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Die malaysische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Kuala Lumpur hat die wichtigsten Informationen zur malaysischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage

Trotz Malaysias vergleichsweise kleiner Volkswirtschaft (34 Mio. Einwohner) gehört das Land zu den 35 größten Handelsnationen der Welt. Die relativ offene und liberale Wirtschaftspolitik macht Malaysia jedoch auch risikoanfälliger gegenüber den Entwicklungen auf den Weltmärkten, insbes. China und USA. 

Die Covid-19-Pandemie hat auch für Malaysia dem stabilen Wirtschaftswachstum von 4-5 % pro Jahr ein Ende bereitet: in 2020 schlitterte die sechststärkste Volkswirtschaft in Südostasien krisenbedingt mit einer Schrumpfung von 5,6 % in eine Rezession. Dank Exportstärke lässt das Jahr 2021 lt. Zentralbank (deckt sich mit IWF und Weltbank) ein Wachstum von 6,5-7,5 % erwarten. Allerdings sollte es gem. Weltbank für die Folgejahre nicht so munter weitergehen, außer die malaysische Regierung geht Reformen wie Entbürokratisierung und Kampf gegen die Korruption an.

Diese Erholung startet auf der niedrigeren Basis aus 2020 und wird von der kontinuierlichen Verbesserung der Exporte und einen allmählichen Anstieg des privaten Verbrauchs und der privaten Investitionen getragen.

Um die Wirtschaft weiter anzukurbeln, muss die Regierung den Spagat vollbringen, die öffentlichen Investitionen trotz Schuldenberg von 206 Mrd. Euro neu anzufachen (öffentliche Verschuldung von 55 % auf 60 %/BIP gestiegen). Über sechs Stufen von Februar 2020 bis Jänner 2021 wurden fiskale Stimulierungspakete über 15 Mrd. Euro und Garantien über 14 Mrd. Euro verabschiedet, welche die lokale Wirtschaft mit Finanzmitteln versorgen sollen, um derzeitige Liquiditätsengpässe zu meistern (die eine Hälfte floss in 2020, die andere folgt in 2021). Durch die Stornierung bzw. den Aufschub von infrage gestellten Infrastrukturgroßprojekten versucht man, etwas Manövriermasse zu gewinnen.

Trotz des beispiellosen Szenarios entwickelte sich der Außenhandel Malaysias recht gut, und die Exporte erholten sich in der zweiten Jahreshälfte 2020 im Vergleich zu dem negativen Wachstum im ersten Halbjahr. Dies ist auf die fortschreitende Öffnung der Wirtschaft und die allmähliche Erholung der Auslandsnachfrage zurückzuführen. Trotz − oder gerade wegen − des Handelsdisputs zwischen China und USA und dank der bedeutenden heimischen Elektro- und Elektronikindustrie verzeichnet Malaysias Exportwirtschaft erfreuliche Ergebnisse. Der Rückgang von 7,1 % in 2020 soll mit einer Exportsteigerung von 15,6 % in 2021 und neuem Rekordwert mehr als kompensiert werden. Auch der Rohstoffsektor (Öl und Gas, Palmöl, Erze) spielt eine bedeutende Rolle.

Besondere Entwicklungen

Die 2018 an die Macht gekommene, reformationsfreundlichere Koalitionsregierung Pakatan Harapan aus vormals oppositionellen Kräften ist im Februar 2020 auseinandergebrochen und wurde von der fundamentalistischeren Koalitionsübergangsregierung Perikatan Nasional abgelöst, die der zuvor an die 60 Jahre lang regierende UMNO nahesteht. Obwohl der neue Premierminister Muhyiddin Yassin und seine Regierung die Covid-19-Pandemie relativ erfolgreich meistern, drohen wegen der unsicheren parlamentarischen Mehrheit und fragilen Koalition vorgezogene Neuwahlen.

Der derzeitige vom König ausgerufene Notstand gilt noch bis August, der ein Zusammenkommen im Parlament verhindert. Es ist zu erwarten, dass die konservativen pro-Malay Parteien die Mehrheit ausbauen und damit Liberalisierungen sowie multiethnische Reformen zurückgedrängt werden. Die Verabschiedung des Budgets 2021 Ende November letzten Jahres war ein Indikator, dass die Regierung noch die Unterstützung der Abgeordneten genießt. Am Ende wurde das höchste Budget in Malaysias Geschichte verabschiedet. 

Im Juli 2020 hat der Oberste Gerichtshof von Kuala Lumpur in Malaysia den ehemaligen Premierminister Najib Razak (2009-2018, UMNO) zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt, nachdem er im ersten von mehreren Korruptionsprozessen für schuldig befunden worden war. Najib hatte sich den Vorwürfen des kriminellen Vertrauensbruchs, der Geldwäsche und des Machtmissbrauchs nicht schuldig bekannt. Der Fall gegen ihn wird als Test für Malaysias Bemühungen zur Korruptionsbekämpfung angesehen.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Nach einem Höchststand von 540 Mio. Euro in 2018 und einem Rückgang auf 464 Mio. Euro (-14,1 %) in 2019, sanken die Lieferungen Österreichs Unternehmen in 2020 aufgrund der Pandemie (Behinderung bei der Umsetzung von [öffentlichen] Projekten, Nachfragerückgang in der Elektronik- und Kfz-Zulieferindustrie) um 13,1 % auf 403 Mio. Euro.

Ungeachtet dessen und trotz der relativen Kleinheit des Landes ist Malaysia der bedeutendste Abnehmer österreichischer Waren in Südostasien und Nummer 6 in Asien (nach China, Japan, Korea, Indien und Taiwan).

Der nach wie vor dominierende Elektroniksektor ist und bleibt ein gewichtiger Kunde österreichischer Unternehmen. Der bedeutendste Bereich Transistoren und elektronische integrierte Bauteile“ erzielte im abgelaufenen Jahr ein Minus von 10,8 % und blieb mit 246 Mio. Euro der größte Exportposten nach Malaysia (61 %). Es folgen mit Abstand: Spezialmaschinen (22 Mio. Euro, u.a. für Halbleiter- und Kunststoffindustrie), gedruckten Schaltungen, Schalter und Tafeln (19 Mio. Euro), Nachrichtengeräte (11 Mio. Euro), Kraftmaschinen (9,8 Mio. Euro), Mess-, Prüf- und Analyseinstrumente (9 Mio. Euro), Eisen und Stahl (8 Mio. Euro), Arzneiwaren und pharmazeutische Erzeugnisse (7,3 Mio. Euro), Armaturen (6,4 Mio. Euro), Papier und Pappe (4,5 Mio. Euro). 

Österreichs Einfuhren aus Malaysia nahmen im letzten Jahr ebenso ab und zwar um 2,1 % auf 396 Mio. Euro. Bei den Importen dominierten elektrische Geräte (176 Mio. Euro), gefolgt von Medizin-Handschuhen (58 Mio. Euro), Mess-, Prüf- & Analyseinstrumenten (22 Mio. Euro), Büro- & EDV-Maschinen (22 Mio. Euro), Nachrichtengeräten (21 Mio. Euro), Rollstühlen (9 Mio. Euro), Spezial- und weiteren Maschinen (29 Mio. Euro) sowie nicht legiertem Zinn (4 Mio. Euro). 

Mit einem knappen Handelsbilanzsaldo von 7 Mio. Euro konnte Österreich 2020 das zehnte Mal in Folge ein Aktivum erwirtschaften. Im weltweiten Exportranking liegt Malaysia auf dem 41. Platz knapp hinter Israel und Hongkong, noch vor Saudi-Arabien, Portugal, Thailand, Irland, Singapur, Vietnam und Indonesien.

50 österreichische Unternehmen sind mit einer eigenen Niederlassung in Malaysia präsent, meist zum Vertrieb und Wartung ihrer Produkte bzw. im Dienstleistungsbereich oder als regionales Büro. Knapp zehn dieser Unternehmen verfügen über Produktion und Assembling (u.a. Erdölförderung, Halbleiterindustrie, Gummihandschuhe, Kunststoffrohre, Motorräder, Getriebemotoren, Frequenzumrichter, Schalungstechnik). Die aktiven Direktinvestitionen Österreichs in Malaysia beliefen sich 2019 auf 1.162 Mio. Euro und haben sich durch die finanzielle Beteiligung eines österreichischen Unternehmens fast verfünffacht.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Malaysia.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Kuala Lumpur für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Malaysia der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Das ITC sieht für Österreich in Malaysia ungenutzte Exportpotenziale von 752 Mio. USD. Laut Weltbank erreicht Malaysia in 3-5 Jahren das Niveau eines Staates mit hohem Einkommen. Es entwickelt sich stetig in Richtung eines modernen, technologieaffinen Landes mit einer jungen, konsumhungrigen Bevölkerung. Diese Dynamik mit Qualitätskomponente birgt Chancen für Firmen mit intelligenten technologischen Anwendungen. Die Lösung von Umweltproblemen (Müllbehandlung, Recycling, Wassermanagement, Verkehr) wird immer dringender. Malaysias kürzlicher Beitritt zum RCEP-Abkommen und mit der Aussicht auf eine Teilnahme an CPTPP eröffnen neue Potenziale für regionales Wachstum.

Gerne gibt Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Kuala Lumpur detaillierte Informationen zu Sektoren, Projektchancen und Geschäftspartnern in Malaysia.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters und Geschäftschancen 

Die Schwerpunkte für 2021-2023 werden in den Sektoren Recycling/Umwelt- & Abwassertechnik/nachhaltiges Bauen, Laborausstattung/Medizintechnik/Life Science sowie Digitalisierung in der Industrie wie Industrie 4.0/Robotik/KI&VR gelegt, ohne die Potenziale bei Energie, Tourismus und Design außer Acht zu lassen.

Recycling/Umwelt- & Abwassertechnik/nachhaltiges Bauen

Malaysias Abfallwirtschaft in den Bereichen Müllsammlung, Aufbereitung, Recycling und Verwertung steckt noch immer in den Kinderschuhen. Am meisten werden die Wertstoffe Metall und Altpapier händisch gesammelt und im Rezyklierungsprozess eingebracht, in weiterer Folge auch Kunststoffverpackungen (wo signifikante Volumina bestehen). Trotz einer geringen Trennungsquote kommt man durch private Müllsammler und NGOs auf eine relativ hohe Recycling-Rate, aber vieles landet noch aggregiert auf (meist illegale) Deponien, statt der Wertschöpfungskette wieder zugeführt zu werden bzw. nicht Wiederverwertbares zur Energiegewinnung möglichst umweltfreundlich in Müllverbrennungsanlagen verbrannt wird. 

Hier bestehen bedeutende Projektchancen in den nächsten fünf Jahren, insbesondere beim Recycling von Industrieabfällen, aber auch bei Haushaltsmüll, wo aktuell Initiativen zu Sammlungsinfrastruktur, Sortierung und Verwertung (eher nur Downcycling) entwickelt werden.

Modernisierung der Industrie

Trotz der zunehmenden Bedeutung des Dienstleistungssektors (41 % des BIP), ist der produzierende Sektor nach wie vor für das Erfolg der malaysischen Wirtschaft maßgeblich (55 % des BIP).

Zum Ausbau der internationalen Wettbewerbsfähigkeit, Senkung der Abhängigkeit von Gastarbeitern und Schaffung hochwertigerer Beschäftigungsmöglichkeiten der jungen lokalen und relativ gut ausgebildeten Bevölkerung setzt die malaysische Regierung Programme auf, die auf die Automatisierung und Digitalisierung von Industrieprozessen abzielen. Selbst wenn das Niveau und unternehmerische Verständnis in Zentraleuropa für Industrie 4.0 noch lange nicht hier angekommen ist, sind Upgradings – auch unter Einsatz von Robotik, künstlicher Intelligenz etc. immer dringender, wobei die vor Ort angesiedelten internationalen Produktionsbetriebe die Führungsrolle übernehmen.

Malaysia ist federführend in der Elektro- und Elektronikindustrie, wenn es um Knowhow und Präzision geht. Viele namhafte Marken haben dieses Land als Standort für die Produktion ausgewählt, da entsprechende Fachkräfte kostengünstig verfügbar sind und das ganze Ökosystem schon seit längerem entwickelt wurde.

Die malaysische Kunststoffindustrie ist zu einem sehr hohen Grade diversifiziert und wichtiger Zulieferer für heimische und internationale Unternehmen aus den Bereichen Automobil, Verpackung und Elektronik. Mit rund 1.300 produzierenden Gewerben, welche für mehr als 80.000 Arbeitsplätze sorgen, gehört Malaysias Plastikindustrie zu den größten in Asien.

Malaysia ist einer der größten Hersteller und Verbraucher von Kautschuk weltweit. Die bedeutendste Sparte innerhalb der Kautschukindustrie ist der Handschuh-produzierende Sektor. Aus diesem Land kommen 65 % der Nitril- und Latex-Handschuhe weltweit − lokale Unternehmen wie Top Glove oder Hartalega gehören zu den Global Players. Darüber hinaus gehört Malaysia auch in den Bereichen Katheter, Kondome und Latexfäden zu den Marktführern.

Medizintechnik, Laborausstattung und Life Science 

Der Medizintechnik-, Pharma und Konsumartikelsektor zeigt ebenso eine dynamische Entwicklung, wo sich Malaysia als bevorzugte Destination dank der verfügbaren Humanressourcen und Nähe zu wichtigen Märkten in Asia-Pacific etabliert. 

Die Covid-19-Pandemie gibt dieser Branche noch einen zusätzlichen Kick, abgesehen von Bestrebungen international aktiver Unternehmen, ihre Aktivitäten außerhalb von China zu diversifizieren. Bekannte Marken aus Japan, Südkorea und Taiwan zieht es verstärkt nach Malaysia zur Risikominimierung und Nutzung der großzügigen Ansiedlungsförderungen. 

Sowohl im Anlagen- und Maschinenbau, als auch für die Lieferung von Komponenten, hochwertigen Kunststoffen und neuen Materialien bietet sich dieses Land an. 

Für detailliertere Marktinformationen kontaktieren Sie die Expertinnen und Experten des AußenwirtschaftsCenters Kuala Lumpur.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Malaysia problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Kuala Lumpur anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Malaysia

Das AußenwirtschaftsCenter Kuala Lumpur berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Malaysia haben.

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