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Neue Stiftungsprofessur für Wirtschaftsbildung an der JKU Linz.
© JKU

Wirtschaftskammer unterstützt Stiftungsprofessur für Wirtschaftsbildung an der Linzer JKU

Auf Initiative der Stiftung für Wirtschaftsbildung und mit Unterstützung von Finanzierungspartnern konnte die Johannes Kepler Universität Nicole Ackermann nach Linz berufen.

Lesedauer: 7 Minuten

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Aktualisiert am 09.04.2026

Die renommierte Forscherin stammt aus der Schweiz und ist derzeit Professorin für Berufspädagogik mit Schwerpunkt Didaktik an der Pädagogischen Hochschule Zürich. Im Herbst wird sie ihre Professur an der JKU antreten. 

"Junge Menschen brauchen heute gute Kenntnisse in Wirtschaft und Finanzen, um im Leben gut zurechtzukommen. Die Welt verändert sich schnell, gerade in der Wirtschaft und durch neue Technologien. Deshalb ist es wichtig, dass Schülerinnen und Schüler früh lernen, wie die Wirtschaft funktioniert, wie man klug einkauft, Geld spart und später einen passenden Beruf findet“, betont WKOÖ-Direktor Gerald Silberhumer.

Genau dafür steht die wirtschaftliche Bildung in der Schule. Sie hilft, Alltagsentscheidungen besser zu treffen – ob beim Einkaufen, bei der Berufswahl oder beim Umgang mit Geld. Wer die Zusammenhänge versteht, kann selbstbewusster handeln und vielleicht sogar einmal ein eigenes Unternehmen gründen.

Ein wichtiger Schritt ist die Einrichtung einer neuen Professur für Wirtschaftsbildung. Damit wird gezielt geforscht und gelehrt, wie man wirtschaftliche Themen noch besser im Unterricht vermitteln kann.

Die Wirtschaftskammer Oberösterreich unterstützt Schulen schon jetzt mit vielen Angeboten: 

  • Schule trifft Wirtschaft – Unternehmen öffnen ihre Türen für Schüler. 
  • Potenzialanalyse – Jugendliche finden heraus, worin sie gut sind. 
  • Talent Space – ein Ort, um Berufe spielerisch kennenzulernen.

"Über die Volkswirtschaftliche Gesellschaft der WKOÖ erreichen wir jedes Jahr rund 10.000 Jugendliche mit spannenden Programmen wie dem Unternehmerführerschein, Planspielen, Junior Company, Innovation Camps und der Initiative 'Wirtschaft verstehen = Wir unternehmen‘, sagt Silberhumer.

Wirtschaftliche Zusammenhänge verstehen

In einer zunehmend komplexen und global vernetzten Welt müssen wir uns Herausforderungen wie Preisinstabilität, Fachkräftemangel, Einkommensungleichheit und Klimaveränderung stellen. Das Verständnis der zugrundliegenden wirtschaftlichen Zusammenhänge ist ein wesentlicher Baustein für die Entwicklung und Umsetzung von Lösungen.

„Ökonomische Bildung ist daher ein Grundpfeiler für die Teilhabe an unserer modernen Wirtschaft“, betont JKU Rektor Univ.-Prof. Dr. Stefan Koch„Ich freue mich daher sehr, dass wir an der JKU mit Professorin Ackermann hier neue Wege gehen und einen wesentlichen Beitrag zur Economic Literacy junger Menschen leisten können.“

Besonders dankt Koch den Stiftungspartner*innen: „Es ist dies ein wichtiger Schritt, der die enge Verbindung und auch die gegenseitige Stärkung von Universität, Wirtschaft und Gesellschaft zeigt. Vielen Dank für diese Initiative!“ 

Die ökonomische Allgemeinbildung ist an Österreichs Schulen nur in begrenztem Umfang verankert. Die Vermittlung wirtschaftlicher Zusammenhänge soll nun systematisch erforscht und Handlungsempfehlungen entwickelt werden. 

„Brücken bauen heißt Verantwortung übernehmen. Mit der Stiftungsprofessur schaffen wir langfristige Strukturen für Kooperation, Qualitätssicherung und Innovation in der Lehrer*innenausbildung. Die Wirtschaftspädagogik und die Fachdidaktik für Geographie und wirtschaftliche Bildung arbeiten künftig noch enger zusammen – von der Forschung über die Lehre bis in die Schulpraxis. Das Ergebnis sind Lehrpersonen, die fachlich fundiert, pädagogisch reflektiert und gesellschaftlich wirksam handeln können. Genau das braucht unser Bildungssystem jetzt“, erklärt Heidrun Edlinger, Vorstand Stiftung für Wirtschaftsbildung. 

Jakob Calice, PhD, Vorstand der Innovationsstiftung für Bildung, schließt sich an: „Ökonomische Bildung ist ein wichtiger Bestandteil zeitgemäßer Allgemeinbildung. Mit der Stiftungsprofessur an der JKU stärken wir die fachdidaktische Forschung und den Transfer in die Praxis. Damit schaffen wir eine fundierte Grundlage für Bildungsinnovation im Bereich Wirtschaftsbildung. Als Innovationsstiftung für Bildung ist es uns ein Anliegen, öffentliches und privates Engagement so zu verbinden, dass daraus echter Impact für Schulen und junge Menschen entsteht.“

Vielfältige Aufgaben

Univ.-Prof.in Dr.in Nicole Ackermann sieht ihrer neuen Aufgabe mit Spannung, aber auch Respekt entgegen. „Auf der Makroebene des Bildungssystems plane ich, die bestehenden Lehrpläne und Lernmaterialien zur ökonomischen und finanziellen Bildung fachdidaktisch zu analysieren, um bei der Entwicklung und Erprobung neuer Lernmaterialien impulsgebend mitzuwirken“, so die Bildungsexpertin. Damit aber sei es nicht getan: „Auf der Mikroebene des Bildungssystems beabsichtige ich die ökonomischen und finanziellen Kompetenzen von Schüler*innen und angehenden Lehrer*innen zu untersuchen. Die dadurch gewonnenen empirischen Erkenntnisse möchte ich dann in die Lehrer*innenbildung und die Unterrichtspraxis transferieren, um die Unterrichtsqualität an den Schulen zu stärken.“ 

Die neue Professur wird an der Sozial- und Wirtschaftswissenschaftlichen Fakultät am Institut für Wirtschafts- und Berufspädagogik angesiedelt sein. Dort wird bereits seit vielen Jahren federführend der Studiengang Wirtschaftspädagogik betreut, und zudem gibt es eine enge Kooperation mit der JKU Linz School of Education.  

„Mit der Einrichtung der neuen Professur deckt das Institut für Wirtschafts- und Berufspädagogik österreichweit einzigartig das gesamte Spektrum der Wirtschaftsbildung, von der Allgemeinbildung bis zur Berufsbildung, ab", freut sich Univ.-Prof. Dr. Georg Hans Neuweg, Vorstand des Instituts für Wirtschafts- und Berufspädagogik der JKU. 

Ökonomisches Bewusstsein stärken

Der neue Lehrstuhl soll Lehre und Forschung an der JKU in wesentlichen Bereichen der ökonomischen Bildung ausbauen – von Verbraucher*innenbildung und Financial Literacy über Berufs- und Arbeitsweltorientierung bis hin zu Entrepreneurship Education sowie wirtschaftsbürgerlicher und volkswirtschaftlicher Bildung. 

Ermöglicht wurde die Professur durch die großzügige Unterstützung durch Partner*innen aus Politik und Wirtschaft. Gründungspartner*innen sind die Stiftung Wirtschaftsbildung, die Wirtschaftskammer Österreich, die Innovationsstiftung für Bildung, die ERSTE Stiftung, die Sparkasse OÖ, die Fabasoft AG, das Land Oberösterreich, die Industriellenvereinigung OÖ sowie die Oesterreichische Nationalbank. 

„Finanz- und Wirtschaftsbildung gehören zu einer guten Schulbildung wie Lesen, Schreiben und Rechnen. Eine solide Finanzbildung bringt einen gut und gelingend durch den Alltag – vom ersten Taschengeld bis hin zur Pensionsvorsorge. Die Wirtschaftsbildung weitet den Blick für die größeren Zusammenhänge, die unseren Standort und die Arbeitswelt prägen. Beides ist für mündige Bürgerinnen und Bürger unerlässlich. Unterricht und Lernmaterialien auf Höhe der Zeit sind eine wesentliche Grundlage dafür. Darum unterstützen wir die Stiftungsprofessur für Wirtschaftsbildung aus voller Überzeugung“, so der für Finanzbildung zuständige OeNB-Direktor Josef Meichenitsch.  

Zu den Stiftern zählt auch die Fabasoft AG. „Junge Menschen müssen durch ökonomische Allgemeinbildung in ihrem Selbstvertrauen gestärkt werden. Das ist auch der Nährboden für den Mut zum Unternehmer*innentum. Daher unterstützt Fabasoft seit vielen Jahren zivilgesellschaftliche Bildungsinitiativen“, betont Vorstandsvorsitzender Helmut Fallmann

Die Bedeutung wirtschaftlicher Bildung bestätigt auch Gudrun Egger von der ERSTE Stiftung: „Viele Entscheidungen unseres täglichen Lebens und auch hinsichtlich längerfristiger Weichenstellungen haben direkt oder indirekt mit Geld zu tun. Dennoch mangelt es vielen Menschen an fundiertem wirtschaftlichem oder finanziellem Verständnis. Wirtschafts- und Finanzbildung sind eine unverzichtbare Grundlage für eine selbstbestimmte Gestaltung des Lebens. Mit der Förderung dieser Stiftungsprofessur für Wirtschaftsbildung an der JKU möchten wir dazu beitragen, dass junge Menschen dieses Verständnis entwickeln und finanzielle Entscheidungen souverän treffen können.“ 

Auch Herbert Auer, Vorstandsvorsitzender der Anteilsverwaltung Sparkasse OÖ, erklärt: „Mit der Unterstützung der Stiftungsprofessur der JKU möchten wir dazu beitragen, dass Finanzbildung in der Breite der Gesellschaft ankommt. Wirtschaftsbildung soll integraler Bestandteil der allgemeinen Bildung sein, um Menschen zu befähigen, selbstbestimmte finanzielle Entscheidungen zu treffen. Als Sparkasse OÖ und Anteilsverwaltung Sparkasse OÖ leisten wir durch verschiedene Maßnahmen, wie zum Beispiel dem Financial Life Park (FLiP), einen niederschwelligen Beitrag zur Förderung der Wirtschaftsbildung.“ 

„Wirtschaftsbildung ist sowohl für die persönliche Entwicklung als auch für den gesamten Standort Oberösterreich von entscheidender Bedeutung. Die Stiftungsprofessur für Didaktik der ökonomischen Bildung bietet die Chance für die Schaffung einer wissenschaftlichen Grundlage dafür, Ökonomische Allgemeinbildung in unserem Schulwesen bestmöglich zu verankern. Das Institut für Wirtschafts- und Berufspädagogik an der Johannes Kepler Universität Linz ist der ideale Standort für diese Stiftungsprofessur. Eine fundierte ökonomische Bildung ist eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass Oberösterreich seinen erfolgreichen Weg als Wirtschaftsbundesland Nr. 1 der Republik weiter fortsetzen kann“, betont zudem Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner

Dem schließt sich IV OÖ-Geschäftsführer DI Dr. Joachim Haindl-Grutsch an: „Für die Industriellenvereinigung Oberösterreich ist die Förderung der Wirtschaftskompetenz junger Menschen ein großes Anliegen. Den Schülerinnen und Schülern zeitgemäßes, ideologiefreies und praxisnahes Wirtschaftswissen zu vermitteln, ist in unserer komplexen globalen Ökonomie eine Grundvoraussetzung für einen erfolgreichen Berufsweg und für das generelle Verständnis wirtschaftlicher und finanzpolitischer Entwicklungen. Im derzeitigen schulischen Alltag wird diesem Aspekt zu wenig Aufmerksamkeit gewidmet. Die Stiftungsprofessur wird dazu einen enorm wichtigen Beitrag leisten.“