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Die italienische Wirtschaft

Unsere AußenwirtschaftsCenter in Italien haben die wichtigsten Informationen zur italienischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Italien wurde Ende Februar als erstes europäisches Land von der COVID-19 Krise massiv getroffen. Die Regierung ergriff einschneidende Maßnahmen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen und gleichzeitig das Wirtschaftsleben möglichst aufrecht zu erhalten.

Seit Anfang Mai wurden die  Beschränkungen sukzessive aufgehoben und milliardenschwere Hilfspakete geschnürt, um die bereits vor der Krise schwächelnde italienische Wirtschaft zu beleben. Die Zahlen für das erste Halbjahr 2020 zeigen deutliche Einbrüche, aber auch innovative Entwicklungen. Nach einem herausfordernden touristischen Sommer starte das Land mit vorsichtigem Optimismus in den Herbst, insgesamt lassen sich die Auswirkungen der Krise noch nicht abschätzen. Die Prognosen für das BIP im Gesamtjahr 2020 lauten zwischen -8 und -11%, die international eng verflochtene Vokswirtschaft rechnet mit Einbußen im Außenhandel von -15%.    

Besondere Entwicklungen

Seit dem Ausbruch des COVID-19 Virus wuchs das Bewusstsein über die Bedeutung der Investitionen in Forschung, Innovation und Technologie, vor allem in die Digitalisierung, und erwies sich als maßgeblicher Faktor bei der Bekämpfung der Krise. „Near Shoring“, neue Arbeitsmodelle und gestiegenes Qualitätsbewusstsein stehen, gepaart mit kreativen Ideen für den Neustart, an vorderer Stelle. Flexibilität bleibt gefragt, um Businessmodelle zu überdenken und an neue Normalitäten anzupassen. Ein Bündel an nationalen und regionalen Initiativen soll diese Entwicklung vorantreiben.      

Antworten rund um das Thema COVID-19 in Italien werden täglich neu in den FAQs sowie im wöchentlichen Bulletin des AußenwirtschaftsCenters Mailand publiziert.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Mit einem Handelsvolumen von Waren und Dienstleistungen von knapp 26 Mrd. Euro im Jahr 2019 ist Italien der zweitwichtigste Wirtschaftspartner Österreichs. Die Top 3 – Position bei Österreichs Warenexporten - nach Deutschland und den USA - konnte Italien in den letzten Jahren erfolgreich behaupten. Alleine in die am stärksten von der COVID-19 getroffenen Lombardei gegen ca. 30% aller heimischen Exporte nach Italien, mehr als nach Spanien oder Russland.  

Nach einem Anstieg im ersten Halbjahr 2019 bremste sich die Dynamik der österreichischen Exporte nach Italien im Jahresverlauf, entsprechend der konjunkturellen Entwicklung, deutlich ein. Im Gesamtjahr stagnierten die heimischen Warenlieferungen mit 9,8 Mrd. Euro (-0,1 %). Die 10 Mrd. Euro Schwelle, im Sommer noch in greifbarer Nähe, wurde damit knapp nicht erreicht. Umgekehrt zeigte sich ein Anstieg der Nachfrage nach italienischen Waren in Österreich um solide +4,1 % auf 10,4 Mrd. Euro.  

In den Monaten Jänner bis Juni 2020 verzeichnet Österreich einen deutlichen Exportrückgang von -15,5 % auf 4,2 Mrd. Euro. Umgekehrt brachen auch die österreichischen Importe aus Italien im ersten Halbjahr 2020 um -16,1 % auf 4,4 Mrd. Euro ein. 

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Italien.

Italien ist groß und vielfältig. Damit wir Sie bestmöglich über das ganze Land informieren können, sind wir in den wichtigsten Wirtschaftszentren direkt vor Ort. In unseren Regional-Wirtschaftsberichten erfahren Sie mehr über die Wirtschaftslage in den einzelnen Teilen Italiens: 

Darüber hinaus steht Ihnen unser AußenwirtschaftsCenter in Mailand für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung. Melden Sie sich bei uns!

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Italien der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Sport/Freizeit / Tourismus Know-how & Infrastruktur

Italien ist eine Top-Tourismusdestination und ein sportbegeistertes Land: Laut dem aktuellen Report des italienischen olympischen Komitees CONI sind 35 % aller Italiener sportlich aktiv. Davon leben die meisten in den nördlichen Regionen Italiens. Von den rund 20,5 Mio. aktiven Sportlern nimmt ein Viertel an Wettkämpfen teil und/oder ist bei einem der 65.000 Sportvereine gemeldet.

Ski- und Wintersport stehen besonders hoch im Kurs. Obwohl der Großteil der italienischen Skigebiete in den nördlichen Regionen wie dem Aostatal, Venetien, der Lombardei und Trient-Südtirol liegt, gibt es auch in den mittel- und süditalienischen Regionen sowie auf den Inseln Sizilien und Sardinien einige Skiresorts. Insgesamt zählt Italien 294 Skigebiete mit ca. 1.800 Liftanlagen. Die Skiweltmeisterschaft in Cortina 2021 und die Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina im Jahr 2026 sollen unter anderem dazu beitragen, dass Italien vermehrt als Wintersportdestination wahrgenommen wird.

Auch der Radsport und der Radtourismus – dieser hat in den letzten fünf Jahren um 41 % zugenommen – gewinnen an Bedeutung. Gut entwickelt sich auch der Golf- und Campingtourismus, mit den über 240 Golf- und 3.000 Campingplätze. 

Chancen für österreichische Unternehmen

Italien ist einer der wichtigsten Absatzmärkte für die Sportindustrie in Europa und bietet interessante Geschäftsmöglichkeiten für österreichische Produzenten und Dienstleistungsunternehmen. Das prognostizierte Wachstum im Sport- und Freizeitsektor in Italien erfordert ein Upgrade und eine Erweiterung des Dienstleistungsangebotes (Apps und IT-Lösungen, Tour Operators, Werbeagenturen, etc.). Skipisten und Anlagen müssen olympiafit gemacht werden, neben Neubau– und Sanierungsprojekten ist eine Verbesserung der bestehenden Transport -und Logistikinfrastrukturen geplant. Öffentliche Gelder in Höhe von rund 362 Mio. Euro stehen für den Ausbau der touristischen Radwege zur Verfügung. Sowohl für den Markteinstieg in Italien als auch für erfahrene Italienkenner bieten sich insgesamt gute Chancen, von dieser Entwicklung zu profitieren. Erfahren Sie zudem mehr über Hotelneu- und Umbauprojekte in Italien in unserer Projektliste Hotelinfrastruktur Italien

Design & Möbel/Interior

Mit 29.000 Unternehmen und einem Umsatz von 4,9 Mrd. Euro liegt Italiens Design- und Möbelbranche europaweit auf Platz Eins. Ihre innovativen Angebote basieren auf einer erfolgreichen Tradition der Zusammenarbeit zwischen Designern und Produzenten und sind weltweit gefragt. „Made in Italy“ hat sich als Qualitätsmarke etabliert, die für höchste Designansprüche und kreative Lösungen steht.

Venetien, Lombardei und Emilia-Romagna sind die bekanntesten Produktionstandorte für Möbel, darunter Tische und Küchen. Firmen wie Natuzzi, Molteni, Scavolini und Lube zeigten in den letzten Jahren besondere Innovationskraft und sind als Top-Firmen in der internationalen Rangliste positioniert.

Die Region Lombardei, Innovation Hub des „Bel Paese“, und ihre Hauptstadt Mailand stehen anlässlich der wichtigsten internationalen Möbelfachmesse „Salone del Mobile“ und der parallel stattfindenden Design Week „Fuorisalone“ im weltweiten Fokus. Mailand fungiert dabei als kreatives Schaufenster, in dem die internationale Designszene die neuesten Trends präsentiert.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Österreichische Unternehmen und Designer bietet sich die Möglichkeit, an diesem Anlaß mit Erfindergeist, handwerklicher Präzision und technologischen Vorsprung zu punkten.

Wollen Sie mehr über diese Branche wissen? Das AußenwirtschaftsCenter Mailand steht Ihnen für Rückfragen gern zur Verfügung. 

Gesundheitswesen & Medizintechnik

Das nationale Gesundheitssystem (Servizio Sanitario Nazionale) in Italien gewährleistet allen Bürgerinnen und Bürgern eine einheitliche Grundversorgung. Die jeweiligen regionalen Verwaltungen sind für die Finanzierung der lokalen Gesundheitsdienste verantwortlich. Mit einem Anteil älterer Menschen (über 65) von über 22 % an der Gesamtbevölkerung steht Italien an der Spitze der EU.

Die Ausgaben für die Grundversorgung steigen daher kontinuierlich und stellen das italienische Gesundheitssystem vor neue Herausforderungen. Ende 2018 wurde ein neuer nationaler Gesundheitsplan, auch Patto della Salute (Gesundheitspakt) genannt, zwischen dem italienischen Staat und den Regionen für die Jahre 2019 bis 2021 unterzeichnet. Im Rahmen dieses Dreijahresprogrammes soll insgesamt eine Summe von EUR 345,5 Mrd. zur Verfügung gestellt werden (für 2016-2018 wurden im Vergleich EUR 336 Mrd. festgesetzt). Zu den wichtigsten Zielen des neuen Gesundheitsplans gehört die Modernisierung der Ausstattung in den medizinischen Einrichtungen.

Chancen für österreichische Unternehmen

Als elftgrößter Exporteur und neuntgrößter Importeur zählt Italien in der Medizintechnik zu den großen Playern am Weltmarkt. Aufgrund der dargestellten Komplexität und Inhomogenität der Landschaft des italienischen Gesundheitswesens empfiehlt es sich, den Markt in Zusammenarbeit mit einem italienischen Vertriebspartner zu bearbeiten. Der Besuch von Fachmessen oder eine Teilnahme daran sowie an Kongressen kann helfen, sich einen besseren Überblick über den Markt zu verschaffen und Erstkontakte zu knüpfen.

Das AußenwirtschaftsCenter Mailand steht Ihnen für Rückfragen gerne zur Verfügung.

Anlagenbau & Smart Factory

Das Jahr 2018 hat den Grundstein für die Entwicklung der Smart Factory in Italien gelegt, angetrieben von der Digitalisierung, dem Ausbau der Industrie 4.0, Internet of Things (IoT) und Artificial Intelligence (AI). Damit wurde die bis dahin andauernde Stagnation und der Investitionsstau in der italienischen Fertigungsindustrie beendet. Automatisierungstechnik, Robotik und neue Materialien zählen in diesem Bereich zu den dynamischsten Sektoren der italienischen Industrie. 

Der Maschinen- und Anlagenbau ist eine der Säulen der italienischen Wirtschaft, dessen Wettbewerbsfähigkeit durch Maßnahmen zur Förderung der Industrie 4.0 unterstützt wird. Diese beinhalten die Hyperabschreibung von 250 % für intelligente Anlagen und Maschinen, höhere Investitionszuschüssen für Firmen, die in digitale Technologien investieren und zinsbegünstigte Kredite. Die Senkung der Unternehmenssteuern per Anfang 2017 hat dem industriellen Sektor generell neuen Schwung gegeben. 

Die italienische Industrie 4.0 verbuchte 2018 ein Wachstum von +30 %, der Löwenanteil entfällt auf das Internet of Things für die Industrie. 

Chancen für österreichische Unternehmen 

Italien ist nach Deutschland das zweitwichtigste Industrieland Europas, mit einem vielfältigen international erfolgreichen Produktangebot. Der breite Einsatz neuer Technologien bietet österreichischen Unternehmen Kooperationschancen in den verschiedensten Branchen. 

Das hervorragende technische Know How sowie die geografische Nähe bzw. langjährige Geschäftsbeziehungen mit dem Nachbarland sind Vorteile für heimische Firmen, um einen erfolgreichen Beitrag zur Entwicklung der Smart Factory Italien zu leisten. 

Haben Sie weitere Fragen zur Smart Factory in Italien? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Mailand.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Italien problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Mailand anfordern können. 

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Italien

Unser AußenwirtschaftsCenter in Mailand beraten Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Italien haben.

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