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Die russische Wirtschaft

Unser AußenwirtschaftsCenter in Moskau hat die wichtigsten Informationen zur russischen Wirtschaft für Sie zusammengefasst

Wirtschaftslage 

Hoher Rohstoffbedarf in der Post-Pandemie-Phase und rasant steigende Ölpreise bescheren Russland eine Wachstumsprognose von +3,8 % für 2021. Der Anstieg fällt höher als erwartet aus und überkompensiert den Wirtschaftsrückgang von -2,9 % von 2020. Russland verzeichnete im Pandemiejahr - u.a. aufgrund der geringeren Integration in die Weltwirtschaft - einen kleineren BIP-Rückgang als westliche Staaten. Dabei spürte Russland die wirtschaftlichen Turbulenzen 2020 durchaus stark - der Ölpreiskampf mit Saudi-Arabien und der COVID-19-bedingte weltweite Nachfragerückgang nach Rohstoffen ließen die Ölpreise um 30% abstürzen. Dies hatte direkte Auswirkungen auf den Rubel und das Staatsbudget. Daneben wirkten sich auch politischen Spannungen und Sanktionen rund um Oppositionspolitiker Alexey Navalny negativ auf die Nationalwährung aus, welche zum Jahresende 2020 um ca. 35 % abwertete.  

Besondere Entwicklungen 

Um die COVID-19-Pandemie schneller zu beenden und auch die Leistungsfähigkeit des russischen Pharmasektors zu fördern, begann Russland mit der Entwicklung von Impfstoffen. Der bekannteste russische Impfstoff mit einer Wirksamkeit von 95 % ist „Sputnik V“. Er wurde im August 2020 als weltweit erster COVID-Impfstoff registriert und ab Jänner 2021 im Rahmen einer breit angelegten Impfkampagne im Land ausgerollt. Parallel dazu wurde Sputnik V auch ins Ausland verkauft, teils als Exportlieferungen, teils in Form von Produktionslizenzen. Während die EU russische Impfstoffe bislang nicht zugelassen hat, haben knapp 70 Länder in Lateinamerika, Asien, Afrika und Europa Sputnik V registriert. Im 1. Halbjahr 2021 hat Russland drei weitere Impfstoffe auf den Markt gebracht: EpivacCorona, Covivac und Sputnik Light. Sputnik Light als Ein-Phasen-Impfstoff ist hauptsächlich für den Export bestimmt. Trotz ausreichender Impfstoffverfügbarkeit sind bislang lediglich 30 % der Russinnen und Russen vollständig geimpft. Neben anfänglichen Lieferengpässen hängt dies nun mit einer Impfskepsis der Bevölkerung und wenig effizienter Impfkampagnen zusammen

Wirtschaftsbeziehungen mit Österreich 

Von Jänner bis Juli 2021 belebte der österreichisch-russische Außenhandel sich wieder und stieg zur Vorjahresperiode um +19,44 % auf EUR 2,57 Mrd. 2020 brach der Außenhandel aufgrund der weltweiten COVID-19-Pandemie um -16,3 % auf EUR 4,29 Mrd. ein. Das Allzeithoch des Außenhandelsvolumens wurde 2012 mit EUR 7,28 Mrd. erreicht. Der Außenhandelssaldo lag Jänner bis Juli 2021 bei EUR -850 Mio., nachdem er 2020 fast ausgeglichen war (EUR 62 Mio.). Trotz steigendem Handelsvolumen sank der österreichische Export von Jänner bis Juli 2021 um -14,91 % auf EUR 1,11 Mrd. Mit -10,3 % war der österreichische Export nach Russland auch 2020 rückläufig – allerdings nur unterproporti-onal vom Handelsrückgang betroffen. 

Ausführliche Informationen über die Wirtschaftslage und die wirtschaftliche Entwicklung finden Sie in der Vollversion des AUSSENWIRTSCHAFT Wirtschaftsberichts aus der Russischen Föderation.

Darüber hinaus steht Ihnen das AußenwirtschaftsCenter Moskau für Auskünfte und eine persönliche Beratung zur Verfügung: Schicken Sie einfach ein E-Mail oder rufen Sie uns an.

Statistik: Länderprofil 

Einen kurzen Überblick über die wichtigsten statistischen Daten zu Wirtschaft, Politik und Gesellschaft bietet das Länderprofil Russland der AUSSENWIRTSCHAFT AUSTRIA und der Stabsabteilung Statistik. 

Wichtige Wirtschafts- und Basisdaten und Informationen für eine Vielzahl weiterer Länder finden Sie auf den jeweiligen Länderseiten sowie in der Übersicht Länderprofile weltweit.

Schwerpunktbranchen des AußenwirtschaftsCenters & Geschäftschancen für österreichische Unternehmen

Agrarwirtschaft

Die russische Landwirtschaft ist nicht zuletzt seit den russischen Importverboten und dem Regierungsziel, eine weitestgehend autonome Versorgung mit Lebensmitteln zu schaffen, ein Wachstumssektor mit sehr viel Potential für Zulieferer für die Landwirtschaftsindustrie. In der Tat wird die Selbstversorgung für das größte Land der Welt mittlerweile als nationales Prestigeprojekt gehandhabt. Mit Importsubstitution allein ist es jedoch nicht getan: Russland möchte auch auf dem Weltmarkt kräftig mitmischen. Bei den Getreideexporten schlägt Russland schon jetzt Rekorde – in den nächsten Jahren sollen Rohstoffe in Bio-Qualität folgen. Auch hier strebt die Staatsführung einen Platz in den globalen Top-3 an und unterstützt den ambitionierten Kurs der Landwirtschaft in den Jahren 2019, 2020 und 2021 mit jeweils über 3 Mrd. Euro an Fördergeldern.

Chancen für österreichische Unternehmen 

Um bei diesen hoch gesteckten Vorhaben Erfolg zu haben, ist die Beteiligung österreichischer Unternehmen aus dem Agrarsektor sehr gefragt – von Saatgut, Zuchttieren über Landmaschinen bis hin zu modernsten Smart-Farming-Lösungen.

Das Riesenreich kann sich aber auch von Österreich „abschauen“, dass es nicht nur Quantität ist, die zählt: Ein guter Teil der russischen Konsumentinnen und Konsumenten verbindet mit Österreich naturbelassene Lebensmittel, die schmecken und die man gerne nicht nur im Urlaub auf dem Tisch hätte. Vor dem Hintergrund des Lebensmittel-Embargos ist daher der Import von bewährtem Know-how bei der Herstellung und Verarbeitung von landwirtschaftlichen Erzeugnissen entlang der gesamten Wertschöpfungskette besonders chancenreich.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Agrarindustrie? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Moskau.

Aerospace/Sicherheit

Die Luftfahrtindustrie zählt zu den Schlüsselbranchen der russischen Wirtschaft und genießt seit Sowjetzeiten einen sehr guten Ruf. Daher ist es nicht verwunderlich, dass eine große Anzahl gut ausgebildeter Facharbeiter und Akademiker in dieser Branche beschäftigt sind.

Nach Angaben des russischen Ministeriums für Industrie und Handel arbeiten 350.000 Personen in 170 Unternehmen der russischen Luftfahrtindustrie. Der jährliche Umsatz belief sich 2017 auf 15,2 Mrd. Euro. Hevorzuheben ist die United Aircraft Holding, in der fast alle Schlüsselunternehmen der Branche vereint sind. Sie beschäftigte 2017 über 95.000 Mitarbeiter und erwirtschaftete ca. 5,6 Mrd. Euro. Das Unternehmen plant bis 2025 den Weltmarktanteil von derzeit 1 % auf 4,5 % zu erhöhen und ist auch auf ausländische Technolgien und innovative Produkte aus dem Ausland angewiesen.

Auch das neue russische Mittelstreckenflugzeug IRKUT MC-21, welches 2021 in Serie gehen soll, wurde mit Hilfe ausländischer Technologien und Anlagen entwickelt. Das Flugzeug wird mit den neuen russischen Triebwerken PD-14 ausgestattet und wird zu 45 % aus Verbundwerkstoffen bestehen – auch hierfür bedienten sich die Ingineure westlicher Zulieferer.

Chancen für österreichische Unternehmen

Österreich hat sich in den letzten, zum Teil auch schwierigen Jahren als zuverlässiger Wirtschaftspartner für Russland erwiesen. Österreichische Produkte und Lösungen genießen aufgrund Ihrer Qualität und Innovativität einen guten Ruf in Russland. Österreichische Unternehmen können sich am russischen Luftfahrt-Markt als hochspezialisierte Zulieferer in Nischensektoren präsentieren.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Luftfahrt? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Moskau.

Umwelttechnologien

Seit ein paar Jahren rückt Umweltschutz in Russland regelmäßig in den Fokus der Medien. Immer wieder kommen Probleme – wie bspw. überlastete Mülldeponien – ans Tageslicht und sorgen für Unmut in der Bevölkerung. Daher wurde 2017 durch einen Präsidentenerlass die „Strategie der ökologischen Sicherheit der Russischen Föderation für die Periode bis zum Jahr 2025“ gesetzlich verankert.

Die Stragie sieht u.a. die Gründung des „Russischen Ökologischen Operators“ vor. Die Staatsholding soll künftig Recycling und Gewinnung von Rohstoffen bei Müllverarbeitung fördern, Ressourceneinsparungen verbessern sowie allgemein negative Auswirkungen fester Abfälle vorbeugen. Der Russische Ökologische Operator ist Teil des nationalen Projektes „Ökologie“, welches durch das Umweltministerium ausgeführt wird und 11 Programme enthält. Die Finanzierungssumme des Projektes bis 2024 beläuft sich auf ca. 55 Mio. Euro, wobei drei Viertel davon über private Investoren finanziert werden sollen.

Eine weitere entscheidende Maßnahme der russischen Umweltpolitik ist die Einführung des BVT-Standards, sprich der Anwendung der besten verfügbaren Techniken. Hier orientiert sich Russland an der europäischen Umweltpolitik, welche die entsprechende Maßnahme bereits 2010 verabschiedete. Prognosen des russischen Industrie- und Handelsministerium zufolge bedarf es einer Gesamtinvestition von 8,8 Mrd. Euro zur Einführung des BVT-Standards – und das nur für den Sektor der Buntmetallindustrie. Speziell zur Unterstützung von Unternehmen bei der Einführung des BVT-Standards hat die Regierung mehrere Programme vorgesehen – u.a. wurde bereits 2014 der Fond zur Industrieentwicklung gegründet. Sein vorrangiges Ziel ist es, Industrieunternehmen anzuregen in Modernisierung zu investieren.

Chancen für österreichische Unternehmen

Bei der Modernisierung des Umweltschutzes und der Abfallwirtschaft setzt Russland auf Kooperation mit ausländischen Partnern. Für österreichische Ausrüstungslieferanten können sich aufgrund der BVT-Investitionen gute Lieferchancen ergeben, denn österreichische Unternehmen sind aufgrund Ihrer Expertise im Bereich Umwelttechnologien und Umweltschutz sehr gefragt.

Sie suchen ausführlichere Informationen zur Branche Umweltindustrie? Kontaktieren Sie das AußenwirtschaftsCenter Moskau.

Ausführliche Informationen 

Damit Ihre Marktbearbeitung in der Russischen Föderation problemlos abläuft, hat unser Team vor Ort Informationen zu außenhandels- und investitionsrelevanten Fach- und Branchenthemen, die Sie jederzeit beim AußenwirtschaftsCenter Moskau anfordern können.

Allgemeines zu Wirtschaft, Land und Leute sowie persönliche Tipps finden Sie in unserem Länderreport Russische Föderation

Das AußenwirtschaftsCenter Moskau berät Sie gerne, sollten Sie weitere Fragen zur Russischen Föderation haben.

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