Optimistischer Ausblick trotz geopolitischer Spannungen bei Sparkasse OÖ
Die Sparkasse Oberösterreich verzeichnete im Geschäftsjahr 2025 hohe Zuwächse im Geschäft mit Landwirten und fast eine Verdoppelung im privaten Wohnbau. Durch mehr Rückstellungen sollen Risiken abgefangen werden.
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Eine durchwegs solide Bilanz legt Sparkassen-Generaldirektorin Stefanie Christina Huber vor. Gemeinsam mit den Vorstandsdirektoren Manuel Molnar und Martin Punzenberger betont sie, dass man die starke Position in der Region festigen konnte.
Deutlich höheres Kreditvolumen
Einen deutlichen Anstieg gab es im Kreditvolumen. So kletterten die Kundenkredite im Bereich Privat- und Unternehmenskunden um 7,7 Prozent auf zehn Mrd. Euro, der Nettozuwachs bei den Investitionskrediten belief sich auf acht Prozent und erreichte einen Wert von 4,3 Mrd. Euro zu 3,9 Mrd. im Jahr davor. Außerdem konnte die Sparkasse OÖ einen deutlichen Anstieg beim Neugeschäft im privaten Wohnbau um satte 85,4 Prozent verbuchen. Die Bilanzsumme stieg um 1,9 Prozent auf 15,8 Mrd. Euro, im Vorjahr lag sie bei 15,5 Mrd. Euro. Die Kundeneinlagen erhöhten sich um 0,9 Prozent auf 11,9 Mrd. Euro zu 11,8 Mrd. Euro in 2024.
Verändertes Kunden-Anlageverhalten
„Das Anlageverhalten der Kunden geht klar auf eine aktive Kundenbeziehung und die zahlreichen Beratungsgespräche zur finanziellen Gesundheit zurück", sagt die Generaldirektorin. „Ein Teil der Anlagen wurde in Wertpapiere umgeschichtet“, berichtet Huber. Die NPL-Quote, also die Kreditausfallrate, verbesserte sich von 3,5 auf 3,45 Prozent. Das Ergebnis vor Steuern stieg um drei Prozent auf 117,7 Mio. Euro.
Deutlich höhere Risikovorsorge
Augenfällig ist die deutlich erhöhte Risikovorsorge per Jahresende 2025 in Höhe von 40,4 Mio. Euro, im Jahr davor lag diese noch bei 18,6 Mio. Euro. Damit will man dem herausfordernden globalen Umfeld Tribut zollen, wie Vorstandsdirektor Martin Punzenberger (im Foto rechts) erklärt. Ihr Betriebsergebnis konnte die Sparkasse OÖ im Vergleich zu 2024 um 16,1 Prozent auf 165,5 Mio. Euro steigern. Die Entwicklung des Zins- und Provisionsergebnisses hatte einen wesentlichen Einfluss darauf. Das Zinsergebnis konnte um 5,6 Prozent auf 243,7 Mio. Euro ausgebaut werden, das Provisionsergebnis stieg um 6,5 Prozent auf 149,6 Mio. Euro. Maßgeblich dazu beigetragen hat der deutliche Zuwachs beim Wertpapiervolumen der Privatkunden.
Das harte Kernkapital stieg von 1,003 Mrd. Euro auf 1,086 Mrd. Euro, das Kernkapital von 1,083 Mrd. auf 1,166 Mrd. Euro. Die Kernkapitalquote lag bei 19,6 Prozent (2024: 17,2 Prozent). Die Eigenmittelquote stieg von 20,05 auf 22,80 Prozent, die Summe der Eigenmittel um 5,6 Prozent auf 1,358 Mrd. Euro.
Neue Standorte und Zusammenlegungen
Vier neue Filialstandorte wurden im vergangenen Jahr in Attnang-Puchheim, Wels-Pernau, Sattledt und im neuen High-Five-Tower in Linz eröffnet. 115 Standorte umfasste das Fiilalnetz zum Jahresende 2025. Sieben weitere Standorte sollen in diesem Jahr hinzukommen, einige SB-Standorte und kleinere Filialen sollen durch Zusammenlegungen effizienter gestaltet werden.
Gutes Geschäft mit der Landwirtschaft
Eine interessante Entwicklung hatte Vorstandsdirektor Manuel Molnar (im Bild links)
zu verkünden. So konnten im landwirtschaftlichen Bereich rund 130 Geschäfte mit einem Volumen von rund 40 Mio. Euro getätigt werden, worüber man sich besonders freut. „Mit vielen Generationenwechseln in den landwirtschaftlichen Betrieben ist auch eine Öffnung in der Bereitschaft, neue Wege zu gehen, zu beobachten. Der Kundenkreis ist anspruchsvoll, wir setzen hier auf maßgeschneiderte Beratung und interessante Konditionen.“
Globale Situation bremst Optimismus
Der Ausbruch des Kriegs am Persischen Golf und die damit einhergehenden geopolitischen Spannungen konterkarieren den positiven Jahresauftakt aktuell, dennoch zeigt man sich perspektivisch optimistisch, dass auch das laufende Jahr positive Ergebnisse bringen kann, vorausgesetzt der Krieg endet zeitnah.
Einen erfreulichen Ausblick gab es auf die Eröffnung des Haupthauses an der Promenade, die für Juni terminiert ist. „Mit unserem neu gestalteten Haupthaus wollen wir das Miteinander fördern“, so Vorstandsdirektor Martin Punzenberger. „Wir schaffen damit Begegnungs- und Wohlfühlzonen sowie moderne Arbeitsplätze. Noch im ersten Halbjahr soll auch der Financial Life Park (FLiP) in der ersten Etage der Linzerie eröffnet werden. Dort will man vor allem jungen Menschen anhand von interaktiven Wissensstationen auf spielerische Art praxisnahes Wissen und wichtige Kompetenzen rund um das individuelle Geldleben angedeihen lassen.
Sparkasse Oberösterreich