Mobilität braucht Wege
Neben großen Neubauprojekten gilt es vor allem auch, das bereits bestehende Mobilitätsnetz aufrecht und verkehrstauglich zu halten.
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„Egal, ob im ländlichen Bereich, oder im Zentralraum, auf ein gut ausgebautes Verkehrsnetz ist jeder angewiesen“, bringt es Wolfgang Schneckenreither, Obmann der Sparte Transport und Verkehr, auf den Punkt, der mit seinen Branchenkollegen dicke Bretter zu bohren hat.
Blockaden lösen
Dass es eine Lösung für die bereits jetzt mehr als ausgelastete Linzer Stadtautobahn A 7 braucht, liegt auf der Hand. Mit dem Projekt „Osttangente“ gibt es diese auch, doch lokalpolitische Blockaden und ein säumiges Bundesministerium verhindern ein Weiterkommen des Projekts. Schneckenreither wird nicht müde, an die Stadt Linz und an den Bund zu appellieren, in diesem Bereich endlich an einem Strang zu ziehen.
Auch bei anderen zentralen Projekten – wie Mauthausner Brücke, A 26 Westring oder S-Bahn-Konzept – gilt es, die planmäßige Umsetzung durchzuziehen. „Sicherzustellen ist auch die Durchführung dringender Sanierungsmaßnahmen im hoch- und niederrangigeren Straßen- und Brückennetz“, weist der Spartenobmann auf 2000 Straßenkilometer in OÖ hin, die in schlechtem Zustand sind. Die Verkehrsreferentenkonferenz hat die Bundesregierung dazu bereits mehrmals aufgefordert, die Einnahmen aus Strafgeldern bei Verkehrsdelikten auf Bundesstraßen umzuwidmen. Ein angemessener Anteil soll den Ländern als Straßenerhalter zufließen, um die Finanzierung der Sanierungsmaßnahmen sicherzustellen.
Transportlogistik unter Druck
Im Schienenverkehr verursachen Streckensperren aufgrund der Deutschen-Bahn-Netzsanierung heimischen Logistikern hohe Mehrkosten. Besonders Totalsperren der wichtigen Strecke Passau–Nürnberg schmerzen. Ein Kostenausgleich ist nötig, um Fracht nicht vom umweltfreundlichen Verkehrsträger Bahn auf andere zu verlieren.
„Fakt ist: Mobilität braucht Wege und damit eine taugliche Verkehrsinfrastruktur, um ihre Aufgabe als Erfolgsfaktor für den Standort OÖ erfüllen zu können“, fasst Schneckenreither die Situation der heimischen Transportwirtschaft zusammen.
WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer:
Blutkreislauf der Wirtschaft
Als kleine, offene Volkswirtschaft mit einem hohen Exportanteil muss Österreich intensiver als zuletzt am Erhalt seines Wohlstands arbeiten. Besonders auf die Verkehrsinfrastruktur als Standorterfolgsfaktor warten zentrale Herausforderungen.
Immer mehr verkehrliche Hotspots erweisen sich als gravierende Mobilitätsprobleme, die weite Kreise ziehen. Die Linzer Stadtautobahn A 7, die B 1 oder die Mauthausner Brücke sind nur einige Beispiele, die sich in der Bevölkerung längst zu Reizwörtern entwickelt haben. Diese Baustellen stellen nicht nur Anrainer und Pendler vor große Herausforderungen, sondern besonders auch die heimische Wirtschaft. Der Kampf mit Kosten-, Zeit- und Kapazitätsproblemen im Transportwesen ist für viele Unternehmen mühevoller Alltag.
Wir brauchen Mut zur Tat bei großen Projekten im Straßen- und Schienenbereich, um verkehrliche Brennpunkte zu entschärfen und funktionierende Transportrouten am Standort auch in Zukunft garantieren zu können. Gleichzeitig müssen wir auch den Wasser- und Luftweg im Auge behalten, um die optimale Verknüpfung aller Verkehrsträger zu ermöglichen und das volle Potenzial im oö. Transportwesen auszuschöpfen.
Verkehr ist der Blutkreislauf der Wirtschaft. Steht das Transportwesen, steht die gesamte Gesellschaft. Jeder Euro, der in die Verkehrsinfrastruktur investiert wird, ist ein Beitrag zur Vorsorge gegen einen Infarkt des Systems.
Wir brauchen Mut zur Tat bei großen Projekten im Straßen- und Schienenbereich, um verkehrliche Brennpunkte zu entschärfen.

Doris Hummer
WKOÖ-Präsidentin