäumnissen von 2022 und 2023 gelernt hat. Der Markt erwartet eine Erhöhung des Leitzinses von 0,25 Prozent im Juni, weitere sollen folgen. Von Eingriffen der Politik in den Markt hält er als Verfechter einer ökosozialen Marktwirtschaft gar nichts, dennoch zollte er Respekt für das schnelle Handeln der Regierung im Bezug auf die Spritpreisbremse.
Gesteigert werden konnte der Jahresüberschuss vor Steuern, auf stolze 34,4 Mio. Euro. Das entspricht einem Plus von 11,6 Prozent. Die Hypo ist mehrheitlich im Besitz des Landes Oberösterreich und der Raiffeisen-Landesbank. Die Kundeneinlagen gingen auf 2,9 Milliarden Euro (minus 1,6 Prozent) zurück, die Wertpapier-Emissionen blieben in stabil bei 4,7 Milliarden Euro. Die Investorenbasis wurde gestärkt und vor allem im skandinavischen Bereich wurde neue Investoren gewonnen, konnte der Vorstand berichten. Weniger auskunftsfreudig zeigt sich Kumpfmüller bezüglich der Charade im Aufsichtsrat. Er bestätigte, dass Energie-AG-Finanzvorständin Eva Schinkinger als Nachfolgerin von BBRZ-Finanzchefin Miriam Schinker gewählt wurde. Das sorgt gerade für ein mächtiges Zerwürfnis zwischen ÖVP und SPÖ, erstere hatte Schinkinger nominiert und letzere deshalb Landesgeschäftsführerin Nicole Trudenberger nicht einbringen können. „Ein Vorstand sucht sich seinen Aufsichtsrat nicht aus", hielt sich Kumpfmüller zu dieser Frage parteilos.
Ein Novum wurde auch noch verkündet. Die Hypo-Filiale in der Eisenhandstraße wird zum Jahresende in die Filiale Landstraße integriert. Dies sei nicht primär eine Sparmaßnahme, sondern eine Vernunftsentscheidung, die beiden Filialen liegen nur 750 Meter voneinander entfernt.
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