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Die portugiesische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Lissabon hat die wichtigsten Informationen zur portugiesischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Portugals Wirtschaft hat ein starkes Come-back hingelegt: Die drastischen Spar- und Restrukturierungsmaßnahmen, die der 78 Mrd. Euro-Rettungsschirm während der Wirtschafts- und Finanzkrise mit sich gebracht hatten, waren im Stillen von der aktuellen Mitte-Links Regierung Costa (seit Nov. 2015 im Amt) fortgesetzt worden und tragen nun – unterstützt durch das starke Wirtschaftswachstum - Früchte.

Nach einem zehnjährigen Tal der Tränen, das die Portugiesen stoisch seit 2009 – mit Tiefpunkt 2013 - durchschritten hatten, übertraf 2018 die Wirtschaftsleistung erstmalig wieder den Rekordwert von 2008. Der EU/IWF-Kredit konnte frühzeitig zurückbezahlt werden. So waren seit Langem ersten Sozialleistungen und geringe Anhebung der Löhne im öffentlichen Bereich möglich.

Besondere Entwicklungen

In Portugal ist 2019 „Wahlherbst“: Am 6. Oktober finden die Parlamentswahlen statt. Davor gibt es auf Madeira am 22. September Regionalwahlen. Im Zuge der kommenden Monate müssen daher Aktionen und Rhetorik der Parteien verstärkt unter dem Blickwinkel des Wahlkampfes gesehen werden.

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich

Österreich exportierte 2018 insgesamt EUR 414 Mio. (+4,3%) nach Portugal und liegt damit nur noch knapp unter dem Vorkrisenniveau von 2007 (EUR 475 Mio.). Die Exporte im Q1 2019 sehen mit +28% vielversprechend aus, angetrieben von PKW-Exporten. 2018 schwächelte das bisherige Zugpferd Maschinenbauerzeugnisse (44% aller Exporte; EUR 182 Mio.) mit -2,2%. Abgefedert wurde dies von einem kräftigen Plus von 14% bei bearbeiteten Waren (24% aller Exporte; EUR 100 Mio.) und von 22% bei chemischen Erzeugnissen (16% aller Exporte; EUR 65 Mio.). 

2018 importierte Österreich Waren im Wert von EUR 712 Mio. aus Portugal (+28,3%). Diese Entwicklung hielt im Q1 2019 mit einem Plus von 27,7 % an. Grund für diese beachtliche Steigerung sind vor allem Straßenfahrzeuge, deren Lieferungen nach Österreich sich verdoppelt habe. Die PKWs kommen vor allem aus dem Werk von Volkswagen Autoeuropa südlich von Lissabon (VW Sharan, VW Scirocco, Seat Alhambra und seit Herbst 2017 T-Roc). Abgeschlagen folgen die Warengruppen elektrische Maschinen und Bekleidung. Portugal hat eine bedeutende Textilindustrie und viele internationale Hersteller lassen hier produzieren.

Das österreichischen Handelsbilanzdefizit mit Portugal weitete sich 2018 auf knapp EUR 300 Mio. aus.

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus Portugal.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Lissabon für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Portugal der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Automotive

Die portugiesische Automobilindustrie hat im Jahr 2018 ein historisches Maximum erreicht. Über 294.000 Fahrzeuge wurden in den nationalen Automobilwerken produziert, davon etwa 97 % für den Exportmarkt. Bei den Pkws macht der Anstieg im Vergleich zu 2017 erstaunliche 85,2 % (auf 234.151 Stück) aus. Die leichten Nutzfahrzeuge verzeichneten mit 54.881 produzierten Einheiten eine Zunahme von 28,2 %.

Ausschlaggebend für diesen Produktionsboom waren vier Buchstaben: der neue T-Roc von VW Autoeuropa. Das VW-Werk in Pamela produzierte im Jahr 2018 über 220.000 Fahrzeuge (+ 100,4 %) mit einem Exportanteil von 75 % der Gesamtproduktion und 95 % im Segment der Personen- und Nutzfahrzeuge. Auch die in Mangualde (Nordportugal) angesiedelte Fabrik der französischen Automobilgruppe PSA wird 2019 mit dem neuen Modell Opel Combo für Aufregung sorgen. Die Produktion beginnt in der zweiten Jahreshälfte und bis zum Jahresende sollen bis zu 12.000 neue Fahrzeuge hergestellt werden. Neben der Produktion des Opel Combo werden auch noch die Modelle Citroën Berlingo und Berlingo Van (6.339 Einheiten im Jahr 2008) sowie Peugeot Partner/Rifter (31.613) hergestellt. 

Chancen für österreichische Unternehmen

Portugals Kfz-Industrie bietet einige Vorteile für neue Markteintritte. Am interessantesten ist die intensive Kooperation zwischen den verschiedenen Zulieferfirmen, aber auch zwischen Firmen, Universitäten, Innovations- und Entwicklungsinstituten. Darüber hinaus sind die günstige geografische Lage sowie die daraus resultierenden logistischen Möglichkeiten für Exportbeziehungen außerhalb Europas zu beachten. Die Arbeitskräfte in Portugal sind gut ausgebildet, die Lohnkosten vergleichsweise niedrig. Bestehende Unternehmen sind oftmals Teil internationaler Zuliefernetzwerke und verfügen daher über wertvolle Erfahrungen sowie Informationen. Aufgrund der steigenden Wachstumstendenz in der Automobil- und Zulieferindustrie, bieten sich für österreichische Firmen gute Absatzchancen, darunter fallen insbesondere die Sektoren Formen-, Maschinenbau und Metallverarbeitung.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Automotive? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Lissabon!

Informations- und Kommunikationstechnologie

Die Branche der Informations- und Kommunikationstechnik (IKT) hat sich in Portugal im Laufe der letzten Jahre, nicht zuletzt aufgrund der Wirtschaftskrise, stark verändert. Nach einigen stürmischen Jahren – 63 der 200 größten portugiesischen IKT-Unternehmen mussten in den letzten neun Jahren schließen – ist die Branche nun konsolidiert. Der Sektor macht 4,7 % des BIP aus und erwirtschaftet über 8,5 Mrd. Euro (ca. 11 Mrd. Euro, wenn technologische Konsumgüter inkludiert werden). Über 12.000 Unternehmen sind in diesem Bereich aktiv (ca. 1,6 % aller Unternehmen in Portugal), die Hälfte davon befindet sich in der Landeshauptstadt Lissabon, gefolgt vom Norden (Porto und Braga) mit 3.500 Unternehmen, und Mittelportugal mit 2.000.

In technologischer Hinsicht überraschte der Aufstieg eines Konsumelektronik-Händlers, nämlich jener der Firma Samsung. Dieses Unternehmen ist in Portugal nur im Vertrieb tätig, konnte durch die Verknüpfung von Privat- und Firmenkunden aber mehr Umsatz erwirtschaften als andere Firmen, die exklusiv im B2B-Handel aktiv sind. Einer der Gründe für diesen Erfolg ist das Konzept „BYOD – Bring your own device“. Darunter versteht man, dass Mitarbeiter ihre eigenen Endgeräte zur Arbeit mitbringen und so die Arbeitgeber und Unternehmen anspornen, in neue Technologien wie Cloud und die Erneuerung des IT-Bestands als auch in eine Verstärkung ihrer Sicherheitssystem zu investieren.

Das Software-Segment wird von Klein- und Mittelbetrieben dominiert. Eine Reihe von mittelgroßen portugiesischen Software-Unternehmen mit starker lokaler Präsenz ist auch im Export tätig. Diese Firmen verfügen über eine starke technologische und innovative Komponente, die es ihnen erlaubt, in Kombination mit Wettbewerbsfaktoren wie einer hohen technischen Kompetenz der Mitarbeiter sowie einem guten Kosten-Nutzen-Verhältnisn über ihre Grenzen hinauszuwachsen. Die traditionellen Expansionsmärkte sind Afrika und Südamerika. Die rasch wachsende portugiesische Start-up-Szene, die bereits einige Unicorns vorweisen kann, ist vor allem auf den britischen und amerikanischen Markt ausgerichtet.

Chancen für österreichische Unternehmen

Der portugiesische Markt hat sehr kompetente Unternehmen im Hochtechnologiebereich, es gibt aber Möglichkeiten für österreichische Unternehmen in fast allen Hochtechnologie- oder Innovationsbranchen. Sowohl in Nischenmärkten, als auch in Bereichen der technologischen Zusammenarbeit und dem Wissensaustausch mit portugiesischen Einheiten gibt es vielversprechende Optionen.

Große portugiesische Softwarefirmen sind im Prozess der Internationalisierung in afrikanische Märkte und nach Südamerika. Hier kann es eine Reihe von Möglichkeiten für österreichische Unternehmen geben, ihr Geschäft zu erweitern, oder in Partnerschaft mit portugiesischen Unternehmen einzutreten, sei es nun, um die Geschäfte in den neuen Ländern zu lenken, oder um Lösungen und Technologien anzubieten, welche die portugiesischen Firmen nicht bewerkstelligen können.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Informations- und Kommunikationstechnologie? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Lissabon!

Tourismus und Infrastruktur 

In Portugal kommt jeder fünfte erwirtschaftete Euro aus dem Tourismussektor. Der Anteil am portugiesischen PIB liegt momentan bei 13,7 % (16,6 Mrd.Euro). 21 Mio. Gäste und 59 Mio. Nächtigungen bringen Wachstumsraten in einigen Regionen im zweistelligen Prozentbereich. Landesweit liegt Portugal mit +8,1 % in Europa an erster Stelle (EU-Durchschnitt 3,1 % laut WTTC).

Für Portugal bedeutet das einen kräftigen Wirtschaftsimpuls in allen Bereichen: Ankauf von neuen Flugzeugen, der zweite Flughafen in der Nähe von Lissabon soll 2021 in Betrieb gehen, kräftiger Ausbau von Infrastruktur wie Bahn und Metro und die Bauwirtschaft boomt ebenso mit Aufträgen aus der Hotellerie (Jahresdurchschnitt ca. 60 neue Hoteleröffnungen).

Die nationale Tourismusstrategie 2017 – 2027 ist dementsprechend ehrgeizig und man will im Punkto Nachhaltigkeit, 90 % aller Tourismusbetriebe auf besseres Wasser- und Abfallmanagement und Energieeffizienz umstellen. Die qualifizierte Ausbildung in diesem Bereich soll von derzeit 30 % auf 60 % verdoppelt werden (Arbeitsmarktanteil direkt bei 10 % ca. 400.000 Personen, indirekt liegt bei 21.8 % und 1 Mio. Beschäftigten).

Bis 2027 sind jährliche Wachstumsrate von über 4 % angesetzt, was einen Umsatz von 26 Mrd. Euro und 80 Mio. Nächtigungen bedeutet.

Diese Herausforderungen bedürfen Maßnahmen auf allen wirtschaftlichen Ebenen und binden auch die sozialen Aspekte der Bevölkerung ein: leistbarer Wohnraum, Aus- und Weiterbildung und damit höhere Löhne und Wohlstand.

Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Für österreichische Unternehmen bieten sich Chancen vor allem in folgenden Bereichen:

  • der Baubranche, speziell in der Gebäudetechnik, Energieffizienz, Green Building, Urbane Technologien, Real Estate und Immobilienmangagement,
  • im Infrastrukturbereich: Aufgrund der vielen neuen Großprojekte sind auch Anbieter von Lösungen im Logistikbereich, Verkehrsinfrastruktur (Schiene, Strauße, Luftfahrt und Maritime Industry) gefragt.
  • Tourismus-Know-how: Anbieter von Konzepten und Lösungen für Städte, Kommunen, Entwickler- und Betreiber von Hotels/Eventlocations/Gastronomie.
  • Hotelausstattung

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Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in Portugal problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Lissabon anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Portugal

Das AußenwirtschaftsCenter Lissabon berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zu Portugal haben.