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Nahversorgung modernisieren statt Händler belasten

WKOÖ-Spartenobmann Sonntag fordert Umsetzung digitaler Selbstbedienungskonzepte und Stopp der geplanten Paketabgabe

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Aktualisiert am 13.05.2026

Während viele kleine Gemeinden um ihre Nahversorgung kämpfen, bleibt die Bundesregierung bei angekündigten Liberalisierungsschritten für digitale Selbstbedienungskonzepte säumig. Gleichzeitig droht mit der geplanten Paketabgabe eine zusätzliche Belastung für heimische Händler und Konsumenten. Die Sparte Handel der Wirtschaftskammer Oberösterreich fordert daher rasche und praxistaugliche Maßnahmen zur Stärkung regionaler Handelsstrukturen.

Es ist völlig widersprüchlich, wenn man einerseits über die Sicherung der Nahversorgung spricht und andererseits mit einer schlecht gemachten Paketsteuer genau jene Betriebe belastet, die Versorgung im ländlichen Raum überhaupt erst ermöglichen

 „Gerade kleine Gemeinden brauchen moderne und flexible Lösungen, damit Nahversorgung auch in Zukunft möglich bleibt. Digitale Selbstbedienungskonzepte und Hybridmärkte sind dafür ein wichtiger Baustein. Gleichzeitig ist es völlig widersprüchlich, wenn man einerseits über die Sicherung der Nahversorgung spricht und andererseits mit einer schlecht gemachten Paketsteuer genau jene Betriebe belastet, die Versorgung im ländlichen Raum überhaupt erst ermöglichen“, spricht Martin Sonntag, Obmann der Sparte Handel, zwei aktuelle Widrigkeiten für die heimischen Händler an.
 
Ohne Personal länger öffnen
Die Wirtschaftskammer setzt sich für eine bedarfsgerechte Ausweitung der Öffnungszeiten bei Hybridmärkten und Selbstbedienungskonzepten ein. Konkret sollen Verkaufsflächen mit Personal weiterhin die bestehenden Öffnungszeiten beibehalten können. Darüber hinaus sollen Selbstbedienungsbereiche geöffnet werden dürfen.
 
Kein Ersatz für Nahversorger
„Diese Modelle ersetzen keine klassischen Nahversorger, sie sichern vielmehr dort Versorgung, wo herkömmliche Konzepte wirtschaftlich kaum mehr darstellbar sind. Wer Digitalisierung ernst nimmt und den ländlichen Raum stärken will, muss hier endlich handeln“, betont Sonntag.
 
Paketabgabe trifft heimische Händler und Kunden
Scharfe Kritik übt Spartenobmann Martin Sonntag auch an der geplanten nationalen Paketabgabe von zwei Euro pro Paket. „Die Abgabe klingt zunächst wie eine Maßnahme gegen internationale Plattformen. Tatsächlich trifft sie aber tausende heimische Händler, die über Plattformen wie Amazon oder eBay verkaufen.“ Er fordert daher einen Stopp des Gesetzesentwurfs in seiner derzeitigen Form.

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