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Die argentinische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Buenos Aires hat die wichtigsten Informationen zur argentinischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Stop-and-go der argentinischen Wirtschaft: Seit Dezember 2015 erlebt Argentinien eine tiefgreifende Rekonstruierungsphase. Die Regierung unter Mauricio Macri machte zu Beginn mit den Steuer-, Pensions- und Wettbewerbsreformen im Jahr 2017 erste Fortschritte. Die Strukturreformagenda ist allerdings seit der Währungskrise im vergangenen Jahr stark rückläufig.

Mit einem Wachstumsrückgang von -2,5 % im Jahr 2018, verursacht durch schwere Dürre und verschärft durch die Währungskrise kommt es auch für das Jahr 2019 zu einem negativen Übertragungseffekt (-1,1 %). Die nach wie vor hohe Inflationsrate von über 40 % und die schwache Wirtschaftskonjunktur verschlechtern die Aussichten auf eine Wiederwahl von Präsidenten Mauricio Macri bei den Präsidentschaftswahlen im Oktober 2019. Aufgrund des aktuellen Wahljahres sind auch längerfristige Investitionen als mögliche Wachstumsimpulse eher verhalten. 

Längerfristige Prognosen rechnen mit einer schrittweisen Verbesserung des realen Wirtschaftswachstumes mithilfe des exportorientierten Industriesektors, der Erholung des Agrarsektors und angekurbelt durch Investitionen in den Energiesektor. Die anhaltend Peso-Schwäche und der damit einhergehenden Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit unterstützen die wirtschaftliche Erholung im Zeitraum 2020 bis 2023 mit einem geschätzten moderaten Wachstum von rund 3 % pro Jahr.

Besondere Entwicklungen

Die Präsidentschaftswahl am 27. Oktober 2019 dominiert die aktuellen politischen Entwicklungen. Mauricio Macri strebt eine zweite Amtszeit von vier Jahren an.

Ende April 2018 verlor der argentinische Peso binnen weniger Wochen rund ein Drittel an Wert. Im Eiltempo konnte ein dreijähriger Rahmenkredit mit dem internationalen Währungsfond (IWF) über 57 Mrd. USD vereinbart werden. Im Gegenzug dazu verpflichtete sich Argentinien zu einer massiven Senkung der Staatsausgaben.

Die etwas ins Stocken geratenen Verhandlungen über ein Freihandelsabkommen zwischen der EU und den MERCOSUR-Ländern erhielt wieder Auftrieb. Die Verhandlungen laufen derzeit noch.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Österreichische Exporte sinken mit einem Wert von 133,6 Mio. Euro im Jahr 2018 um 9,7 % im Vorjahresvergleich. Damit schlugen sich die österreichischen Unternehmen deutlich besser als ihre europäischen Konkurrenten, deren Ausfuhren sogar um 21,7 % einbüßen mussten. In den ersten zwei Monaten 2019 ist eine Erholung der Exporte um 7,7 % feststellbar.

Gegliedert nach einzelnen Produktgruppen bildeten im Zeitraum 2018 österreichische Lieferungen von diversen Maschinen und Anlagen mit 46,4 Mio. Euro bzw. 34,7 % den Hauptteil. An zweiter Stelle folgen pharmazeutische Erzeugnisse mit 15,5 Mio. Euro bzw. 11,6 %, gefolgt von hochwertigen Motorrädern mit 4,4 Mio. Euro.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Argentinien

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Buenos Aires für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Argentinien der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Start-ups

Im Gegensatz zu den meisten lateinamerikanischen Ländern ist Argentiniens Start-up-Ökosystem hochentwickelt. So gibt es beispielsweise schon sechs argentinische „Unicorns“ mit einer Börsenbewertung von über 1 Mrd. US$: MercadoLibre, OLX, Auth0, Globant, Despegar und Prisma. Zahlreiche große Coworking Spaces (WeWork, Area3, HIT), sowie amerikanische Risikokapitalfonds und Acceleratoren (Y Combinator, 500 Start-ups, Techstars, Founder Institute) sind in Argentinien aktiv.

Gerade in den Bereichen Technik und Programmierung herrscht ein großes Fachkräfteangebot in Argentinien. Die Universidad de Buenos (UBA) belegt in vielen Studienrichtungen den ersten Platz in Lateinamerika, und sorgt mit 300.000 Studierenden für ein stetes Angebot an hochqualifizierten Arbeitskräften. Aufgrund der stagnierenden Wirtschaft sind Start-ups für viele junge gut ausgebildete Menschen eine Option. Durch den schwachen Peso ist es für ausländische Firmen vergleichsweise günstig Fachpersonal in Argentinien einzustellen. US-Unternehmen wie IBM, Microsoft, AMD, Intel, oder Amazon haben diese Chance bereits erkannt und große Entwicklungsbüros in Buenos Aires eingerichtet.

Schwerpunkte

Besonders viele Gründungen gibt es in den High-Tech Branchen BioTech, Machine Learning, Fintech, Telekom und Agrotechnologie. Neben dem gut ausgebildeten Fachpersonal tragen eine starke Infrastruktur, spezialisierte Acceleratoren und öffentliche Initiativen zum starken Wachstum des Bereichs bei. Vier Business Angel Netzwerke bieten Start-ups Mentoring und frühphasige Finanzierung. Später kommen häufig Investitionen durch lokale Unicorns oder argentinische Großunternehmen wie Telefónica oder YPF hinzu. Auch VC-Fonds aus den USA investieren regelmäßig, und holen vielversprechende Start-ups schnell ins Silicon Valley. Mehrere öffentliche Programme helfen ansässigen Start-ups auch bei der internationalen Expansion.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Österreichische Unternehmen können in vieler Hinsicht von Argentiniens zahlreichen Start-ups profitieren. Einerseits können Firmen direkt in für sie vielversprechende Start-ups investieren um mit diesen in Österreich zusammen zu arbeiten, wobei Programme wie goAustria und das Vienna Start-ups Package die Kosten in der Anfangsphase decken können. Alternativ bietet es sich aufgrund der vergleichsweise niedrigen Kosten und dem reichen Fachkräfteangebot in Entwicklung und Technik an, vor Ort F&E zu betreiben und dabei mit lokalen Start-ups zu kooperieren. Viele internationale Unternehmen tun dies bereits. Diese sind häufig in Coworking Spaces wie Area3, WeWork oder HIT anzutreffen.
Das AußenwirtschaftsCenter Buenos Aires hat bereits ein aktives Netzwerk im lokalen Start-up-Ökosystem aufgebaut, um Österreichs Firmen in jeder Phase bestmöglich zu unterstützen.

Bergbau

Argentiniens Struktur, Trends und Zukunft der Branche

Insbesondere für den Gold- Silber- und Kupferabbaut bietet Argentinien ein hohes Wachstumspotenzial. Auch die vorhandenen Lithiumreserven ziehen zunehmend das Interesse ausländischer Investoren auf sich. Der Großteil der nachgewiesenen Lagerstätten an Bodenschätzen ist noch nicht erschlossen. 

Im Gegensatz zu Chile und Peru sind die argentinischen Rohstofflagervorkommen noch wenig entwickelt. Die Wertschöpfung aus der Bergbauproduktion belief sich laut nationalem Statistikamt (INDEC) im Jahr 2016 auf ARS 36,18 Mrd. an der sich insgesamt 1.588 Unternehmen beteiligten. Das entspricht etwa USD 2,5 Mrd. gemessen am Jahresdurchschnittswechselkurs. Damit trägt Bergbau rund 1,8 % zum BIP bei. Der Anteil am Export beläuft sich auf ca. 1 %. 2016 beschäftigte die Bergbautätigkeit insgesamt 40.129 Personen in direkter und indirekter Form.

Argentinien zählt zu jenen Ländern, die über ein vielversprechendes Potenzial im Bereich Bergbau verfügen: Der Großteil der Mineralreserven des Landes wurde bislang noch nicht erschlossen und auch Risiko und Ertrag werden für den Bergbau in Argentinien langfristig gesehen als gut eingeschätzt.

Die bedeutendsten metallhaltigen Minerallagerstätten befinden sich in den Provinzen Santa Cruz, Catamarca, San Juan und Jujuy und umfassen Blei, Zink, Kupfer, Zinn, Silber und Gold. Die verstaatlichten Bergbauminen befinden sich vor allem in Jujuy, Catamarca und Río Negro und fördern in erster Linie Eisen, Gold und Silber.

Mit einem Anteil von 90 % ist die Tagebautechnik am weitesten verbreitet. Der Großteil des Privatkapitals konzentriert sich auf diesen Bereich. Etwa 4,5 % der Förderstätten erfolgen im Untertagebau und 3,2 % der Förderstätten weisen eine gemischte Technik auf. 

Neben den metallhaltigen Mineralien werden auch große Mengen an nichtmetallhaltigen Mineralien, abgebaut, darunter Tonerden, Salz und Gips. Außerdem werden Borate, Quarzsand, Quarz und viele weitere, wenn auch in geringeren Mengen, gefördert. Der Produktionswert von metallhaltigen Mineralien beträgt ARS 26.449 Mio. und die der nichtmetallhaltigen Mineralien ARS 1.340 Mio. sowie aus Steinbrüchen ARS 8.397 Mio.

Argentinien zählt zu den weltweit führenden Lieferanten von Lithium. Schätzungen des U.S. Geological Survey (USGS) zur Folge entfallen auf Argentinien etwa 6,5 % der weltweit bekannten Lithiumreserven. Nach Chile, China und Australien liegt Argentinien hiermit an vierter Stelle. Dem Leichtmetall kommt durch seinen Einsatz in der Produktion von Hochleistungsakkus eine strategische Bedeutung zu. Die in Argentinien übliche Gewinnung von Lithium durch das Verdampfen von Salzlaken ist besonders ökonomisch und wirkt sich daher auch positiv auf die Wettbewerbschancen im internationalen Vergleich aus.
Allein im Jahr 2016 zog es über 20 internationale Unternehmen nach Argentinien die sich vorwiegend auf die Förderung von Lithium konzentrierten. Unternehmen die in der Produktion auf Lithium angewiesen sind, wie beispielsweise Kfz-Hersteller bzw. Zulieferer, sind teilweise auch direkt an Förderunternehmen in Argentinien beteiligt. Gemeinsam mit Kupfer ist Lithium derzeit der Bodenschatz, der am meisten internationales Interesse von Bergbauunternehmen hervorruft.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Zukunft der argentinischen Bergbauindustrie: Für die Umsetzung größerer Fördervorhaben der potenzialreichsten Metalle Lithium, Kupfer, Gold und Silber sind in den kommenden Jahre Investitionen im Ausmaß von USD 27 Mrd. erforderlich. Dieses Investitionsvolumen wurde auf 26 konzessionierte Projekte mit förderbaren Rohstoffreserven berechnet. Der Anteil des Bergbausektors am BIP wird sich bis zum Jahr 2030 voraussichtlich von 1 % auf 3 % verdreifachen. Es ist zu erwarten, dass das internationale Interesse an der Lithium- und Goldförderung weiter anhalten wird. 

Erneuerbare Energien 

Energiekrise als Chance für erneuerbare Energien

Ein Anstieg im Energieverbrauch und eine rückläufige Energieproduktion durch unzureichender Investitionen in die energetische Infrastruktur führten zu einer strukturellen Krise des argentinischen Energiesektors. Energieimporte belasten die Außenhandelsbilanz und nehmen einen großen Teil der Devisenreserven des Landes in Anspruch. Trotz sukzessivem Abbau belasten die nach wie vor hohen Gas- und Stromsubventionen den Staatshaushalt zusätzlich. Von den Schwierigkeiten einer dauerhaften Stromversorgung durch die überlastete und überalterte Infrastruktur zeugte nicht zuletzt der großflächige Stromausfall im Juni 2019.

Ein Teil des Maßnahmenkatalogs der aktuellen Regierung um den Herausforderungen im argentinischen Energiesektor entgegen zu treten, ist der sukzessive Ausbau der erneuerbaren Energien. Diese hatten, mit Ausnahme der kleinen Wasserkraft (<50 MW), als Industriezweig und Primärenergiequelle bis dato noch keine Rolle im Land gespielt. Argentinien bietet aufgrund klimatischer Bedingungen und seiner großen geografischen Ausdehnung beste Voraussetzungen für den Einsatz von EE-Technologien. Mit einem Anteil von aktuell 5 % an der Energiematrix ist dieses Potenzial noch weitgehend ungenutzt und soll gemäß Regierungsvorgaben bis 2025 auf 20 % ausgeweitet werden.

Windenergie ist derzeit mit 56 % an den EE am stärksten vertreten, gefolgt von kleiner Wasserkraft mit 26 %, Solar mit knapp 16 % und Biomasse mit in etwa 2 %. Im Zuge der gesetzlichen Reglementierung der erneuerbaren Energien und dezentraler Energieversorgung wurden auch Treuhandfonds als Anreiz für Investitionen in erneuerbare Energien eingerichtet. Seit 2016 kam es zur Durchführung mehrerer öffentlichen Ausschreibungsrunden.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Besonders die Regionen im Nordwesten (La Rioja, Salta und Jujuy), als auch Regionen der Landesmitte (Mendoza, San Juan und San Luis) weisen eine überdurchschnittliche Sonneneinstrahlung auf. Durch relativ geringe Grundstückskosten und die vorhandenen Netzanschlusspunkte ist ein Potenzial für die Installation von Solarkraftwerken gegeben. 70 % der Fläche Argentiniens weisen Windstärken von 6m/Sekunde auf, im südlichen Patagonien werden Windstärken von bis zu 9m/Sekunde gemessen. Der exportstarke argentinische Agrarsektor bietet wiederum zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten für die Erzeugung von Biogas und Biomasse, während das Hochgebirgsmassiv der Anden nach wie vor großes Potenzial für die Nutzung der Kleinwasserkraft birgt. 

Österreichisches Know-how für EE-Technologien ist in Argentinien weithin hochgeschätzt. Potenzial für Geschäftskooperationen gibt es in allen genannten Bereichen der erneuerbaren Energien. Besonders die jüngste Reglementierung der Gesetzgebung zur dezentralen Energieversorgung für Industrie und private Haushalte verspricht der Nachfrage nach EE-Technologien ein weiteres Wachstum. Durch die nach wie vor mangelhafte Netzanbindung im Landesinneren, die steigenden Energiepreise sowie regelmäßige Netzausfälle besteht landesweit ein hohes Interesse an Lösungen zur eigenen Energieerzeugung.

Tourismus

Europa boomt nach wie vor als Reisedestination in Argentinien! Das belegen die Ergebnisse der internationalen Tourismusumfrage INDEC: In den letzten Jahren hat sich die Zahl der nach Europa Reisenden mit knapp 700.000 verdoppelt. Was den Argentiniern wichtig ist sind gebündelte – im Schnitt dreiwöchige – Paketreisen, Unterbringungsmöglichkeiten im 4 bis 5 Sterne-Bereich, Shoppingmöglichkeiten inkl. Tax-Refund, Luxusartikel und Kultur. Und noch ein Zuckerl zum Schluss: Unter den Top 10 der meistgesuchten exotischen Reiseziele befindet sich Wien!

Einführung

Argentinien zählt zu jenen Ländern, die über ein vielversprechendes Potenzial an Incoming-Touristen verfügen. Zum einen Dank der breiten Mittelklasse, die über die nötigen finanziellen Mittel verfügt, und zum anderen weil das Reisen – wie bei den Mitteleuropäern – bereits fester Teil der eigenen Kultur geworden ist.

Das Reiseverhalten der Argentinier

Unangefochtene Nummer Eins der beliebtesten Reisedestinationen der Argentinier, die außerhalb Südamerikas liegen, ist nach wie vor der US-Bundesstaat Florida. Doch schon unmittelbar danach folgt Europa. Nicht zuletzt deshalb, da ein bedeutend großer Teil der Bevölkerung aus Europa stammt oder gar noch Familie dort hat.

Ein argentinischer Tourist reist im Durchschnitt 20,4 Tage am Stück ins Ausland. Somit liegt Argentinien nach Brasilien an zweiter Stelle jener Länder in Südamerika, die am meisten Zeit in ihre Reisen investieren. Die Planung des Urlaubs wird im Schnitt 113,5 Tage im Vorhinein geplant.

Argentinier sind Kulturliebhaber! Ob für kulturelle Events oder Konzerte klassischer Musik erweisen sie sich als durchaus interessante Zielgruppe für den österreichischen Kulturtourismus. Das belegen auch die Zahlen vom Wiener Residenzorchester, die im vergangenen Jahr rund 7.000 argentinische Konzertbesucher verbuchen konnten. Auch der Anteil argentinischer Museumsbesucher ist in Relation zur Besucherzahl sehr hoch, nicht nur in großen, sondern durchaus auch in mittleren und kleineren Einrichtungen. So besuchen jährlich etwa 3.000 bis 4.000 Argentinier das Sigmund-Freund-Museum in Wien.

Flüge nach Europa erfolgen meist mit Iberia über Madrid oder Barcelona, mit British Airways über London, mit TAP Portugal über Brasilien und Lissabon oder mit Alitalia über Rom. Seit November 2018 bietet zudem Edelweiß Air zweimal wöchentlich einen Direktflug von Zürich nach Buenos Aires an. Weiters gewinnen Flüge mit Turkish Airlines zusehends an Bedeutung, obwohl Passagiere aufgrund der Flugzeiten eine Übernachtung in Istanbul auf sich nehmen müssen. Das Umsteigen stellt für den Großteil der argentinischen Reisenden kein Problem dar – der Preis muss stimmen.

Gebucht wird hauptsächlich im Internet, häufig im Zuge von Angebotsinitiativen wie Black Friday, Cyber Monday oder Feria de Vuelos. Bei der Suche im Internet dominieren deutlich Frauen mit einem Prozentanteil von 60,5 gegenüber Männern mit 30,5 Prozent (Stand: 2017/2018, Viajala).

Warum den Fokus auf Argentinien erweitern?

Argentiniens Tourismusverhalten bleibt trotz der starken Geldabwertung – oder gerade deswegen – weiterhin ein interessanter Markt, dem Beachtung geschenkt werden sollte. Die Erfahrung einer Reise nach Europa ist Wunsch vieler Argentinier und Argentinierinnen. Angesichts einer unklaren wirtschaftlichen Entwicklung im Land werden daher häufig Reisen als willkommene kurzfristige private Investition wahrgenommen.

Mit rund 32.000 Ankünften bzw. 71.000 Übernachtungen jährlich stellen die Argentinier, nach den Brasilianern, die zweitgrößte Touristengruppe aus Zentral- und Südamerika in Österreich dar. Zusätzlich erhöht werden diese Zahlen durch das „Doppelpass-Phänomen“: Aufgrund des hohen Anteils an europäischen Doppelstaatsbürgern in Argentinien, kann angenommen werden, dass zusätzlich zu diesen Zahlen nochmals mindestens 30 Prozent an Argentiniern mit ihrem EU- Pass (vor allem aus Spanien und Italien) einreisen – daher nicht als Argentinier im engeren Sinn statistisch erfasst werden, sondern als Europäer. Somit entfallen bereits jetzt jährlich rund 42.000 Ankünfte bzw. 92.000 Übernachtungen auf argentinische Touristen.

Chancen für österreichische Unternehmen

Dass Österreich schon lange kein Geheimtipp mehr unter den Argentiniern ist, beweisen nicht nur zahlreiche Reiseveranstalter – die von Bregenz über Salzburg bis hin zum Burgenland ein breitgefächertes Angebot im Gepäck haben – sondern zudem der Fakt, dass sich Wien unter den Top 10 der meistgesuchten exotischen Reiseziele befindet.

Doch nicht nur die Hauptstadt Österreichs, sondern auch die Destinationen Innsbruck, Salzburg, Lech am Arlberg, Melk sowie Hallstatt zählen zu vielbesuchten Stätten. Besonders die Landeshauptstadt Tirols entpuppt sich durch ihre zentrale Lage zu München und Venedig bei den Argentiniern als eine der bekanntesten Feriendestinationen Österreichs – genauso wie die Swarovski Kristallwelten in Wattens.

Da die argentinischen Sommerferien von Dezember bis Ende Februar/Anfang März stattfinden, ist die Zielgruppe besonders für jene Regionen Österreichs interessant, die durch diese Zielgruppe geschickt ihre „Ferienlöcher“ füllen können.

Für nähere Informationen zur Tourismusbranche in Argentinien, bei Interesse an einer Messebeteiligung sowie Unterstützung bei der Herstellung potenzieller Kontakte können Sie sich gerne an das AußenwirtschaftsCenter Buenos Aires wenden.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Argentinien problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Buenos Aires anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in in unserem Länderreport Argentinien.

Das AußenwirtschaftsCenter Buenos Aires berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Argentinien haben.