Merit-Order-Prinzip in Krisensituation überdenken – Energiepreise dürfen Standort nicht gefährden
WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer fordert rasche Gegenmaßnahmen der Bundesregierung angesicht des Iran-Konflikts, um eine Inflationsspirale zu verhindern
Lesedauer: 1 Minute
Das aktuelle geopolitische Geschehen im Nahen Osten unterstreicht erneut die extreme Anfälligkeit unseres Energiesystems für externe Schocks. Angesichts des eskalierenden Iran-Konflikts drohen erneut massive Preissprünge bei Energie – mit unmittelbaren Auswirkungen auf die gesamte Wirtschaft und die Kaufkraft der Bevölkerung.
Es braucht eine zeitlich befristete, aber wirksame Anpassung des Preissetzungsmechanismus im Strommarkt, um extreme Preisausschläge abzufedern.

Doris Hummer
Präsidentin WKOÖ
„Besonders kritisch ist dabei das Merit-Order-Prinzip im Strommarkt. In Krisensituationen führt dieses System dazu, dass der teuerste Erzeuger den Preis für alle bestimmt – auch wenn der Großteil des Stroms deutlich günstiger produziert wird. Dieser Mechanismus verursacht nicht nur künstliche Preisspitzen, sondern beschleunigt auch die Inflation, ohne dass die heimischen Unternehmen oder Verbraucher einen Einfluss darauf hätten“, warnt WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer. „Österreich darf nicht erneut in eine energiepreisbedingte Inflationsspirale geraten. Die Bundesregierung muss daher jetzt handeln – vorbeugend und entschlossen. Es braucht eine zeitlich befristete, aber wirksame Anpassung des Preissetzungsmechanismus im Strommarkt, um extreme Preisausschläge abzufedern.“
Cost-Plus-Modell
Auf nationaler Ebene schlägt die WKOÖ das Cost-Plus-Modell vor. Dieses sieht vor, dass Erzeuger einen fairen, kalkulierbaren Gewinn auf ihre tatsächlichen Produktionskosten aufschlagen – anstatt vom Markthöchstpreis zu profitieren. „Das Cost-Plus-Modell schafft Planungssicherheit, verhindert Preisspitzen und entlastet insbesondere energieintensive Betriebe, die ohnehin unter hohen Standortkosten leiden“, so Hummer.