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Die malaysische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Kuala Lumpur hat die wichtigsten Informationen zur malaysischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage

Trotz Malaysias vergleichsweise kleiner Volkswirtschaft gehört das Land zu den 20 größten Handelsnationen der Welt. Die relativ offene und liberale Wirtschaftspolitik macht Malaysia jedoch auch risikoanfälliger gegenüber den Entwicklungen auf den Weltmärkten, insbes. China und Indien.

Dank anhaltender Exportstärke ging das Jahr 2018 für Malaysia mit einem soliden BIP-Wachstum zu Ende. Die drittstärkste Volkswirtschaft in Südostasien konnte trotz zahlreicher stornierter Großprojekte ein Wirtschaftswachstum von 4,7% einfahren. Für das laufende Wirtschaftsjahr erhofft sich die Regierung auf Basis einer konstanten Inlandsnachfrage und weiter wachsenden Exporten ein gleichbleibendes Wirtschaftswachstum. Die Malaysische Zentralbank prognostizierte zuletzt ein Wachstum zwischen 4,3 und 4,8%, die Weltbank von 4,6%.

Um die Wirtschaft weiter anzukurbeln, muss die Regierung allerdings den Spagat vollbringen, die öffentlichen Investitionen bei einem Schuldenberg von über einer Billion Ringgit (ca. 220 Mrd. Euro) neu anzufachen. Durch die Stornierung bzw. den Aufschub von massiven Infrastrukturprojekten, die noch von der alten Regierung lanciert wurden, wird die neue Führungsriege unter dem 93-jährigen Dr. Mahathir neue Wege finden müssen, um den Wirtschaftsmotor des Landes auf eine breitere Basis zu stellen. Privatkonsum und Exporten bleiben robust und öffentliche Investitionen werden nun strategischer geplant. Ein Aufschub von Großprojekten wird auch als Chance gesehen, etwaige Verbesserungs- und Einsparungspotenziale zu identifizieren und Korruptionsfälle aufzudecken. Die Projekte unter dem 11. Malaysia-Plan 2016-2020 sollen vorrangig umgesetzt werden (Spitäler, öffentliche Infrastruktur).

Besondere Entwicklungen

Für die Wiederaufnahme der seit 2012 auf Eis liegenden Verhandlungen zu einem Freihandelsabkommen zwischen Malaysia und der EU hat sich Palmöl als größter Bremsklotz erwiesen. Durch den Beschluss der EU, bis 2030 Palmöl in Dieselkraftstoffen schrittweise auf Null zu senken, fühlen sich die beiden Spitzenproduzenten Malaysia und Indonesien, die rund 85 Prozent des weltweiten Angebots an Palmöl abdecken, brüskiert.

An einer zweiten Front ringt Malaysia derzeit mit seinem südlichen Nachbarn Singapur um Wasserlieferungen. Das Wasserabkommen von 1962 sah eine Preisüberprüfung nach 25 Jahren vor. Malaysia übte dieses Recht nicht aus und ist daher aus Sichtweise Singapurs nicht berechtigt, den Wasserpreis einseitig zu ändern. Der malaysische Premierminister Mahathir Mohamed will dennoch das Abkommen mit Singapur neu verhandeln, da der niedrige Preis die Staatskasse belastet.

Im Oktober 2019 wurde das Budget für 2020 veröffentlicht. Die Regierung hat Industrie 4.0, Digitalisierung und die breitere Anwendung von neuen Technologien als die neue Quellen für Produktivität und Wirtschaftswachstum identifiziert, wofür auch Förderungen und Incentives zur Verfügung gestellt werden. Auch die Shared Prosperity Vision 2030 soll eine nachhaltige Entwicklung gewährleisten.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Das lediglich 32 Millionen Einwohner zählende Land ist nach China, Japan, Südkorea und Indien der fünftgrößte Exportmarkt für österreichische Firmen im gesamten asiatischen Raum. Österreichische Unternehmen lieferten 2018 Waren im Wert von 540 Mio. Euro und untermauerten damit Malaysias Stellung als größter Abnehmer in Südostasien. Im ersten Halbjahr 2019 sanken allerdings unsere Ausfuhren um 20,5% auf 233 Mio. Euro im Vergleich zur Vorjahresperiode, was vorrangig an der drastischen Abnahme der Exporte von Schienenfahrzeugen (-25 Mio. Euro) sowie anderen elektronischen integrierten Schaltungen außer Prozessoren, Speicher und Verstärker (-24 Mio. Euro) bzw. Maschinen für die Kunststoffindustrie (-5 Mio. Euro) lag. Auch in der 1. Hälfte 2019 bleiben elektronische integrierte Schaltungen und Transistoren die Ausfuhrprodukte n° 1 mit 60%, gefolgt von Spezialmaschinen, gedruckten Schaltern (je 5 Mio. Euro), Oszilloskopen, Papier und Pappe.

Die österreichischen Einfuhren aus Malaysia nahmen im letzten Jahr ebenfalls zu und erreichten bei einem Plus von 5% 375 Mio. Euro. Bei den Importen dominieren ebenfalls der Sektor „elektrische Maschinen und elektrotechnische Waren“ mit einem Wert von zuletzt 198,9 Mio. Euro, gefolgt von Maschinen und mechanischen Geräten mit 49,1 Mio. Euro, Kautschuk (u.a. medizinische Handschuhe) mit 25,6 Mio. Euro), Mess- und Prüfinstrumente (24,2 Mio. Euro) sowie nicht legierter Zinn (16,9 Mio. Euro). Die Einfuhren aus Malaysia stiegen in der 1. Jahreshälfte 2019 sogar um 14,8% auf 212 Mio. Euro, insbesondere wegen der starken Zunahme von Lieferungen an Teilen für Oszilloskope nach Österreich (15 Mio. Euro) und diverse Maschinenbauerzeugnisse.

Derzeit sind 70 österreichische Unternehmen mit einer eigenen Niederlassung zum Vertrieb und Wartung ihrer Produkte in Malaysia präsent. Knapp zehn dieser Unternehmen sind Produktions- bzw. Assemblierbetriebe.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Malaysia.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Kuala Lumpur für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Malaysia der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Schienenverkehr

Mobilität gehört zu den elementarsten Bedürfnissen einer modernen Gesellschaft. Ebenso steht und fällt die Wirtschaft eines Landes mit dem reibungslosen Transport von Gütern. Malaysia investiert daher stark in den Ausbau der Infrastruktur und Steigerung der Leistungsfähigkeit der Eisenbahntechnologien. Der Eisenbahntransport in Malaysia umfasst Fernverkehr (hauptsächlich zwischen Städten), Stadtbahnen, eine Magnetbahn und eine Standseilbahn. Der Schienenverkehr in Ostmalaysia ist nur wenig ausgeprägt: Ein Schienennetz ist lediglich im Bundesstaat Sabah zu finden. Zahlreiche Projekte, darunter auch grenzüberschreitende, sind in Planung. Zu den größten und prestigeträchtigsten gehören das Klang Valley LRT-Projekt und die Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Kuala Lumpur und Singapur.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Die 14. Parlamentswahl im Mai 2018 brachte eine Überprüfung aller Großprojekte im Infrastruktursektor, die während der Regierungszeit des umstrittenen Ex-Premierministers Najib Razak unter teils intransparenten Voraussetzungen an ausländische Unternehmen vergeben wurden, mit sich.

Viele dieser Projekte wie z.B. das Hochgeschwindigkeitsprojekt von Kuala Lumpur nach Singapur (High Speed Rail Project) wurden nach der Neuevaluierung verschoben (Bauaufschub bis 2020) oder andere unter enormer Senkung der Kosten weiter vorangetrieben.

Die Umstrukturierungen und das Reviewing der geplanten Großprojekte sind zwar für momentane Einbrüche in der malaysischen Bau- und Eisenbahnindustrie verantwortlich, bringen allerdings zusätzliche Chancen für ausländische Hersteller- sowie Zulieferbetriebe in den nächsten Jahren.

Das Bestreben der malaysischen Regierung, das Land bis zum Jahr 2024 zu einer voll entwickelten Industrienation (High Income Country) zu transformieren, soll zudem der malaysischen Bau- und Schienenverkehrsindustrie zugutekommen.

Ein gut ausgebautes und effizientes Infrastrukturnetzwerk stellt das Rückgrat einer Industrienation dar und wird daher auch in den nächsten Jahren im Fokus der malaysischen Regierung stehen, um die „Vision 2024“ zu erreichen.

Regelmäßige Teilnahmen des AussenwirtschaftsCenters an der RAIL SOLUTIONS ASIA, Asiens etablierter Fachmesse für Eisenbahntechnologien, mit Gruppenausstellungen in den vergangenen Jahren unterstreichen die Wichtigkeit des Eisenbahnmarktes sowie das bestehende Interesse unserer österreichischen Unternehmen. Dieser wichtigste Experten-Event in Asien kombiniert eine Fachmesse für Eisenbahntechnologien und Schienentransportausrüstungen mit einer Fachkonferenz für nationale Eisenbahnverbände und Branchenexperten aus ganz Asien. Dabei werden im Jahr 2019 rund 60 internationale Ausstellerinnen und Aussteller aus 20 Ländern sowie Fachbesucherinnen und Fachbesucher und höchste Entscheidungsträger aus der gesamten asiatischen Region erwartet.

Gerne gibt Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Kuala Lumpur weitere Informationen zur malaysischen Schienenverkehrssektor und informiert Sie über Ihre Chancen auf diesem Markt.

Erneuerbare Energien

Mit einem Beitrag von knapp einem Fünftel zum jährlichen BIP stellen fossile Energieträger einen Schlüsselbereich der malaysischen Wirtschaft dar. Schätzungen zufolge sollen allerdings in rund 30 Jahren die Welterdgas- bzw. Erdölvorkommen erschöpft sein.

Malaysia knüpft an diese Erkenntnis an und investiert bereits vermehrt in grüne Technologien und Erneuerbare Energien.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Die im Mai 2018 neu gewählte malaysische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 zwanzig Prozent der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen zu gewinnen. Mit einem Anteil von derzeit nur 2 Prozent ist dieser Zielwert sehr ambitioniert. Um die Leistbarkeit und Zugänglichkeit von Strom für die breite Bevölkerung sicherzustellen, strebt das Energieministerium eine schrittweise Dezentralisierung der Stromerzeugung an. Weiters will man die CO²-Emmissionen bis 2020 um 40 Prozent senken.

So wie die malaysische Energieministerin setzt auch Tenaga Nasional Berhad, der wichtigste Energieanbieter des Landes, auf langfristige und nachhaltige Energieversorgung für die kommenden Jahre.

Dem ressourcenreichen Land stehen die notwendigen Mittel und Voraussetzungen für einen verstärkten Fokus hin zu erneuerbaren Energien zur Verfügung, allerdings fehlt es an dem notwendigen Know-how zur Umsetzung.

So begünstigt beispielsweise die geographische Lage den Ausbau von Solaranlagen. Weiters produziert die lokale Palmölindustrie jährlich 90 Mio. Tonnen Biomasse, die bei Einsatz geeigneter Technologie vielseitig wiederverwertbar ist. Hausmüllverwertung, insbesondere in ländlichen Gebieten sowie an den Küsten Malaysias hinkt noch sehr nach und es besteht großer Aufholbedarf. Da lokale Unternehmen teilweise nicht über die Technik und das Personal verfügen, um Abfälle in Biomasseenergie umzuwandeln, bieten sich in diesem Bereich profitable Chancen für österreichische Unternehmen.

Sie suchen ausführlichere Informationen zu Erneuerbaren Energien in Malaysia? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Kuala Lumpur.

Chemie / Kunststoffe

Trotz der zunehmenden Bedeutung des Dienstleistungssektors, ist der produzierende Sektor nach wie vor für das Wachstum der malaysischen Wirtschaft maßgeblich.

Im Jahr 2017 wurden etwa 22 % des BIPs durch den produzierenden Sektor erwirtschaftet. Innerhalb des sekundären Sektors spielt die Herstellung und Weiterverarbeitung von Produkten aus Kautschuk, Gummi und Plastik eine nicht unwesentliche Rolle.

Die malaysische Kunststoffindustrie ist zu einem sehr hohen Grade diversifiziert und wichtiger Zulieferer für heimische und internationale Unternehmen aus den Bereichen Automobil, Verpackung und Elektronik. Mit rund 1.300 produzierenden Gewerben, welche für mehr als 80.000 Arbeitsplätze sorgen, gehört Malaysias Plastikindustrie zu den größten in Asien.

Im Jahr 2016 war Malaysia der fünftgrößte Hersteller und achtgrößte Verbraucher von Kautschuk weltweit. Die bedeutendste Sparte innerhalb der Kautschukindustrie ist der Handschuh-produzierende Sektor. Dieser verbrauchte im Jahre 2016 rund 70 % des Gesamtvolumens an malaysischem Gummi und versorgte damit mehr als 50 % des globalen Bedarfs an medizinischen Handschuhen. Dieser Anteil soll bis zum Jahre 2020 auf 65 % erhöht werden. Lokale Unternehmen wie Top Glove oder Hartalega gelten als etablierte Firmen im Gummihandschuh-Sektor.

Darüber hinaus gehört Malaysia auch in den Bereichen Katheter, Kondome und Latexfäden zu den Marktführern.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Große Chancen für österreichische Unternehmen werden im Bereich der Automatisierung gesehen. Industry 4.0 spielt eine immer größer werdende Rolle in Malaysia. Der Staat hat ebenfalls bereits diverse Anreize für das Umrüsten von Produktionsstätten geschaffen. Da die Expertise auf dem heimischen Markt noch gering ist, können österreichische Unternehmen hier dazu beitragen, eine Marktlücke zu schließen.

Expertinnen und Experten erwarten auch in den nächsten ein stetiges Wachstum der malaysischen Gummi- und Plastikindustrie. Getrieben soll dieses allen voran durch die prognostizierte steigende Nachfrage in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, im Elektronikmarkt sowie der Pharmaindustrie sein.

Für detailliertere Marktinformationen kontaktieren Sie die Expertinnen und Experten des AußenwirtschaftsCenters Kuala Lumpur!

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Malaysia problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Kuala Lumpur anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Malaysia

Das AußenwirtschaftsCenter Kuala Lumpur berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Malaysia haben.

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