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Die dänische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Kopenhagen hat die wichtigsten Informationen zur dänischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Dänemarks Wirtschaft trotzt bisher dem internationalen Abschwung. Im zweiten Quartal 2019 wurden starke +0,8% an BIP-Wachstum verzeichnet, und insgesamt wird für 2019 mit einem Wachstum von +1,8% ausgegangen.

Die Entwicklung erstaunt in Anbetracht dessen, dass Dänemarks Hauptabnehmerländer im Abschwung sind. Die volkswirtschaftlichen Fundamentaldaten sind gut. Der Arbeitsmarkt ist stabil, die Beschäftigung auf hohem Niveau – auch, wenn zuletzt eine leichte Abschwächung zu bemerken war. Das Investitionsniveau ist unverändert, und in der Industrie haben einige Firmen angekündigt, bei hoher Kapazitätsausnützung weitere Investitionen tätigen zu wollen. Die Auslandsnachfrage ist seit Mitte 2018 robust und zeigte zuletzt sehr gute Ergebnissen. Es sind vor allem die Ausfuhren von konjunkturunabhängigeren Produkten wie Windturbinen und Pharmazeutika, die einen Beitrag zum BIP-Wachstum leisten. Die Haushalte sind dank niedriger Zinsen und guter Arbeitsmarktlage kaufkrafttechnisch weiterhin gut ausgestattet und der Privatkonsum zeigt sich stabil, wenn auch wenig dynamisch.

Allerdings ist man sich im Klaren, dass sich eine kleine offene Volkswirtschaft der globalen Entwicklung nicht entziehen kann. Nicht wenige meinen, es sei eine Frage der Zeit, bis der Abschwung auch in Dänemark ankäme.

Besondere Entwicklungen

Im Frühsommer 2019 wurde eine neue Regierung gewählt. Deren ehrgeizige Klimapolitik sieht vor, den CO2-Ausstoß bis 2030 um 70% zu reduzieren (Basis 1990).

In der Nordsee ensteht „Thor“, einer der weltweit größten Offshore Windparks. Mit 800 MW Kapazität soll er 800.000 Haushalte mit Strom versorgen und 8.000 Arbeitsplätze schaffen.

Nach jahrelanger Verzögerung gaben die deutschen Behörden in Schleswig-Holstein das lang ersehnte grüne Licht für den Bau des 18 km langen Femern-Tunnels zwischen Deutschland und Dänemark. Auf dänischer Seite wurde mit den ersten Arbeiten begonnen, die Arbeiten am Tunnel selbst dürften aber wohl nicht vor 2021 beginnen.

Leicht verspätet aber mit umso größerer Freude wird im Oktober 2019 mitten in Kopenhagen der Copenhill eröffnet: Eine künstliche Skipiste, die rund um eine Müllverbrennungsanlage gebaut wurde.

Dänemark bleibt Innovations-Hot-Spot: Im European Innovation Scoreboard 2019 liegt Dänemark heuer auf Platz 3 hinter Schweden und Finnland. Im Regional Innovation Scoreboard 2019 der EU findet sich die dänische Hauptstadtregion unter 40 Regionen an 5ter Stelle.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Österreichs Warenausfuhren nach Dänemark erfuhren 2018 eine erfreuliche Trendwende und wuchsen um +3,3% auf 743 Mio. Euro. Noch erfreulicher ging es bisher 2019 vorwärts. Von Jänner bis Mai 2019 wurden um +12,5% mehr an Waren geliefert.

2018 waren Österreichs Wareneinfuhren aus Dänemark ausgesprochen dynamisch. Die Importe aus dem Norden wuchsen um +6,2%, auf 690 Mio. Euro. Nach einem deutlichen Minus im ersten Quartal 2019 (-12,7%) zogen die Einfuhren im April und Mai wieder an. Betrachtet man die Periode Jänner bis Mai, importierte Österreich insgesamt etwas mehr aus Dänemark als im Vorjahr (+1,6%).

Der Austausch von Dienstleistungen konnte 2018 an das steile Wachstum von 2017 nicht anschließen. Damals waren ausfuhrseitig +10,8%, einfuhrseitig +14,6% notiert und im Gesamtjahr Services im Wert von 400 Mio. Euro aus Österreich bezogen worden, während unsere Importe ca. 212 Mio. Euro betragen hatten. Im Vorjahr war der Dienstleistungsaustausch hingegen leicht rückläufig. 2019 sieht es bisher aber wieder besser aus: Die Erbringung von Dienstleistungen nahm zu, exportseitig um +5,4%, importseitig um +2,4%.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Dänemark.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Kopenhagen für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Dänemark der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Engineering

Der dänischen Ingenieurbranche geht es so gut wie lange nicht. Die Umsätze der dänischen Ingenieurfirmen wuchsen dank einer guten Wirtschaftslage zuletzt deutlich, während gleichzeitig investiert wurde und die Branche von einigen Fusionen gekennzeichnet war.

Fokusthemen bleiben die großen Verkehrsinfrastrukturprojekte, die nachhaltige Energieversorgung (die bis 2050 komplett durch erneuerbare Energien gedeckt werden), die Kreislaufwirtschaft, Stadtentwicklungsprojekte und Wohnbau sowie die Gesundheitsversorgung mit Großinvestitionen in den Krankenhausbau. In all diesen Bereichen sind Ingenieurleistungen bei Konzeption, Planung und Durchführung gefragt.

Hinzu kommen die Effektivierung und Umbrüche aufgrund von Digitalisierung, Robotisierung und anderen neuen Technologien. Bei Innovation ist Dänemark seit jeher Vorreiter ist – u.a. dank der klugen Ingenieursköpfe, die bei diesen Prozessen mitwirken.

Viele Ingenieurbüros vollziehen gegenwärtig eine Entwicklung weg von reinen Ratgeberfirmen hin zu Firmen, die komplette Leistungspakete anbieten. Das Portfolio wird verbreitert, u.a. durch den Zukauf von Firmen aus anderen Bereichen wie Architekturbüros. Verstärkt werden Experten mit komplementärem Wissen in die traditionellen Ingenieurbüros integriert. Zahlreiche Firmen der Branche sind international erfolgreich oder weiten ihre Aktivitäten dahingehend aus. Die größten bearbeiten seit Langem die Weltmärkte mit ihren Niederlassungen und Projekten in der ganzen Welt. Sie stehen im Wettbewerb mit den größten ausländischen Akteuren.

Chancen für österreichische Unternehmen

Dänemark hat viel vor: Es gilt, ehrgeizige Ziele in Bereichen wie Verkehrsinfrastruktur, Gesundheit oder Energie umzusetzen. Die Möglichkeiten für österreichische Unternehmen im Bereich Engineering in Dänemark sind daher zahlreich und umfassen Projekte in Bereichen wie Erneuerbare Energien, Neubau und Renovierung von Gebäuden, Stadtentwicklung, Verkehrsinfrastruktur, Klimasicherung und Küstenschutz.

Aus österreichischer Sicht interessant sein könnte auch das Andocken kleinerer Büros mit Spezial- und Nischenlösungen an die großen dänischen Ingenieurshäuser mit ihren zum Teil sehr breiten Portfolios. Diese sind durchaus an internationaler Zusammenarbeit interessiert und suchen für ihre im Projekte Ausland die Zusammenarbeit mit dort bereits erfahrenen Büros oder Anbietern, die spezielle, für das Projekt benötigte Lösungen anbieten können.

Das AußenwirtschaftsCenter Kopenhagen unterstützt Sie gerne auf dem dänischen Markt und liefert ihnen aktuelle Informationen über Projekte, mögliche Zusammenarbeitspartner und Geschäftschancen.

Nahrungsmittel/Softdrinks 

Das dänische Konsumverhalten unterscheidet sich wesentlich vom österreichischen. Junge und in Einzelhaushalten lebende Personen (ca. 40%) greifen häufiger auf Fertig- und Convenience-Produkte und zeigen eine höhere Preissensibilität. Im Hochpreisland Dänemark kommt somit den Diskontern eine besondere Bedeutung zu. Dänemark ist besonders im Lebensmittelhandel ein äußerst heiß umkämpfter Preismarkt, was wiederum zu einer hohen Konzentration im Einzelhandel und auch zu einem engmaschigen Netz an Diskontern führt. 

Konkurrenzsituation

Der dänische Lebensmitteleinzelhandel war lange Zeit von den drei großen Konzernen COOP Danmark, Salling Group (ehemals Dansk Supermarked) und Dagrofa dominiert. Den höchsten Marktanteil am dänischen Lebensmitteleinzelhandel hatte 2017 COOP Danmark, gefolgt von der Salling Group. In den vergangenen Jahren konnte allerdings der zum norwegischen Konzern Reitan zählende Diskonter Rema 1000 deutlich Marktanteile hinzugewinnen, während Dagrofa Marktanteile verlor. 2017 kamen die vier genannten Gruppen bei einem Markt von 14,9 Mrd. Euro zusammen auf einen Marktanteil von 92,6%, die beiden größten Konzerne Salling Group und COOP Danmark alleine auf 70,3%. Nahezu alle Einzelhandelskaufleute sind ebenfalls in Ketten zusammengeschlossen. 

Der dänische Bio-Lebensmittelmarkt gilt weltweit als Vorzeigebranche und entwickelt sich kaum wo dynamischer, als im Land der vielen Starköche und Top-Restaurants. Auch in Zukunft wird der Trend weiter stark in Richtung Bio und Gesundheit gehen, wobei der Fokus künftig auch vermehrt auf vegetarische und pflanzenbasierte Produkte liegen wird. 

Chancen für österreichische Unternehmen 

Was Produkte aus Österreich betrifft, ist die Nachfrage nach Fleischwaren (18,98 Mio. Euro), insbesondere Rindfleisch und Molkereierzeugnisse (9,54 Mio. Euro) traditionell hoch. Starke Zuwächse konnte 2017 vor allem bei Getränken (32,5% yoy) und Teigwaren (63,8% yoy) verzeichnet werden Im Bereich der Molkereierzeugnisse wies insbesondere der Käse im Vorjahresvergleich ein Zuwachs auf 4,4 Mio. Euro auf, während Milch- und Milcherzeugnisse um 28,4% zurück gingen. 

Bei Lebensmitteln aus biologischem Anbau ist Dänemark Nettoimporteur. Insbesondere bei den biologischen Lebensmitteln erlebt Dänemark einen starken Nachfragezuwachs. Aus Österreich wurden 2016 biologische Lebensmittel im Wert von 7,2 Mio. Euro importiert, was eine Steigerung von 40% im Vergleich zu 2015 darstellt. Der Plan der dänischen Regierung bis 2020 die Anbaufläche für Bio-Lebensmittel zu verdoppeln, zeigt von der Bedeutung dieser stark wachsenden Branche. Chancen für das „Bioland“ Österreich werden durch das ständig wachsende Bewusstsein und die wachsende Nachfrage nach BIO stetig steigen.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Nahrungsmittel & Getränke? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Kopenhagen

Gesundheitssystem & Einrichtungen 

In Dänemark ist das Gesundheitswesen einer der wichtigsten Bereiche des öffentlichen Sektors. Laut Angaben des dänischen Statistikamts Danmarks Statistik betrugen die öffentlichen Ausgaben für den Gesundheitssektor 2017 16,4% der gesamten öffentlichen Ausgaben.

Themen wie E-Health oder Telemedizin sind in Dänemark sehr fortschrittlich und werden ständig weiterentwickelt. Der Fokus im Life-Science-Sektor soll in Zukunft v. a. auf die Arzneimittelentwicklung und auf die Herstellung von umweltfreundlichen Produkten und Lösungen gelegt werden. 

Dänemark setzt zudem einen klaren Fokus auf den Aus-, Um- und Neubau des öffentlichen Krankenhaussektors. Seit einigen Jahren läuft die ehrgeizige Erweiterung und Modernisierung von insgesamt fünf sogenannten „Superkrankenhäusern“ und elf weiteren Krankenhausbauten. Um diese Ziele zu erreichen, wird großer Wert auf modernste Technologie, Automatisierung, Unterstützung durch IT-Systeme, Festlegung von Prozessen, Integration von Systemen, ambulante Behandlung sowie Erfahrung aus dem Ausland und anderen Branchen gesetzt. 

Chancen für österreichische Unternehmen

Der dänische Markt für das Gesundheitswesen und für den Life-Science-Sektor ist hoch entwickelt und bietet, auch angesichts der Veränderung der Altersstruktur, zahlreiche Geschäftschancen für medizintechnische Produkte und Dienstleistungen.

Dank der gestarteten umfassenden Neuausrichtung des öffentlichen Krankenhauswesens mit u.a. den erwähnten Um- und Neubauten, ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten für österreichische Unternehmen.

Zudem ist in der Erarbeitung von Know-how-Lösungen der dänische Markt für österreichische Firmen durchaus interessant.

Gute Chancen für österreichische Unternehmen bieten sich auch als Zulieferer für größere Unternehmen und/oder Kooperationen und Partnerschaften mit kleineren Firmen, um beispielsweise Gesamtlösungen anzubieten.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Gesundheit & Medizintechnik? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Kopenhagen

Metalle/Verarbeitung 

Dänemark hat einen stark spezialisierten Maschinenbausektor mit hohem Know-how-Wert, der in der Wertschöpfungskette hoch oben angesiedelt ist. Da viele Unternehmen in Nischen operieren und über markante Marktanteile verfügen, liegen Rentabilität und das Anbieten von Gesamtlösungen besonders im Fokus, um sich in der Wertschöpfungskette optimal zu positionieren. Die Hauptinvestitionssegmente der dänischen Metall- und Maschinenindustrie sind u.a. die Automatisierungstechnik, Erzeugnisse und Zulieferungen für Ventilationstechnik, Metallver- und –bearbeitung und die Verpackungsindustrie. Die am häufigsten nach Dänemark exportierten Waren sind Maschinen (v.a. Bagger, Kräne und Maschinen für die Landwirtschaft). 

Chancen für österreichische Unternehmen

Insbesondere in den weniger konjunkturabhängigen Sektoren wie energiesparende Ausrüstungen für die Pharma-, Lebensmittel-, elektronische sowie elektrotechnische Industrie, Sicherheitstechnik und Automatisierungslösungen inklusive Robotik, sehen Branchenorganisationen wachsende Lieferchancen für österreichische Unternehmen. Nicht wenige österreichische Firmen sind als Zulieferer für die dänische Maschinenbauindustrie erfolgreich. 

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Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Dänemark problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Kopenhagen anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Dänemark

Das AußenwirtschaftsCenter Kopenhagen berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Dänemark haben.