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Die malaysische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Kuala Lumpur hat die wichtigsten Informationen zur malaysischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage

Dank anhaltender Exportstärke ging das Jahr 2018 für Malaysia mit einem soliden BIP-Wachstum zu Ende. Die drittstärkte Volkswirtschaft in Südostasien konnte im vierten Quartal 2018, trotz zahlreicher stornierter Großprojekte, ein Wirtschaftswachstum von 4,7 Prozent einfahren. Für das Gesamtjahr 2018 pendelte sich das BIP-Wachstum ebenfalls auf 4,7 Prozent ein (nach 5,9 Prozent im Jahr davor). Für das laufende Wirtschaftsjahr erhofft sich die Regierung auf Basis einer konstanten Inlandsnachfrage und weiter wachsenden Exporten ein ähnliches Ergebnis: Die Malaysische Zentralbank prognostizierte zuletzt ein Wachstum zwischen 4,3 und 4,8 Prozent.

Um die Wirtschaft weiter anzukurbeln muss die Regierung allerdings den Spagat vollbringen, die öffentlichen Investitionen bei einem Schuldenberg von über einer Billion Ringgit (ca. 220 Mrd. EUR) neu anzufachen. Durch die Stornierung bzw. den Aufschub von massiven Infrastrukturprojekten, die noch von der alten Regierung lanciert wurden, wird die neue Führungsriege unter dem 93-jährigen Premierminister Mahathir neue Wege finden müssen, um den Wirtschaftsmotor des Landes auf eine breitere Basis zu stellen. Neben dem robustem Privatkonsum und Exporten müssen vorallem die staatlichen Investitionen neu angekurbelt werden, um dem Wachstum eine beständige und tragfähige Basis zu verleihen.

Mit einer Steigerung von 6,8 Prozent erwirtschafteten Malaysias Exporteure 2018 fast eine Billion malaysische Ringgit (998 Mrd. RM, umgerechnet ca. 215 Mrd. EUR). Speziell Güter aus dem elektronischen sowie dem Rohstoffsektor trugen zu diesem Anstieg bei. Malaysias Handelsvolumen erreichte im letzten Jahr ein Plus von 5,9 Prozent und stieg von 1.771 Mrd. RM auf 1.876 Mrd. RM. China ist mit einem Anteil von 16,7 Prozent am Gesamthandelsvolumen seit über 10 Jahren Malaysias größter Handelspartner.

Besondere Entwicklungen

Für die Wiederaufnahme der seit 2012 auf Eis liegenden Verhandlungen zu einem Freihandelsabkommen zwischen Malaysia und der EU hat sich Palmöl als größter Bremsklotz erwiesen. Durch den Beschluss der EU bis 2030 Palmöl in Dieselkraftstoffen schrittweise auf Null zu senken, fühlen sich die beiden Spitzenproduzenten Malaysia und Indonesien, die rund 85 Prozent des weltweiten Angebots an Palmöl abdecken, brüskiert. Malaysia liefert ca. 15 Prozent seiner Palmölproduktion nach Europa, wovon mehr als ein Drittel in Biosprit eingesetzt wird. Sollte es ein Verbot in diesem Bereich geben, hätte dies nicht nur Auswirkungen auf den malaysischen Export, sondern auch auf das Wohlergehen und die wirtschaftliche Existenz von mehr als 650.000 Kleinbauern, deren Lebenserwerb unmittelbar vom Palmöl abhängt. Sowohl Malaysia wie auch Indonesien drohen unverhohlen mit Konsequenzen.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Österreichische Unternehmen lieferten im letzten Jahr Waren im Wert von 539,8 Mio. EUR und untermauerten damit Malaysias Stellung als größter Abnehmer in Südostasien. Das nur 32 Millionen Einwohner zählende Land ist nach China, Japan, Südkorea und Indien bereits der fünft größte Exportmarkt für österreichische Firmen im gesamten asiatischen Raum. Die österreichischen Einfuhren aus Malaysia nahmen im letzten Jahr ebenfalls zu und erreichten bei einem Plus von 5 Prozent 375,8 Mio. EUR. Mit einem Handelsbilanzsaldo von 164 Mio. EUR konnte Österreich 2018 bereits das achte Mal in Folge ein Aktivum erwirtschaften. Im weltweiten Exportranking liegt Malaysia auf dem 35. Platz vor Hongkong, Taiwan und Ukraine. Derzeit sind 70 österreichische Unternehmen mit einer eigenen Niederlassung zum Vertrieb und Wartung ihrer Produkte in Malaysia präsent. Knapp zehn dieser Unternehmen sind Produktions- bzw. Assemblierbetriebe.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Malaysia.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Kuala Lumpur für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Malaysia der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Schienenverkehr

Mobilität gehört zu den elementarsten Bedürfnissen einer modernen Gesellschaft. Ebenso steht und fällt die Wirtschaft eines Landes mit dem reibungslosen Transport von Gütern. Malaysia investiert daher stark in den Ausbau der Infrastruktur und Steigerung der Leistungsfähigkeit der Eisenbahntechnologien. Der Eisenbahntransport in Malaysia umfasst Fernverkehr (hauptsächlich zwischen Städten), Stadtbahnen, eine Magnetbahn und eine Standseilbahn. Der Schienenverkehr in Ostmalaysia ist nur wenig ausgeprägt: Ein Schienennetz ist lediglich im Bundesstaat Sabah zu finden. Zahlreiche Projekte, darunter auch grenzüberschreitende, sind in Planung. Zu den größten und prestigeträchtigsten gehören das Klang Valley LRT-Projekt und die Hochgeschwindigkeitsverbindung zwischen Kuala Lumpur und Singapur.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Die 14. Parlamentswahl im Mai 2018 brachte eine Überprüfung aller Großprojekte im Infrastruktursektor, die während der Regierungszeit des umstrittenen Ex-Premierministers Najib Razak unter teils intransparenten Voraussetzungen an ausländische Unternehmen vergeben wurden, mit sich.

Viele dieser Projekte wie z.B. das Hochgeschwindigkeitsprojekt von Kuala Lumpur nach Singapur (High Speed Rail Project) wurden nach der Neuevaluierung verschoben (Bauaufschub bis 2020) oder andere unter enormer Senkung der Kosten weiter vorangetrieben.

Die Umstrukturierungen und das Reviewing der geplanten Großprojekte sind zwar für momentane Einbrüche in der malaysischen Bau- und Eisenbahnindustrie verantwortlich, bringen allerdings zusätzliche Chancen für ausländische Hersteller- sowie Zulieferbetriebe in den nächsten Jahren.

Das Bestreben der malaysischen Regierung, das Land bis zum Jahr 2024 zu einer voll entwickelten Industrienation (High Income Country) zu transformieren, soll zudem der malaysischen Bau- und Schienenverkehrsindustrie zugutekommen.

Ein gut ausgebautes und effizientes Infrastrukturnetzwerk stellt das Rückgrat einer Industrienation dar und wird daher auch in den nächsten Jahren im Fokus der malaysischen Regierung stehen, um die „Vision 2024“ zu erreichen.

Regelmäßige Teilnahmen des AussenwirtschaftsCenters an der RAIL SOLUTIONS ASIA, Asiens etablierter Fachmesse für Eisenbahntechnologien, mit Gruppenausstellungen in den vergangenen Jahren unterstreichen die Wichtigkeit des Eisenbahnmarktes sowie das bestehende Interesse unserer österreichischen Unternehmen. Dieser wichtigste Experten-Event in Asien kombiniert eine Fachmesse für Eisenbahntechnologien und Schienentransportausrüstungen mit einer Fachkonferenz für nationale Eisenbahnverbände und Branchenexperten aus ganz Asien. Dabei werden im Jahr 2019 rund 60 internationale Ausstellerinnen und Aussteller aus 20 Ländern sowie Fachbesucherinnen und Fachbesucher und höchste Entscheidungsträger aus der gesamten asiatischen Region erwartet.

Gerne gibt Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Kuala Lumpur weitere Informationen zur malaysischen Schienenverkehrssektor und informiert Sie über Ihre Chancen auf diesem Markt.

Erneuerbare Energien

Mit einem Beitrag von knapp einem Fünftel zum jährlichen BIP stellen fossile Energieträger einen Schlüsselbereich der malaysischen Wirtschaft dar. Schätzungen zufolge sollen allerdings in rund 30 Jahren die Welterdgas- bzw. Erdölvorkommen erschöpft sein.

Malaysia knüpft an diese Erkenntnis an und investiert bereits vermehrt in grüne Technologien und Erneuerbare Energien.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Die im Mai 2018 neu gewählte malaysische Regierung hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2025 zwanzig Prozent der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energiequellen zu gewinnen. Mit einem Anteil von derzeit nur 2 Prozent ist dieser Zielwert sehr ambitioniert. Um die Leistbarkeit und Zugänglichkeit von Strom für die breite Bevölkerung sicherzustellen, strebt das Energieministerium eine schrittweise Dezentralisierung der Stromerzeugung an. Weiters will man die CO²-Emmissionen bis 2020 um 40 Prozent senken.

So wie die malaysische Energieministerin setzt auch Tenaga Nasional Berhad, der wichtigste Energieanbieter des Landes, auf langfristige und nachhaltige Energieversorgung für die kommenden Jahre.

Dem ressourcenreichen Land stehen die notwendigen Mittel und Voraussetzungen für einen verstärkten Fokus hin zu erneuerbaren Energien zur Verfügung, allerdings fehlt es an dem notwendigen Know-how zur Umsetzung.

So begünstigt beispielsweise die geographische Lage den Ausbau von Solaranlagen. Weiters produziert die lokale Palmölindustrie jährlich 90 Mio. Tonnen Biomasse, die bei Einsatz geeigneter Technologie vielseitig wiederverwertbar ist. Hausmüllverwertung, insbesondere in ländlichen Gebieten sowie an den Küsten Malaysias hinkt noch sehr nach und es besteht großer Aufholbedarf. Da lokale Unternehmen teilweise nicht über die Technik und das Personal verfügen, um Abfälle in Biomasseenergie umzuwandeln, bieten sich in diesem Bereich profitable Chancen für österreichische Unternehmen.

Sie suchen ausführlichere Informationen zu Erneuerbaren Energien in Malaysia? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Kuala Lumpur.

Chemie / Kunststoffe

Trotz der zunehmenden Bedeutung des Dienstleistungssektors, ist der produzierende Sektor nach wie vor für das Wachstum der malaysischen Wirtschaft maßgeblich.

Im Jahr 2017 wurden etwa 22 % des BIPs durch den produzierenden Sektor erwirtschaftet. Innerhalb des sekundären Sektors spielt die Herstellung und Weiterverarbeitung von Produkten aus Kautschuk, Gummi und Plastik eine nicht unwesentliche Rolle.

Die malaysische Kunststoffindustrie ist zu einem sehr hohen Grade diversifiziert und wichtiger Zulieferer für heimische und internationale Unternehmen aus den Bereichen Automobil, Verpackung und Elektronik. Mit rund 1.300 produzierenden Gewerben, welche für mehr als 80.000 Arbeitsplätze sorgen, gehört Malaysias Plastikindustrie zu den größten in Asien.

Im Jahr 2016 war Malaysia der fünftgrößte Hersteller und achtgrößte Verbraucher von Kautschuk weltweit. Die bedeutendste Sparte innerhalb der Kautschukindustrie ist der Handschuh-produzierende Sektor. Dieser verbrauchte im Jahre 2016 rund 70 % des Gesamtvolumens an malaysischem Gummi und versorgte damit mehr als 50 % des globalen Bedarfs an medizinischen Handschuhen. Dieser Anteil soll bis zum Jahre 2020 auf 65 % erhöht werden. Lokale Unternehmen wie Top Glove oder Hartalega gelten als etablierte Firmen im Gummihandschuh-Sektor.

Darüber hinaus gehört Malaysia auch in den Bereichen Katheter, Kondome und Latexfäden zu den Marktführern.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Große Chancen für österreichische Unternehmen werden im Bereich der Automatisierung gesehen. Industry 4.0 spielt eine immer größer werdende Rolle in Malaysia. Der Staat hat ebenfalls bereits diverse Anreize für das Umrüsten von Produktionsstätten geschaffen. Da die Expertise auf dem heimischen Markt noch gering ist, können österreichische Unternehmen hier dazu beitragen, eine Marktlücke zu schließen.

Expertinnen und Experten erwarten auch in den nächsten ein stetiges Wachstum der malaysischen Gummi- und Plastikindustrie. Getrieben soll dieses allen voran durch die prognostizierte steigende Nachfrage in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie, im Elektronikmarkt sowie der Pharmaindustrie sein.

Für detailliertere Marktinformationen kontaktieren Sie die Expertinnen und Experten des AußenwirtschaftsCenters Kuala Lumpur!

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Malaysia problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Kuala Lumpur anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Malaysia

Das AußenwirtschaftsCenter Kuala Lumpur berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Malaysia haben.