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Die bosnisch-herzegowinische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Sarajevo hat die wichtigsten Informationen zur bosnischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Nach vorliegenden Daten wird für 2020 ein gegenüber den Vorjahren deutlicher Einbruch der Wirtschaft um etwa -4,6% errechnet, ausgelöst von einem Rückgang bei Exporten von Waren und Dienstleistungen einschließlich Tourismus (-16,6%), des Privatkonsums (-4,1%) und der Investitionstätigkeit (Bruttoinvestitionen – 11,75%). Lediglich die Zunahme des Konsums der öffentlichen Hand um 0,4% zur Gegensteuerung zur Krise hat positiv zur Wirtschaftsentwicklung beitragen. Dies ist der höchste Rückgang seit Beendigung des Konfliktes Mitte der 90iger Jahre.

Im 1. Quartal 2021 konnte ein Wachstum um 1,5% erzielt werden, ausgelöst von einer Zunahme der Exporte von Waren und Dienstleistungen um 11%, sowie des Privatkonsums um 1,4% und der Ausgaben der öffentlichen Hand um 0,5%.Allerdings blieb die Investitionstätigkeit mit -12% noch deutlich im negativen Bereich. 

Da gemäß vorlaufenden Indikatoren sowohl für das zweite als auch dritte Quartal mit einem Wachstum um 4% gerechnet wird, gefolgt von einer Verlangsamung auf 1,8% im letzten Quartal des Jahres, wird insgesamt 2021 eine Zunahme des BIP um etwa 3,8% erwartet.

Getragen wurde das Wirtschaftswachstum vor der Pandemie vom Privatkonsum sowie Tourismus und der Investitionstätigkeit, insbesondere der öffentlichen Hand. Rückläufig waren aber vor der Krise allerdings sowohl die Industrieproduktion als auch die Exporte des Landes.

Hemmende Faktoren für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes sind generell die politische Unsicherheit, mangelnde Transparenz und Rechtssicherheit, komplexe Bürokratie sowie die ungünstige demographische Entwicklung aufgrund hoher Auswanderung, insbesondere jüngere und besser ausgebildeter Arbeitskräfte, welche zu einer Bevölkerungsabnahme führt. Letzter dürfte sich Post Covid19 noch beschleunigen.

Besondere Entwicklungen

Gemäss Friedensabkommen von Dayton wird durch das Peace Implementation Council von den ausländischen Garantiestaaten ein sogenannter Hoher Repräsentant bestimmt, der mit weitreichenden Vollmachen, den sogenannten Bonn Powers, ausgestattet ist. Dieses Amt hatte für 12 Jahre der österreichische Diplomat Valentin Inzko inne, dessen Amtsperiode mit Ende Juli 2021 auslief. Dieser hat allerdings als eine seiner letzten Amtshandlungen im Juli 2021 noch basierend auf den ihm gegebenen Vollmachten ein Gesetz erlassen, welches die Leugnung, dass es sich bei den Verbrechen in Srebrenica während des Krieges in den neunziger Jahren um einen Völkermord handelt, unter Strafe stellt. Die serbische Volksgruppe lehnt dieses nicht vom lokalen Parlament verabschiedete Gesetz ab und hat die Zusammenarbeit auf gesamtstaatlicher Ebene eingestellt. Da für zahlreiche Beschlüsse Einstimmigkeit erforderlich ist, kommt dies de facto einer Blockade gleich. Dies zeigt auch bereits erste wirtschaftliche Auswirkungen.

Mit 1. August 2021 hat der deutsche Politiker Christian Schmidt die Nachfolge als hoher Repräsentant angetreten, allerdings bei seiner Wahl im Peace Implemention Council nicht die Zustimmung durch Russland erfahren. Zwar ist es gemäß Frie-densabkommen nicht zwingend vorgeschrieben, aber in den letzten Jahrzehenten gängige Praxis war eine Bestätigung der Ernennung durch den UN Sicherheitsrat. Diese ist im Fall von Schmidt am Veto von Russland und China gescheitert. Beide Länder haben auch erklärt, die Wahl nicht anzuerkennen. Die Vertreter der serbischen Volksgruppe, sowie der serbisch dominierten Entität Republika Srspka akzeptieren daher diese Bestellung ebenfalls nicht und es besteht keine Gesprächsbasis.

Wirtschaftsbeziehungen zu Österreich

Natürlich blieb 2020 auch der Warenaustausch zwischen Bosnien und Herzegowina und Österreich von den wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid19 Pandemie nicht verschont. So reduzierten sich die österreichischen Einfuhren aus diesem Land gegenüber 2019 um – 9,0 % auf rd. EUR 595,00, während gleichzeitig die österreichischen Exporte um -4,4% auf EUR 425,66 Mio. abnahmen, was unter den gegebenen Umständen als Erfolg gewertet werden muss. Das Handelsvolumen, welches 2019 erstmals die EUR 1,00 Mrd. Grenze übersprang, blieb somit auch 2020 knapp über dieser Grenzmarke. Das Handelsbilanzdefizit zu Lasten Österreichs lag bei EUR 169,34 Mio., ein deutlicher Rückgang gegenüber 2019. Bosnien und Herzegowina bleibt somit das einzige Land in der Region, mit dem Österreich ein Handelsbilanzdefizit aufweist. Wesentlich geändert zeigt sich die Situation 2021: So stiegen die österreichischen Exporte in der ersten Jahreshälfte 2021 um 18,5% gegenüber den ersten sechs Monaten 2020 auf EUR 242,39 Mio. während gleichzeitig die österreichischen Einfuhren aus Bosnien und Herzegowina um 20,2% auf EUR 345,40 Mio. zulegten. Die Importe Österreichs aus diesem Land lagen damit sogar über den Bezügen aus dem deutlich größerem Serbien. Das für Österreich traditionell bestehende Handelsbilanzdefizit betrug damit in den sechs Monaten 2021 rd. EUR 103 Mio. 

Grund dafür sind die Importe aus Lohnfertigung und die Lieferungen von österreichischen  

Niederlassungen an ihre Mutterhäuser. Österreich bleibt auch 2020 mit rd. 200 Niederlassungen und einer investierten Gesamtsumme von EURO 1,42 Mrd. laut Zentralbank des Landes größter  ausländischer Direktinvestor.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Bosnien und Herzegowina

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Sarajevo für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Bosnien und Herzegowina der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Metalle/Verarbeitung

Der Rohstoffreichtum des Landes (Eisenerz, Bauxit, Barit, Magnesit, Gips, Kohle, Silber usw.) bildete die Basis für den metallverarbeitenden Sektor. Die Metallindustrie hat daher eine lange Tradition und ist einer der wichtigsten Wirtschaftszweige im Land. Es werden sowohl komplette Maschinen und Anlagen gebaut, als auch Teile und Komponenten, welche vor allem für den Export immer mehr an Bedeutung gewinnen. Für die Automobilindustrie werden KFZ-Komponenten und – Zubehör hergestellt.

Chancen für österreichische Unternehmen

Der Sektor der metallverarbeitenden Industrie in Bosnien und Herzegowina profitiert vor allem durch die Exporte. Die bereits bestehenden Produktionsmöglichkeiten und Kapazitäten ermöglichen österreichischen Unternehmen Herstellung und Verarbeitung verschiedenster Metallprodukte entweder durch den eigenen Produktionsaufbau oder Lohnfertigung. Auch im Bereich der laufenden Neuinvestitionen in Ausrüstung und Modernisierung von bestehenden Anlagen wird gerne auf österreichische Produkte zurückgegriffen, sofern ausreichend Finanzmittel zur Verfügung stehen. Immer mehr ausländischen Firmen geben die Aufträge an bosnisch-herzegowinischen metallverarbeitende Industrie. Dies erhöht die Nachfrage der lokalen Firmen nach neuen Maschinen und Technologien, sowie hochwertigen Materialen. Das technische Know-how sowie die geografische Nähe bzw. langjährige Geschäftsbeziehungen mit Bosnien und Herzegowina sind Vorteile für österreichische Firmen.

Sie suchen ausführliche Informationen zur Branche Metalle/Verarbeitung ? Kontaktieren Sie des AußenwirstchaftsCenter Sarajevo.

Nahrungsmittel/Softdrinks

Die Lebensmittelindustrie in Bosnien und Herzegowina ist zwar keine traditionelle Säule der bosnisch-herzegowinischen Wirtschaft, jedoch hat die Branche gemeinsam mit der Landwirtschaft einen noch immer relativ hohen Anteil am BIP von 8,47 %, sowie eine erhebliche Beteiligung an den Exporten Bosnien und Herzegowinas von 8,69 %. Bosnien und Herzegowina ist derzeit von Lebensmittelimporten abhängig. 2017 wurden Nahrungsmittel im Gesamtwert von 1,45 Mrd. Euro importiert. Hauptlieferländer sind Serbien, Kroatien, Deutschland und Italien.

Chancen für österreichischen Unternehmen 

Österreichische Produkte haben in Bosnien und Herzegowina einen guten Ruf und werden für hochwertige Produkte gehalten. Chancen für österreichische Firmen gibt es bei folgenden Produktsegmenten:

  • Milchprodukte: neben Käse auch Fruchtjoghurt, Milchgetränke
  • Wurstspezialitäten
  • HORECA Produkte
  • Backwaren, Teigwaren, Schnitten, Schokolade
  • Bio-Waren
  • Halbfertige Produkte
  • Vormaterialen für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie

Gute Absatzchancen für Ausrüstungen und Technik bietet die lokale Produktion: ein veralteter Maschinenpark und der Druck, konkurrenzfähige Produkte auf den Markt zu bringen, schaffen Nachfrage. Denkbar ist auch der Absatz von gut erhaltener und generalüberholter Ausrüstung.

Sie suchen weitere Informationen zur Branche Nahrungsmittel/Softdrinks? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Sarajevo.

Erneuerbare Energien

Bosnien und Herzegowina hat im Verhältnis zu anderen Ländern der Region bereits einen relativ hohen Anteil erneuerbarer Energieträger in Bezug auf den Bruttoendverbrauch. Dies ist das Ergebnis der Verwendung der Wasserkraft im Strombereich sowie der Biomasse im Wärmebereich 

Die wichtigsten Energiequellen Bosnien und Herzegowinas sind bisher Kohle und Wasser. Nur rund 40 % des Wasserkraftpotenzials werden zurzeit genutzt, dennoch trägt die erneuerbare Energiequelle rund ein Drittel zur gesamten Stromerzeugung bei. Zwei Drittel der installierten Kapazitäten für die Stromerzeugung kommen derzeit noch aus den großen Kohlereserven.

Erneuerbare Energiequellen, welche in Bosnien und Herzegowina für die Stromerzeugung verwendet werden können, sind: 

  • Kleinwasserkraftwerke
  • Windenergie
  • Sonnenenergie
  • Biomasse
  • Deponiegas 

Derzeit verfügt Bosnien und Herzegowina über drei staatliche Stromversoger (Elektroprivreda BiH, Elektroprivreda RS und Elektroprivreda HZHB), die in meist ethnisch definierten Gebieten operativ tätig sind. Laut den momentan gültigen Gesetzen dürfen private Stromproduzenten nur an diese drei Stromversorger liefern. 

Chancen für österreichischen Unternehmen

Gute Absatzchancen für Ausrüstungen und Technik bieten jedoch eine Reihe geplanter Projekte. Eine Liste dieser Projekte im Bereich Erneuerbare Energien ist in dieser Publikation angeführt und kann vom AußenwirtschaftsCenter Sarajevo bestellt werden. 

Als Erstinformation zum Thema kann Branchereport Bosnien und Herzegowina: Erneuerbare Energien vom AußenwirtschaftsCenter Sarajevo bestellt werden. 

Sie suchen weitere Informationen zur Branche Erneuerbare Energien? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Sarajevo.

Engineering

Der durchschnittliche Jahreswert internationaler Ausschreibungen in Bosnien und Herzegowina liegt zwischen 1,2 und 1,6 Mrd. Euro. Ein bedeutender Teil davon entfällt auf Infrastruktur- und Kommunalwirtschaftsprojekte sowie Engineering. Der BIP Anteil der Baubranche liegt bei 4 %.

Die internationale Staatengemeinschaft, allen voran die EU unterstützt das Land beim (Wieder)Aufbau der Infrastruktur, insbesondere im Transportbereich (Autobahnkorridor Vc, Eisenbahnkorridor).

Umfassende Investitionen in die nach wie vor mangelnde Verkehrsinfrastruktur sowie geplante Projekte in Bereich Umweltschutz vor allem im Bereich Kläranlagen, Wasserentsorgungs- und Wasserversorgungssysteme versprechen im Zulieferbereich als auch im technischen Consultingbereich gute Geschäftschancen in Bosnien und Herzegowina für die kommenden Jahre.

Chancen für österreichische Unternehmen bestehen vor allem bei 

  • Straßenbau
    Um in Bosnien und Herzegowina das durchschnittliche Entwicklungsniveau der EU 28 im Ausbau des Autobahnnetzes zu erreichen, ist es notwendig im Land insgesamt ca. 850 km Autobahnen zu errichten. In der langfristigen Raumplanung der beiden Entitäten ist der Bau von mehr als 1.500 km an Autobahnen und Schnellstraßen vorgesehen. Die Ausschreibung von neuen Teilstrecken werden in Kürze erwartet.
    Für österreichische Straßenbauer, Zulieferer und Planer könnten folgende Autobahnteilstücke, die demnächst gebaut werden sollen, von besonderem Interesse sein: Tarcin - Konjic, Vukosavlje – Doboj, Zenica - Zepce und Mostar – Zvirovici. Die Finanzierung dieser Projekte wird vorwiegend durch Kreditmittel internationaler Kreditinstitute wie z. B. EBRD oder EIB, finanziert.
    In verschieden Bereichen ist es möglich österreichisches Know-how einzubringen. Auf Grund der topographischen Konfiguration des Landes ist der Bau von zahlreichen Tunnels, Brücken und Viadukten erforderlich. In der Branche besteht insgesamt Bedarf an Produkten und Dienstleistungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

  • Eisenbahnen
    Das Eisenbahnnetz in Bosnien und Herzegowina gilt als veraltet. Im Laufe der letzten Jahre konnte der Großteil der Südstrecke (Sarajevo – Capljina) als auch der Teilstrecke Doboj - Banja Luka, rekonstruiert werden. Beide Teilstrecken sind auch Teil des zukünftigen Vc Korridors. Der Bedarf an Rekonstruktion besteht vor allem an der Nordstrecke (Sarajevo – Doboj). Weiters muss die Teilstrecke Doboj – Tuzla elektrifiziert werden.

  • Flughafen
    Die internationalen Flughäfen in Sarajevo und Tuzla konnten ein hohes Wachstum an Fluggästen verzeichnen. Dieser Trend wird sich heuer und auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Sarajevo und Tuzla haben bereits mit der Planung und dem Bau von neuen Terminals begonnen. Es stehen massive Erweiterungen und Modernisierungen bevor. Zudem besteht Bedarf an neuen Kommunikationstechnologien. Die Flughäfen Banja Luka und Mostar konnten neue Flugverbindungen und somit auch höhere Anzahl an Passagieren gewinnen. Diese Entwicklung wird sicherlich zu einer Modernisierung und Anschaffung von neuer Ausstattung führen.

  • Kommunalwirtschaft / Umweltechnik
    Die wichtigsten Projekte in diesem Sektor sind der Ausbau der Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, sowie der Neubau von Wasseraufbereitungsanlagen. Die Gesamtinvestitionen betragen mehr als 200 Mio. Euro, 50 % der Kosten werden mit Mitteln der Europäischen Investitionsbank (EIB) finanziert.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Engineering, Infrastruktur und Kommunalwirtschaft? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Sarajevo.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Bosnien und Herzegowina problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Sarajevo anfordern können. 

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Bosnien und Herzegowina

Das AußenwirtschaftsCenter Sarajevo berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Bosnien und Herzegowina haben. 

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