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Kasache
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Kasachstan ist mehr als eine Drehscheibe zwischen Europa und China

Warum soll man Kasachstan auf dem Exportschirm haben? Was bietet der Markt und warum lohnt sich gerade jetzt ein Intensivieren der Geschäftsbeziehungen? 

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Aktualisiert am 20.05.2026

Clemens Machal (Bild), Wirtschaftsdelegierter in Almaty, gibt Einblicke und Antworten.

Kasachstan, die größte Volkswirtschaft Zentralasiens und strategisch zwischen China und Europa gelegen, fungiert als Drehscheibe entlang der modernen Seidenstraße und erschließt zugleich einen zwar geopolitisch sensiblen, aber chancenreichen Markt. Mit rund 21 Mio. Einwohnern ist Kasachstan Österreichs wichtigste Exportdestination in Zentralasien. Österreichs Ausfuhren erreichten zuletzt knapp 330 Mio. Euro (+9 Prozent), getragen vor allem von Maschinen und Anlagen, Medizintechnik und pharmazeutischen Produkten sowie Mess- und Prüfinstrumenten. Über 450 österreichische Unternehmen sind bereits vor Ort, rund 45 mit eigenen Niederlassungen. Gleichzeitig importierte Österreich 2025 Waren im Wert von 2,4 Mrd. Euro, fast alles Öl- und Erdölprodukte. Kasachstan ist damit aktuell Österreichs wichtigster Lieferant von Erdölprodukten.

Die wirtschaftliche Lage im Land ist stabil, wachstums­orientiert und durch Reformen geprägt. Kasachstan investiert in Industrialisierung, Infrastruktur und Diversifizierung weg vom Rohstoffsektor. Die EU-Rohstoffpartnerschaft (seit 2022) sowie umfangreiche Vorkommen an Erdöl, Uran, Seltenen Erden und Metallen unterstreichen das Potenzial
des Landes. Bis 2030 sieht man ein zusätzliches Exportpotenzial für Österreich von rund 290 Mio. Euro. Die Herausforderung ist, dieses Potenzial tatsächlich zu realisieren.

Konkrete Marktchancen bestehen insbesondere im Projektgeschäft: Modernisierung der Industrie, Energie- und Rohstoffsektor, Bergbau, Gesundheitswesen sowie Konsumgüter und Tourismus. Österreichische Qualität ist gefragt, auch wenn der Preisdruck durch Anbieter aus China, der Türkei oder anderen asiatischen Ländern spürbar ist. Erfolgsentscheidend sind lokale Präsenz, gute Partnerschaften und institutionelle Unterstützung.

Jetzt ist ein günstiger Zeitpunkt für den Ausbau von Geschäftsbeziehungen. Die Region rückte in den letzten Jahren geopolitisch stärker in den Fokus, Lieferketten werden diversifiziert und Kasachstan positioniert sich als verlässlicher Partner zwischen Ost und West. Wer frühzeitig Netzwerke aufbaut, kann sich nachhaltig im Markt verankern und vom kasachischen Wachstum profitieren.

Clemens Machal ist am 11. Juni beim AH-Tag in der WKOÖ

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