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exportbilanz 1 halbjahr 2023
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Schon jetzt einen Fuß in der Tür haben – Ukraine im Außenhandelsfokus

Warum soll man die Ukraine, die sich seit über vier Jahren gegen den Aggressor Russland verteidigt, auf dem Exportschirm haben? Was spricht dafür, seine Außenhandelsfühler auszustrecken? David Bachmann, Wirtschaftsdelegierter in Kiew, gibt Einblicke und Antworten.

Lesedauer: 1 Minute

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Aktualisiert am 06.05.2026

Trotz des anhaltenden Vertei­digungskrieges gegen Russ­land und schwerer Schäden an Wirtschaft und Infra­struktur hält sich die Ukraine erstaunlich gut. Das BIP lag in den letzten zwei Jahren zwischen 2,9 und 1,9 Prozent. Heuer sollen es 2,1 Prozent werden. Dass die Ukraine makroökonomisch relativ stabil dasteht, liegt unter an­derem an der massiven Un­terstützung seitens der EU. Und diese hält weiter an, wie die Ukraine-Wiederaufbau­konferenzen und die jüngs­te Freigabe eines zinslosen 90-Milliarden-Euro-Kredits zeigen. Nicht zuletzt deshalb sollte man als exportorien­tiertes Unternehmen nicht warten, bis der Krieg zu Ende ist, sondern schon jetzt einen Fuß in der Tür haben.

Der Wiederaufbau hat bereits begonnen und findet laufend statt. Wer jetzt schon präsent ist, hat zweifelsohne nach Beendigung des Krieges eine stärkere Startposition.

Schätzungen der Weltbank aus 2026 gehen von Wiederaufbaukosten in Höhe von ca. 500 Milliarden Euro aus. Inves­titionsfonds wurden in der Ukraine bereits gegründet. Das Interesse internationaler Investoren an der Ukraine ist groß, konkrete Projekte sind aber aufgrund der herrschen­den Krieges erst im Planungs­stadium. Den größten Wie­deraufbaubedarf gibt es im Wohnbau (ca. 17 Prozent des Gesamtbedarfs) gefolgt von Transport (15 Prozent), Ener­gie (13 Prozent) und Indust­rie (13 Prozent). Genau dort liegen die besten Chancen für Engagements. So plant die Ukraine langfristig, die ge­samte Energieerzeugung auf die zwei Säulen Erneuerbare und Atomenergie umzustel­len. Im Transportbereich wird bereits an der Anbindung des Schienennetzes an die euro­päischen Normen (Spurbrei­te) gearbeitet.

Österreichs Exportwirtschaft ist schon jetzt gut etabliert. Im Vorjahr sind die Exporte bereits das fünfte Mal in Folge zweistellig gewachsen und haben 760 Mil­lionen Euro erreicht. Stark ist Österreichs Exportwirt­schaft bei chemischen Erzeugnissen, Maschinen und Fahrzeugen sowie bearbeiteten Waren und Nahrungsmitteln.

Fazit: Der Wiederaufbau hat bereits begonnen und findet laufend statt. Wer jetzt schon präsent ist, hat zweifelsohne nach Beendigung des Krieges eine stärkere Startposition.

David Bachmann ist am 11. Juni beim AH-Tag in der WKOÖ.

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