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Globale Konflikte bremsen Aufschwung

Die aktuell vorhergesagte, neuerliche Konjunkturschwäche vertieft die Sorgenfalten vieler Unternehmer in Oberösterreich. In einer Entlastung der Wirtschaft sieht die WKOÖ ein wirksames Gegenmittel.

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Aktualisiert am 22.04.2026

Die Verschärfung der Krise im Nahen Osten hat eine spürbare wirtschaftliche Erholungsphase, die sich noch zu Jahresbeginn abgezeichnet hat, wieder eingebremst. Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) hat seine Prognose für das Wirtschaftswachstum in Österreich für heuer von +1,2 Prozent auf +0,9 Prozent gesenkt. Für 2027 wird eine reale BIP-Steigerung von 1,3 Prozent erwartet. Damit im Einklang steigt wegen der deutlich höheren Rohöl- und Erdgaspreise die Inflationsrate wieder in Richtung 3 Prozent.

Umso mehr müssen unsere Betriebe jetzt entlastet werden. Vor allem eine deutliche Senkung der Lohnnebenkosten und ein Bürokratieabbau sind schnell wirksame Gegenmittel, um die extremen Energie- und Rohstoffpreise etwas besser zu verdauen.

„Umso mehr müssen unsere Betriebe jetzt entlastet werden. Vor allem eine deutliche Senkung der Lohnnebenkosten und ein Bürokratieabbau sind schnell wirksame Gegenmittel, um die extremen Energie- und Rohstoffpreise etwas besser zu verdauen“, fordert WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer. „Die Bundesregierung darf auf keinen Fall mehr zögern, diese Entlastungsschritte im Doppelbudget für 2027 und 2028 zu setzen.“

Für sichere Energieversorgung

Zusätzlich muss eine sichere, nachhaltige und leistbare Energieversorgung angekurbelt werden. Ein erster Schritt in diese Richtung ist der Beschluss des Erneuerbare-Ausbau-Beschleunigungsgesetzes (EBAG). Es zielt darauf ab, bürokratische Hürden beim Ausbau erneuerbarer Energien abzubauen und über gebündelte Genehmigungsverfahren mehr Planungssicherheit zu gewährleisten. 

„Erneuerbare Energieerzeugung ist langfristig immer noch die günstigste Energieform, senkt die Abhängigkeit von externen Anbietern und sichert die Energieversorgung unserer Betriebe nachhaltig. Wir müssen auch in Oberösterreich das Tempo bei allen erneuerbaren Energieformen deutlich erhöhen“, unterstreicht Hummer.

Wifo und IHS müssen Prognosen revidieren

„Mit dem Ausbruch des Iran-Kriegs und dem dadurch ausgelösten starken Anstieg der Öl- und Gaspreise haben sich die Unsicherheit stark erhöht und die Konjunkturaussichten merklich eingetrübt“, so die Wirtschaftsforscher von Wifo und IHS in ihrer Frühjahrsprognose. Ging man im Dezember noch von einem Wachstum für heuer von 1,2 (Wifo) bzw. 1,0 Prozent (IHS) aus, wird nun 0,9 bzw. 0,5 Prozent prognostiziert. Für 2027 rechnet man mit 1,3 Prozent (Wifo) bzw. 0,8 Prozent (IHS) BIP-Plus. 2025 wuchs das reale Bruttoinlandsprodukt um 0,6 Prozent. 

Die Inflation soll mit 2,7 bzw. 2,9 Prozent weiter über dem 2-Prozent-Ziel der EZB, aber deutlich unter dem Wert von 2025 (3,6 Prozent) liegen. Die Lage am Arbeitsmarkt bleibt den Wirtschaftsforschern zufolge „nahezu unverändert“. Während das Wifo für 2026 und 2027 mit 7,4 bzw. 7,1 rechnet, geht das IHS von 7,5 bzw. 7,4 aus.