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Aktuelle Recycling-Strategien in Schweden und Finnland

Kreislaufwirtschaft im Norden

Der Schwedische Weg zur Kreislaufwirtschafts

Schweden verfolgt seit dem Vorjahr eine nationale Strategie zur Entwicklung der Kreislaufwirtschafts. Diese zeigt auf wie Schweden seine Produktions-, Verbrauchs- und Geschäftsmodelle auf umweltschonende und zirkuläre Materialzyklen umsellen kann. Dahinter steht die Vision einer Gesellschaft, in der Ressourcen in umweltschonenden Kreislaufströmen effizient genutzt werden und die ausschließliche Verwendung von Neuware vermieden wird.  

Fokus Kunststoffe

Ein wichtiger Fokusbereich sind dabei Kunststoffe. Das Ziel der schwedischen Regierung ist es, die Verwendung von Kunststoffen, insbesondere Einwegprodukten, zu reduzieren und gleichzeitig bessere Recycling-Anlagen für Plastikabfälle zu entwickeln. Zudem sollen Produkte in Zukunft so gestaltet werden, dass das Materialrecycling erleichtert wird. Darüber hinaus soll auch die Sortierung von Kunststoffabfällen verbessert werden. 

Von den aktuell 1,3 Mio. Tonnen Plastikabfall jährlich, kommen die größten Anteile aus Verpackungen, dem Bausektor und der Fahrzeugindustrie. Knapp 50% der Plastikverpackungen werden recycelt. Hingegen gibt es bereits seit 1994 ein erfolgreiches Pfandsystem für PET-Flaschen, das eine Recyclingquote von 85% aufweist.  

Es gibt v.a. bei den Plastik-Einwegprodukten Initiativen, einerseits die Verwendung zu reduzieren und andererseits den Recycling-Anteil zu erhöhen. Darum wurde im vergangenen Jahr eine s.g. Plastiksackerl-Steuer eingeführt. Der normale Steuersatz für eine Plastiktasche beträgt SEK 3/Stk., also rd. 30 Eurocent. Für Beutel, die dünner als 15 Mikrometer sind und ein Volumen von maximal 7 Litern haben, beträgt die Steuer SEK 0,3/Stk., mit beachtlichen Effekten: Umfragen bei den großen Lebensmittelhändlern nach Einführung der neuen Steuer zeigten eine Reduktion des Verkaufs von Plastiktragetaschen von 50-60%.  

Im Gesetzwerdungsprozess ist außerdem gerade die Besteuerung von weiteren Plastik-Einwegprodukten, nämlich Bechern und Lebensmittelbehältern, die mit SEK 5/Stk. bzw. SEK 7/Stk besteuert werden sollen. Eine endgültige Entscheidung darüber wird in den kommenden Monaten erwartet. 

Finnische Kreislaufwirtschaft kurz und bündig – Roadmap ins Jahr 2025

Die weltweit erste nationale Roadmap für die Umsetzung der Kreislaufwirtschaft wurde in Finnland bereits im Herbst 2016 veröffentlicht. In der 2019 aktualisierten Roadmap 2.0 wurden Lösungen der Kreislaufwirtschaft, neue Visionen und die strategischen Ziele festgelegt. In der staatlichen Verwaltung, in den Gemeinden und Städten, im Geschäftsleben und im täglichen Leben der Finn*innen wurden insgesamt rund dreißig neue Maßnahmen zur Förderung der Kreislaufwirtschaft definiert. Finnland plant seine Ziele in der Kreislaufwirtschaft bis zum Jahr 2025 erreicht zu haben.  

Für den Finnish Innovation Fund Sitra ist Kreislaufwirtschaft ein Schlüsselbereich. Laut dessen Studie kann die Kreislaufwirtschaft den Wert der finnischen Volkswirtschaft bis zum Jahr 2030 um mindestens 3 Milliarden Euro erhöhen. Damit die finnischen Unternehmen und die Industrie diese Chance nutzen können, hat Sitra praktische Instrumente entwickelt, um die Tätigkeiten klimaneutral durchzuführen. Die finnische Kreislaufwirtschaft-Roadmap wurde weltweit mit großem Interesse aufgenommen, dies bewies auch die an Sitra verliehene Auszeichnung beim Circulars Award im Rahmen des Weltwirtschaftsforums.

Nachhaltige Verpackungen der Zukunft

Ein gutes Beispiel ist das Produkt AEGLE® von Kotkamills, eine hochwertige Faltschachtelserie mit Dispersionsbarrieren auf Wasserbasis. Die Kotkamills Group Oyj gehört seit kurzem zur Mayr-Melnhof Gruppe

Finnische Unternehmen, wie Paptic und Stora Enso Packaging, wurden für ihre innovativen Verpackungen schon mehrfach ausgezeichnet. Paptic entwickelt faserbasierte Kunststoffsubstitute, die feuchtigkeitsbeständig und langlebig sind. Das Material fühlt sich zudem angenehm an und knistert nicht. Die von Stora Enso Packaging entworfene Holzpelletsbox mit integriertem Tragegriff ist eine Innovation, die effektiven Transport, platzsparende Lagerung und die benutzerfreundliche Anwendung im Haushalt erlaubt.  

Vollständig biologisch abbaubare und ausschließlich auf nachwachsenden Rohstoffen basierende Verpackungen für Kosmetika, Trockenfutter und Nahrungsergänzungsmittel produziert Sulapac. Diese Verpackungen sind nicht nur schön, sondern können auch durch industrielle Kompostierung aufgearbeitet werden, ohne Mikroplastik zu hinterlassen. 

Wenn Sie mehr über die genannten Produkte und Initiativen wissen wollen oder sonstige Fragen zur Kreislaufwirtschaft in Schweden, Finnland und Norwegen haben, kontaktieren Sie uns bitte jederzeit gerne via E-Mail: stockholm@wko.at

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