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Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner und WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer verlängern die Kooperation für das Export Center OÖ bis 2030.
© (C) Röbl

Export unter Druck – Oberösterreich setzt auf neue Märkte und starke Partnerschaften

Wirtschaftskammer OÖ und Land OÖ verlängern Kooperation für Export Center OÖ als zentrale Drehscheibe für Internationalisierung bis 2030

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Aktualisiert am 07.04.2026

Der Export bleibt das Rückgrat der oberösterreichischen Wirtschaft – steht aktuell jedoch zunehmend unter Druck. „Mit der Verlängerung des Export Center OÖ bis 2030 setzen wir ein klares Signal für die Zukunft“, erklären WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer und Wirtschafts-Landesrat Markus Achleitner. „Das Export Center bündelt seit mehr als 25 Jahren die Exportagenden von Wirtschaftskammer OÖ und Land OÖ und ist damit ein zentraler Baustein der Erfolgsstory Exportland OÖ.“ Der Vertrag zur gemeinsamen Finanzierung wurde nun um weitere fünf Jahre bis 2030 verlängert.

Das Export Center OÖ ist zentrale Drehscheibe und „One-Stop-Shop“ für alle Fragen rund um Export und Internationalisierung. Gemeinsam mit der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA – mit rund 700 Expertinnen und Experten an rund 100 Standorten weltweit – steht den Unternehmen ein einzigartiges Netzwerk zur Verfügung.

„Das Export Center OÖ ist eine effektive Plattform für Wissen, Netzwerke und Marktzugang. Gerade in herausfordernden Zeiten ist diese gebündelte Unterstützung entscheidend für den Erfolg unserer Unternehmen“, betonen Hummer und Achleitner. 

Export bleibt Schlüssel für Wohlstand

Denn diese herausfordernden Zeiten dominieren in den vergangenen Jahren: Zwar ist und bleibt Oberösterreich das exportstärkste Bundesland Österreichs: Rund ein Viertel des gesamten österreichischen Exportvolumens wird hier erwirtschaftet, jeder zweite Arbeitsplatz hängt direkt oder indirekt vom Export ab. Mit Warenexporten von 31.500 Euro pro Kopf liegt Oberösterreich deutlich über dem Österreich- (21.600 Euro) und EU-Schnitt (14.700 Euro).

Gleichzeitig zeigen aktuelle Zahlen eine spürbare Eintrübung: Im ersten Halbjahr 2025 gingen die Warenausfuhren in Oberösterreich um 3,9 Prozent auf 23,9 Milliarden Euro zurück. Besonders deutlich ist der Rückgang im Export in die USA (-26,8 Prozent), während der wichtigste Handelspartner Deutschland weiterhin schwächelt.

Die Diversifizierung der Handelspartner gewinnt damit weiter an Bedeutung. Neue Freihandelsabkommen – etwa mit Mercosur, Indien, Australien oder Indonesien – eröffnen zusätzliche Perspektiven für die heimischen Betrieb

Die Rahmenbedingungen für unsere exportorientierten Betriebe sind deutlich schwieriger geworden. Geopolitische Krisen, steigende Energiepreise und zunehmender Protektionismus belasten die internationale Wettbewerbsfähigkeit massiv. Mit dem Export Center OÖ bieten wir für Oberösterreichs Unternehmen umfassende Unterstützung an, damit sie sich weiterhin auf den Weltmärkten behaupten können. 

Geopolitik, Kosten und Bürokratie als zentrale Herausforderungen

Der anhaltende Krieg in der Ukraine, die Eskalation im Nahen Osten sowie zunehmende Handelsbarrieren setzen den globalen Märkten zu. Gleichzeitig verschärfen hohe Energiepreise und steigende Bürokratiekosten im Inland die Situation zusätzlich.

Gerade energieintensive Betriebe stehen unter Druck, da geopolitische Spannungen unmittelbare Auswirkungen auf Energiepreise und damit auf Produktionskosten haben. 

Diversifizierung bringt Stabilität und neue Chancen

Trotz schwieriger Rahmenbedingungen zeigen sich klare Chancen durch neue Märkte: So konnten etwa die Exporte nach Indien im ersten Halbjahr 2025 um 36,8 Prozent gesteigert werden. Auch in dynamischen EU-Märkten wie Tschechien, Ungarn oder Slowenien verzeichnet Oberösterreich Wachstum.

„Die Diversifizierung der Handelspartner gewinnt damit weiter an Bedeutung. Neue Freihandelsabkommen – etwa mit Mercosur, Indien, Australien oder Indonesien – eröffnen zusätzliche Perspektiven für die heimischen Betriebe“, unterstreicht WKOÖ-Präsidentin Doris Hummer. 

Fokus auf Greentech und neue Freihandelsmärkte

Inhaltlich setzt das Export Center OÖ klare Schwerpunkte: Neben klassischen Exportmärkten rücken insbesondere Greentech-Lösungen in den Fokus – von Energieeffizienz über Umwelttechnik bis hin zu nachhaltiger Mobilität. Zudem werden gezielt Aktivitäten in neuen Freihandelsmärkten gesetzt, um Unternehmen beim Markteintritt und Ausbau internationaler Geschäftsbeziehungen zu unterstützen. 

Breites Serviceangebot für Unternehmen

Das Leistungsportfolio reicht von individueller Exportberatung über Förderberatung bis hin zur Export-Academy und internationaler Geschäftspartnervermittlung. Auch die Sensibilisierung junger Menschen für internationale Wirtschaft wird aktiv vorangetrieben.

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