Grünes Licht besser heute als morgen: Linz braucht die Ost-Tangente
WK-Obmänner Schneckenreither und Schobesberger: „Wollen Bevölkerung, Pendler und Wirtschaft im oö. Zentralraum in naher Zukunft nicht am immer dichter werdenden Verkehr ersticken, müssen Stadt, Land und Bund an einem Strang ziehen.“
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Durch die Fertigstellung der tschechischen Autobahn D3 bis zur Staatsgrenze Ende 2026 als auch den österreichischen Lückenschluss der S10 bis 2031/32 entsteht eine durchgängige Nord-Süd-Verbindung zwischen Prag und dem Adriaraum, die Prognosen zufolge einen massiven Verkehrsanstieg mit sich bringen wird. Ohne zusätzliche Entlastungsmaßnahmen droht die Linzer Stadtautobahn A7, die bereits heute stark aus- und regelmäßig überlastet ist, zur Hauptschlagader dieses Korridors zu werden. „Eine verkehrliche Entlastung des Zentralraums durch die geplante Ost-Tangente ist in diesem Hinblick unerlässlich“, weist Wolfgang Schneckenreither, Obmann der Sparte Transport und Verkehr, einmal mehr auf dieses kritische Nadelöhr hin.
Blockaden lösen
Bereits vor Jahren erfolgte für die geplante Ost-Tangente ein aufwändiges Trassenauswahlverfahren, in dem die sowohl ökonomisch als auch ökologisch beste Variante in der OÖ Raumordnung als Grundstückskorridor gesetzlich verankert wurde – die notwendigen Grundflächen werden damit freigehalten. „Doch ein blockierender Gemeinderatsbeschluss der Stadt Linz sowie ein säumiges Bundesministerium verhindern ein Vorankommen des Projekts“, wird Schneckenreither deutlich.
Ein blockierender Gemeinderatsbeschluss der Stadt Linz sowie ein säumiges Bundesministerium verhindern ein Vorankommen des Projekts Ost-Tangente.

Wolfgang Schneckenreither
Obmann der Sparte Transport und Verkehr
Seitens des Ministeriums für Innovation, Mobilität und Infrastruktur wird seit Jahren am Projekt Verkehrsprognose 2040+ gearbeitet. Die darin enthaltenen Zahlen, Daten und Fakten sind für die Detailplanung und ein Vorankommen in der Umsetzung der Ost-Tangente dringend notwendig. Trotz der erfolgten Aufforderung im Rahmen der österreichweiten Verkehrsreferentenkonferenz ist das Ministerium aber nach wie vor dazu säumig. Für die Projektrealisierung ebenso unerlässlich ist zudem ein Antrag und Beschluss im Nationalrat zur Aufnahme der Ost-Tangente ins Bundesstraßengesetz. Auch bei der Stadt Linz darf das Projekt Ost-Tangente nicht in Vergessenheit geraten. „Eine verantwortungsvolle Linzer Stadtpolitik ist gut beraten, aufgetretene Probleme im Zuge des Projekts aktiv anzugehen und konstruktive Lösungen zu finden, bevor die Linzer Stadtautobahn endgültig einen Infarkt erleidet“, mahnt Schneckenreither.
Enorme Aufwertung des Standorts
Auf die positiven Aspekte einer Entlastung des Zentralraums durch die Ost-Tangente weist auch Klaus Schobesberger, Obmann der WKO Linz-Stadt, hin. Durch die Verlagerung des Durchgangsverkehrs wird das untergeordnete Straßennetz, der Zentralraum Linz inklusive Brücken, Tunnel und Wohngebiete, entlastet. „Weniger Ausweichverkehre wirken sich positiv auf die innerstädtische Verkehrssicherheit aus und werten Wohnsiedlungen und öffentliche Stadträume auf“, so Schobesberger. Die Gesamtverkehrsleistung wird durch die zusätzliche Tangente erhöht und die Verkehrsqualität steigt auch durch die direkte Anbindung zur A7, B1 und A1.
Eine Verbesserung der Lebensqualität schafft die Ost-Tangente sowohl für Pendler als auch die ansässige Bevölkerung.

Klaus Schobesberger
Obmann der WKO Linz-Stadt
„Eine Verbesserung der Lebensqualität schafft die Ost-Tangente sowohl für Pendler als auch die ansässige Bevölkerung“, unterstreicht der Linzer WK-Obmann. Weniger Belastung hinsichtlich Emissionen und Lärm durch Stauvermeidung, Verringerung der Pendel- bzw. Reisezeiten, bessere Mobilitätsplanung und attraktivere Optionen für Freizeit- sowie Einkaufsverkehre für Bevölkerung und Tourismus sind nur einige positive Effekte, die gleichzeitig auch der hiesigen Wirtschaft in die Karten spielen. „Weniger Verzögerungen im Wirtschaftsverkehr, Standortattraktivierung durch Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des Zentralraums Linz, Erhöhung der Erreichbarkeit der Betriebe und dadurch vermehrte Betriebsansiedlungen sowie rascher funktionierende Lieferketten sind nur einige Beispiele, von denen der Wirtschaftsstandort Linz mehr als profitieren würde“, hält Schobesberger fest.